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Der Israelit · 1896-08-13 · Heft 65 (13.8.1896) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 65 (13.8.1896)
Date
1896-08-13
Page
– (sequence 21)
Language
German
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1255 Bruder, ihm das Erstgeburtsrecht zu verkaufen. Esau zögert nicht, sondern willigt in den Verkauf, und tritt unter Schwur seine Rechte an Jakob ab. Demnach ist Jakob rechtmäßig in den Besitz des Erstgeburtsrechtes gekommen. 2. Stück. Wie Jakob den Segen des Vaters erhält. Darbietung: Erzählung nach I. M., Kap. 27, V. 1—42. Beurtheilung: Nachdem Esau dem Jakob die Erstgeburt verkauft hatte, gehörte doch der Segen dem Jakob. Warum wollte der Vater dennoch den Esau segnen? Er wußte nichts von dem Verkaufe. Esau hatte es ihm verheimlicht. Warum wohl? Er fürchtete des Vaters Tadel wegen seines Leichtsinnes. Als Rebekka des Vaters Absicht erfuhr, suchte sie seinem Vorhaben durch eine List zuvorzukommen. Eine Belehrung des blinden Vaters hielt sie für erfolglos. Sie wußte, daß der Vater seine Söhne nicht kannte. Sie handelte im Vertrauen aus die ihr gewordene göttliche Vorausverkündiguug: „Der Aeltere wird dem Jüngeren dienen!" (efr. Biur zu Kp. 27, 13.) Sie leitet den blinden Vater nach Gottes Plan auf den rechten Weg. — Warum hat Jakob recht gehandelt, wenn er den Auftrag der Mutter befolgte? Nachdem ihn die Mutter darüber belehrt hatte, daß ihm als dem Besitzer der Erstgeburt und auch nach göttlicher Offenbarung das Recht auf den väterlichen Segen zustehe, und daß sie selbst jede Verantwortung übernehmen wolle, weil der Vater nur aus Unkenntniß den Esau zu segnen beabsichtige, so durfte Jakob den Auftrag der Mutter nicht unausgeführt lassen. — Welche Vorwürfe machte Esau dem Jakob? „Er hat mir die Erstgeburt und nun auch den Segen genommen." Warum sind diese Vorwürfe nicht gerechtfertigt? Weil Esau die Erstgeburt leichtfertig verkauft und infolgedessen kein Anrecht mehr auf den Segen hatte. — Was sehen wir daraus, daß der Vater den Segen Jakobs bestätigte, nachdem er erkannte, daß man ihn getäuscht hatte? Isaak mochte wohl eingesehen haben, daß er sich in seinen Söhnen geirrt hatte. Als er erfuhr, daß Esau bereits leichtfertig das Erstgeburtsrecht verkauft habe, sah er, daß sein Lieblingssohn kein geeigneter Erbe des Abrahamssegens sei. Aus seiner Drohung, Jakob umzubringen, erkannte der Vater, daß Esau ein wildes, böses Herz besitze. Zusammenfassung: Unser Stammvater Isaak hatte sich um die Erziehung seiner Söhne nicht genügend gekümmert, sondern dieses schwere Amt der Mutter allein überlasten. Diese Vernachlässigung elterlicher Pflicht rächte sich schwer. So kam es, daß er seine Söhne falsch beurtheilte. Er liebte den Esau, weil er ihn nicht kannte. Die fromme Mutter Rebekka aber liebte den Jakob, weil sie erkannte, daß er ein besteres Herz besitze als Esau. Als daher der blinde Vater vor der Gefahr stand, einen verhängnißvollen Fehltritt zu begehen, indem er den Esau zu segnen beabsichtigte, schreckte die Mutter auch nicht vor einer List zurück, um den Vater aus den richtigen Weg zu lenken und den Segen auf das Haupt besten zu bringen, der ihr schon vor der Geburt von Gott als der Höhere bezeichnet wurde. Weder Rebekka noch Jakob haben sich eines Betruges schuldig gemach', denn sie haben dem Esau nichts entzogen, was ihm noch gehört hätte. — Wohl aber hat Esau in leichtsinniger Weise ein göttliches Geschenk mißachtet, dem Vater aus Furcht seinen Verkauf verheimlicht, schließlich sogar den Vater noch belogen, indem er sich noch als Erstgeborner vorstellte, nachdem er längst seines Rechtes verlustig war. Anwendung: Gar oftmals im Leben findet man, daß leibliche Geschwister geistig verschieden geartet sind. So auch das Bruderpaar Kain und Abel. Aus solcher Verschiedenheit der Herzen und Gemüther entsteht Zwietracht im Vaterhause, welche den Eltern den größten Kummer bereitet. — Wie schön ist hingegen Eintracht und Geschwisterliebe! 1. Spruch: Siehe, wie gut und lieblich ist es, wenn Brüder in Eintracht beisammen wohnen!" Der Mensch darf geistige Güter, vor allem das heilige Gut der Religion nicht geringschätzen! 2. Spruch: Gott mich näheren, ist mir höchstes Gut. (Pf. 78, 28.) »W- Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Attestirt 1^3 GöuMlliiilz garmit rt rein per Pfd. Mt. 1,20 ab hier offerirt I. Barz, Schivelbein. (4077 113e l’ffl'ft+fl in nur bewährten Qnalitä- 11111U ten, f Gesettschafts-, Strafen llllllll u Branttoiletten liefert zn * UHU Original »Fabrikpreisen Seiöertfyaus Üt. Gsttlieb, gfrcmftfurt a. M. {ritt iSraelittscheS Mädchen U' für Küche una Hausarbeit;u n 1. November n. Nenwied gesucht. P'ima Zeugt isse erforderlich. Offerten unter 8. 4178 an die Elped. d. Bl.

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