Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 65 (13.8.1896)
- Date
- 1896-08-13
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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jg -^6^.' l.^LJapw^^ ■^3T^.;g,gT^gT:*STrr~;,"r1 1258 ■f" Nach dem Minchagebete und einem gemeinschaftlichen Essen erfolgte ein Spaziergang in den Schloßgarten, bis sich die Mitglieder um 9 Uhr Abends zu einem vom Synagogen-Gemeinderath zu Oldenburg veranstalteten Eommerse, an welchem auch viele Damen und Herren der jüd. Gemeinde sich betheiligten, wieder zusammenfanden. Die gemüthlichc Stimmung, welche bis über die Mitternachtstunde bei allen Theilnehmern vorherrschte, wurde insbesondere durch Trinksprüche, ernsten und heitern Inhalts, sowie durch eigens dazu gedichtete Lieder hervorgerufcn. Mit Recht hob man die gastliche Aufnahme in dem schönen Oldenburg rühmend hervor und feierte Herrn Dr. Mannheimer, der sich um die Speisung, sowie um das Gelingen des Ganzen so sehr verdient gemacht. Zweite Sitzung um 22 Juni 1896, Morgens 72*> Uhr. Der Vorsitzende eröffnet im Saale der „Union" die heutige Hauptversammlung ltub erledigt einige geschäftliche Angelegenheiten. Die Rechnung wird von den Kollegen Frankenstein und Strauß geprüft, für richtig befunden und dem Vorsitzenden als Rechnungsführer Entlastung ertheilt. Run erhält Kollege Lörvenstein—Jever das Wort zu seinem Referat: „lieber die Religionsbuchsrage." Rach einigen einleitenden Sätzen über die Berechtigung zu einer solchen Frage in einer Lehrerkonferenz, geht der Res. zur Entstehungsgeschichte der Religionsbücher über. Er verlangt von einem Religionsbuche, das sich die Gunst der staatlichen Behörden und der jüd. Lehrerschaft sichere, gutes Deutsch, kurze Fassung und richtige Darstellung deS Glaubens- und Pslichtentehre nach den Grundprinzipien des überlieferten Jndenthums. Die in Gebrauch befindlichen Religionsbücher seien nach zwei Seiten hin zu prüfen, ob sie nämlich in pädagogischer und religiöser Hinsicht befriedigen. Zwar benutze der Referent seit mehr als 2«> Jahren, das von Herrheimer herausgegebene Buch, aber es genüge den bezeichneten Anforderungen keineswegs, was an vorgeführten Beispielen in oft drastischer Weise bewiesen wird. So ist, wie der Vorsitzende ergänzend erwähnt, die Attserstehnngslehre in der nettesten Aifflage gänzlich weggelassen. Auch der Leitfaden für den svstem. Unterricht in der jüd. Religion von Dr. Apolant sei, wie Referent aussührt, trotz mancherlei Vorzüge, nicht zu empfehlen, weil die Ausführungen unseren religiösen Anschauungen. zuweilen widersprächen. Für unsere Schüler kommen, weil sie anr meisten unseren Ansorderungeit genügten, in erster Linie folgende Lehrbücher in Betracht: 1. Glaube und Pflicht von Dr. I. Schwarz (Verl. Kaufmann, Frankfurt a. M.). 2. Jsr. Glaubens- und Pflichtenlehre. In Katechesen von E. Mandus (Verl, derselbe). 3. Der vom Königl. Bayrischen Ministerium empfohlene „Leitfaden für den Religionsunterricht in der isr. Schule" von N. Bamberger (Verl, derselbe).*) Referent sieht indeß davon ab, der Konferenz bestimmte Borschläge zur Einführung eines der besprochenen Bücher zu machen. Aus der nun folgenden Besprechung, an der sich die Herren Dr. Löb, Dr. Mannheimer, Dr. Rosenack, Ludwig, Selig, Klein, Apt, Bernheim und Strauß betheiligen, ergiebt sich zunächst kein praktisches Resultat, deshalb macht Vorsitzender den Vorschlag, eine Kommission zu ernennen mit dem Aufträge, die in der Diskussion vor allen hervorgehobenen Lehrbücher von Schwarz und Deutsch auf ihre Verwendbarkeit beim sustem. Religionsunterrichte zu prüfen, auf Abstellung etwaiger Mängel in denselben mit den Verlegern :c. in Verhandlung zu treten und das Ergebnis derselben der nächstjährigen Konferenz mitzut heilen und praktische Vorschläge zu machen. Wird angenommen. Zugleich erbietet sich Herr Dr. Löb dahin wirken zu wollen, daß eine baldige Bearbeitung deS Lehrbuches der isr. Religion von Dr. B. H. Aiterbach für jüd. Volksschulen erfolge. AlS Handbücher zur Vorbereitung für den Lehrer wurden Rmuäo C-raulo von Stern und das gen. Lehrbuch von Dr. Auerbach empfohlen. Endlich wird noch Herr Dr. Mannheimer seitens der Konferenz gebeten, sein Manuskript über Eins ü h r u n g i n d i e Liturgie durch Drucklegung weiteren Kreisen zugängig zu machen. Die Wahl der in Vorschlag gebrachten Komtnission fällt auf die Herren Dr. Löb und den Vorsitzenden, sowie ans die Kollegen Selig, Apt und Löwenstein. Um 12 Uhr beschließt die Versammlung auf Antrag des Vorsitzenden, sich auf eine Stunde zu vertagen, um ein Gabelfrühstück einzunehmen. Rach Beendigung der Pause wird zunächst festgesetzt: Die bisherigen Vorstandsmitglieder Levv-Norden, Löwenstein—Jever und Wolfs—Anr ich werden durch Zuruf wiedergewählt Als Themata fürs nächste Jahr werden bestimmt: 1) Inwieweit läßt sich das Gebetbuch beim svstem. Religionsunterrichte aus der Oberstufe verwerthen? Ref. Gottschalk—Essens. 2) Ist im Deutschen ein besonderer gram. Unterricht erforderlich oder soll sich derselbe an die Behandlung des Lesestückes anschließen? Ref. Klein— Lingen, der auch die dazu gehöhrende Lehrprobc übernimmt. Run erhält Herr Dr. Löb das Wort zu seinem Vortrage: „lieber den Trauritus". In höchst anziehender Weise verbreitet sich der Redner über die gesetzlichen Bestimmungen bei der Vorbereitung und *) Eine neue Auflage dieses vorzüglichen Buches ist in Vorbereitung, da die letzte bereits wieder vergriffen. Red. d. Jsr.