Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 66 (17.8.1896)
- Date
- 1896-08-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1268] Vor einigen Wochen ist ein diesbezüglicher Vorschlag in einer Plenarsitzung des Landes-Synagogen- Ausschuffes angenommen worden. Nur ein Oberrabbiner hat gegen den Vorschlag proteftirt. Die Annahme des Vorschlages ist nicht nur in den orthodoxen Kreisen mit lebhafter Genuglhuung begrüßt worden.- Gern würde ich Ihnen noch Manches über Amsterdamer Anstalten, wie Beth-Hamidrasch, Spital und Pfründnerhaus, Seminar, Talmud-Thora, Waisenhäuser erzählen; sehr gern hätte ich noch einen Ausflug nach Rotterdam, der zweitgrößten jüdischen Gemeinde des Landes, gemacht; ich hätte mir auch gern einmal die Lehrerprüfungen, welche Ende dieses Monats vor der erwähnten Rabbinal - Commission slattfinden, angesehen. Aber, geehrter Herr Redacteur, ich komme s. G. w. wieder einmal nach Holland und, wenn es Ihnen recht *) ist, stelle ich mich dann wieder bei Ihnen ein. Und nun bald daheim nn» tvo •ptaa»B. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 16. August. In der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft verabschiedete sich gestern Herr Rabbiner Dr. Salomon Breuer, der im Laufe der Woche nach Wien übersiedelt, von seiner Gemeinde. Das geräumige Gotteshaus war überfüllt von der Menge Derjenigen, die zum letzten Male hier das geist- und kraftvolle Wort des scheidenden Führers zu vernehmen begehrten und deren tiefinnere Erregung schon vor Beginn der Predigt deutlich erkennbar war. Ausgehend von den einleitenden Worten des Wochenabschnittes bx ~b ,*nri nnmn onsBitp (o’onen snwlr' o’rnn 'hx e’öb;®») einerseits, von dem Verse 'n rcn andrerseits, skizzirte der Redner die Gestaltung des raps, des „Gesetzesurtheils", im Gottesstaate auf Erden, dem als Correlat der Name mxzat h gegenüberstehe. Umgränzt und scheidet usra den Kreis und den Posten jedes Einzelnen in der Gesellschaft, daß er nicht schädigend und hemmend hinübergreise in die Sphäre des Nächsten — so lehrt fliKaac "1 Gott als den großen Heerführer denken, der jedem Gliede seines Weltenheeres den Lebensposten a n w e i st, auf dem es, ob arm oder reich, stark oder schwach, glänzend oder bescheiden seine heitere, seine trübe Lebensaufgabe zu lösen berufen ist. Gleich gilt es da, ob die Palme des Sieges winkt, ob Verlust und Untergang drohen — „Pflicht" ist das Wort, das Sieg und Unterliegen zu gleicher Höhe erhebet. Wie es vorbildlich für die *) Gewiß! Red. Menschenkinder von den treuen Weltendienern, den Gestirnen, heiße ncja dw ax'sa dwi snxan cnctr o::p pan heiter in dem Bewußtsein zu erfüllender Pflicht, wonnig gar in dem Bewußtsein erfüllter Pflicht, so scheide auch Redner von der Stätte seines Wirkens glücklich in dem Gedanken, manches zwar nicht erreicht, vieles als Bruchstück zurückgelassen, aber das Höchste und Wahrste angestrebt zu haben, in redlich reinem Bemühen und mit dem Einsätze seiner ganzen Kraft. Was er erreicht — zum Theil liege es vor Aller Augen, zum Theil entziehe es sich naturgemäß der Kontrolle des menschlichen Blickes. In der Lauterkeit seines Wollens aber hoffe er, seines großen Vorgängers, dem gegenüber er sich als Schatten fühle, nicht ganz unwürdig gewesen zu sein. Den grundlegenden Prinzipien dieses seines großen Vorgängers treu und wahr gefolgt zu fein, sei er sich bewußt, sie vor Verkennung und Entstellung zu schützen, habe er stets als seine Ausgabe betrachtet. Der Verwaltung, den Commissionen, dem Vorstand der Klaus-Synagoge, der Leitung der NE'L" und all den Männern und Frauen tiefbewegten Herzens dankend, die seinem Wirken Verständnis; und Förderung in so reichem Maße entgegengebracht, legte der Redner der Gemeinde die Gedanken ans Herz, die sie jetzt zu beseelen hätten. tbs ps« ra Trar px — czz: erx — nra« fxtn? — Die Führer wechseln, die Gemeinde bleibt. „Möchte sie sich fernerhin in den brandenden Strömungen des modernen Judenthums als die feste, nimmer zu erschütternde Sättle bewähren, die nicht wankt und schwankt, nicht um Haaresbreite weicht von den Grundlagen, auf die wackere Kämpen in heißem Ringen sie gestellt." — Dann werde die §u keiner Zeit leichte Aufgabe gelingen: tn« r;nrn ’x n -npE’ NL'X nan bv. Mit Segenswünscherl für die Gemeinde ltnb dem Ausblick auf die Zeit jenes Abschiedes, von dem es heißt: ps^ri ab nwasa: \xatn piann xh schloß der Redner sein ergreifendes Abschiedswort, das hier nur in großen Zügerr skizziert werden kormte. Möge es Herrn Dr. Breuer vergönnt sein, in seirlem netten Wirkungskreise reiche Befriedigung 311 finden und möchte es unserer Gemeirtde geliilgen, die Lücke zu schließen, die der Weggang ihres Führers läßt. Oester r.-U n g a r. Monarchie. Wien, 12. August, lieber die Ankunft Lueger's und Schneider's in München und über ihr Auftreten in einer „Volksversammlung" im Münchener Kind'l- Keller veröffentlichen die „Münchener Neuesten Nachrichten" einen Bericht, dem wir Folgendes entnehmen: „Die antisemitische Partei in München, „Volksbund