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Der Israelit · 1896-08-13 · Heft 65 (13.8.1896) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 65 (13.8.1896)
Date
1896-08-13
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1254 der Vornahme des religiösen Trauaktes an Hand des Meir enajim von Nappoport, ein Buch, das warm empfohlen wird. Durch zwischengestreute Fragen Mid Anfragen ivilrdcn die Zuhörer stets zum Denken angeregt, so das; der Dank, den der Vorsitzende dem Redner darbrachte, durch Erheben von den Sitzen allseitig gern gespendet wurde. Für die freien Besprechungen blieb wenig Zeit. Das wichtigste bei denselben war ein Antrag des Unterzeichneten, die Bildung eines Witwen- und Waisenraths für die Mitglieder unserer Konferenz. Die Begründung dieses Antrages war so überzeugend, daß man die Wahl, die aus den Vorsitzenden und den Unterzeichneten, sowie auf die Kollegen Frankenstein und Strauß fiel, sofort vornahm. Nach den üblichen Dankesworten für umsichtige Leitung und Geschäftsführung schloß Vorsitzender die Verhandlungen gegen 5 Uhr mit den: Wunsche, daß diese manche Anregung für die hehre Arbeit in der stillen Werkstätte der Schulstube gegeben haben, und daß wir uns s. G. w. im nächsten Jahre gesund und froh Wiedersehen mögen. Der Schriftführer: B. 2Volsf — Aurich. Lsclu und Sakob, die beiden ungleichen Brüder. Von I. B a u m g a r t, Lehrer in St. Lengsfeld. Die schulische Behandlung dieses Themas in der israelitischen Religionsschule gehört bekanntermaßen nicht zu den einfachsten. Die christlichen pädagogischen Hilfswerke zu einem methodischen Unterricht lassen hier den israelitischen Religionstehrer im Stiche, denn die Auffassung des Themas ist eine dem Judenthum vollständig zuwiderlaufeude. Mit vollem Rechte sagt Traubenberg in seinem Artikel: „Eine Lücke in der jüdischen Unterrichtslitteratur": Die Reinheit unserer Lehre geht uns über Alles und gerade sie kommt dabei in'S Spiel . . . Hier sind wir unter das Joch uns diametral entgegengesetzter Anschauungen gebannt. Bei Behandlung dieses Geschichtsstoffes wird man daher doppelt den Mangel eines israelitischen methodischen Handbuches empfinden und beklagen. Unsere „biblischen Geschichtsbücher" erzählen theils wörtlich nach dem llrterte, theils kürzen sie bedeutend, theils übergehen sie diese Geschichte vollständig. 'Winke für die methodische unterrichtliche Behandlung vermißt man bei den meisten. Rur in den „Erläuterungen zu den biblischen Geschichten" von Prof. Dr. Badt heißt es: Rebekka schrack selbst vor einem Betrüge nicht zurück, um ihrem Lieblingssohne des Vaters Segen zuzuwenden. Jakob, vor die Wahl gestellt, dem Willen der Mutter entgegen zu handeln, oder beu Vater zu betrügen, erlag der Versuchung." Diese Geschichtsauffassung ist eine der christlichen so nahestehende, daß sie in dem israelitischen Religionsunterrichte nicht Eingang finden kann. Adler sagt in seinem 'Werke Xeonnn lsioonnn: „Wie Vater und Mutter in ihrem Urtheile über den Werth ihrer eigenen Kinder nicht übereinstimmten, so setzt sich bis heute in der Beurtheilung des Bruderpaares die Meinungsverschiedenheit fort." Angesichts der Thatsache, daß die unterrichtliche Behandlung dieses Stoffes für die auf dem Bodcit des Judenthums stehenden Lehrer eine schwierige ist, darf der folgende Versuch wohl als willkommene Gabe angesehett werden. Einheit: E s a u und Jakob, zwei ungleiche Brüder. I. Stück: Wie Esau dem Jakob die Erstgeburt verkauft. Vorbereitung: Die beiden Söhne Isaaks waren sehr ungleich, sowohl ihrem Aeußern nach, als auch nach den Eigenschaften ihres Herzens. Esau war ein roher Mensch, der Vergnügen an der Jagd fand. Jakob war ein häuslicher, bescheidener Mensch, der gern auf die weisen Lehren seiner frommen Mutter Rebekka horchte. Als solcher hatte er das Recht aus den väterlichen Segen. Dieser Segen bestand darin, daß die göttlichen Verheißungen an Abraham von der Vermehrung seiner Nachkommen und dem zukünftigen Besitze des Landes Kanaan auf den Gesegneten übertragen wurden. Darbietung: Erzählung nach I. Mos., Kap. 25, V. 29—34. B e u r t h e i l u n g: Was kann uns an Esau nicht gefallen? Daß er so leichtfertig ein heiliges Recht veräußerte. Er hätte das himmlische Gut höher achten sollen. Er verachtete aber die Gabe Gottes und damit auch den Geber selbst. Er gab großes zukünftiges Glück für einen augenblicklichen Genuß hin. Er hat nur Sinn für das Irdische, nicht für das Göttliche. Esau ist leichtsinnig und undankbar gegen Gott. Ganz anders geartet ist Jakob. Er weiß das göttliche Gut des AbrahamssegeuS wohl zu schätzen, weiß auch, daß sein Bruder dieses Gut gering achtet und ersucht deßhab seinen

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