Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1896-08-13 · Heft 65 (13.8.1896) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 65 (13.8.1896)
Date
1896-08-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2448608-2448669--42299-2491297
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

unermüdlichen Wirksamkeit im Dienste der Religion und der Wohlthätigkeit, Herr Rabbiner und Reetor des Rabbinerseminars, Dr. Israel Hildesheimer Die Dissertation, mit welcher der Sechsundzwanzigjährige vor einem halben Jahrhundert die „höchste Ehren der Philosophie" sich errang, und in die Wissenschaft, welcher er seitdem, ein selbstlos strebender Arbeiter treu blieb, sich einführte, bezeichnet bereits deutlich den Weg, welchen Israel Hildesheimer von damals an durch ein volles Menschenalter ohne Wanken und ohne Schwanken, in Wort und Schrift, in Lehren und Wirken innehielt' sie ist betitelt: „De vetere Testamente» recte interpretando" („Ueber die Methode der richtigen Auslegung des Alten Testaments"). Die philosophische Fakultät der Universität Halle hat aus Anlaß der sünszigsten Wiederkehr dieses Tages das Diplom ihres ehemaligen Schülers erneuert uttb bezeugt in dem neuausgesertigten Doktorbrief, daß derselbe „durch ein halbes Jahrhundert die Pflege der wissenschaftlichen Arbeit nie unterbrochen und nicht nur selbst daraus herzerfreuende Früchte gewonnen, sondern seine ganze reiche Geistes¬ und Leistenskraft in den Dienst der edelsten Sache, des Jugendunterrichts gestellt habe." Dem Glückwunsch, den „ex animi sententia“ die altehrwürdige Universität ihrem früheren Schüler durch den Deean ihrer philosophischen Fakultät, Pros. Kirchhoff, ausspricht, schließen auch wir aus vollem Herzen uns an, überzeugt damit der Dolmetsch der Empfindungen unserer Leser und des weiten Verehrerkreises des Gefeierten zu sein. Ems, 9. August. Eine Autorität auf dem Gebiete der Kunstmalerei, Herr Professor Emil Löwenthal aus Rom, ist am 30. Juli Hierselbst, wo er zum Kurgebrauch weilte, im Alter von 71 Jahren plötzlich aus dem Leben geschieden. Der verstorbene Künstler war ein persönlicher Freund Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Georg von Preußen, als dessen Gast er alljährlich hier weilte. — Seine Königliche Hoheit hat durch seinen Adjutanten den hiesigen Bezirksrabbiner Herrn Dr. Weingarten um ein feierliches Begräbniß nach jüdischem Ritus ersuchen lasten und dem verstorbenen Freunde einen Palmenwedel und herrlichen Kranz persönlich auf den Sarg gelegt. Herr Bezirksrabbiner Dr. Weingarten hielt eine zu Herzen gehende Grabrede, in welcher er die Verdienste des Heimgegangenen um Kunst und Wissenschaft hervorhob. Der Verstorbene entstamm: der Stadt Jarotschin in Posen, hat in Berlin die Akademie der Künste besucht, und sich später in Ronr domizilirt. Er war ein hervorragender Porträt- Maler; zwei bedeutende Kunstwerke zieren die Berliner Nalional-Gallerie. Seine Königliche Hoheit Prinz Georg von Preußen lud schon seit Jahren den mit irdischen Glücksgütern nicht gesegneten Künstler als persönlichen Gast hierher ein und bewohnte mit ihm einige Räume im Hotel Panorama. Rach seinem Ableben befahl Höchstderselbe durch seinen persönlichen Adjutanten Herrn Oberst v. Gröber einen sehr kostbaren Sarg nebst pompösen Funeralien, welche beide jedoch von dem hiesigen Bezirksrabbiner Herrn Dr. Weingarten als dem jüdischen Ceremoniell zuwider bezeichnet wurden. — Der hiesige Stadtmagistrat hatte die Beerdigung nach jüdischem Ritus vorläufig beanstandet und erst durch den deutschen Botschafter in Rom telegraphisch die Zugehörigkeit des Professor Löwenthal zur jüdischen Religion feftstellen lasten. — Herr Löwenthal schied genau ein Jahr nach dem Tode des hier ebenfalls verstorbenen Professor Derenbourg in Paris. Graudenz, IO. Aug. Aus der Westpreußischen Gewerbe-Ausstellung haben die goldene Medaille erhalten: Herzfeld <L Victorlus, Graudenz, für Gußwaaren; Witkowsky, Thorn, für Schuhwaaren, und Zobel, Bromberg, für Drehrollen. Die silberne Medaille erwarben: S. Hermann, Graudenz, für Dekoration uitb Zimmerwaaren, Dr. Alexis Schleimno, Danzig, für Fahrräder, I. Sandmann, Bromberg, für stilgerechte Posamenten, I. Woythaler, Danzig, für Bernsteinsachen. Mit der bronzenen Medaille wurden ausgezeichnet: Hermanns Söhne, Pr. Friedland, für Stalleinrichtungen, S. I. Cohn, Schwetz, für Garderobe, Sally Grauze, Graudenz, für Sandsteinarbeiten, Auerbachshütte, für Pflugtheile, Lewinsky, Graudenz, für Klempnerarbeiten, Lewinsky, Reuenburg, für sturmsichere Laternen, A. Rau, Graudenz, für Möbelwaaren, Moritz Simon, Culm, für Schuhwaaren. „Ehrenvolle Anerkennung" erhielten Eifert, Marienburg, für Auordnung eines praktischen Verschlusses au einem Möbelstück, Casp. Heymann, Chriftburg, für Schäfte, Aler. Jakoby, Thorn, für photographische Aufnahmen, Philipp Lachmann, Graudenz, für eine Uhr, Joseph May, Dirschau, für Schuhwaaren. Aus Baden. (Karlsruher Friedhöfe.) Die Stadt Karlsruhe, welche erst 1715 gegründet wurde, also zu den allerneuesten Städten gehört, hat dennoch vier jüdische Friedhöfe. Der älteste, so etwa in der Mitte des vorigen Jahrhunderts angelegt, damals Ecke der Kronen- und Steinstraße, jetzt außerhalb der Stadt, ist im Jahre 1821 geschloffen worden. An diesen alten Friedhof, gegenüber dem verkehrsreichen Bahnhof, vor welchem täglich Tausende vori Passanten, theils geschäftlich, theils vergnüglich ihre Touren machen, knüpfen sich viele Sagen, von denen nur einige hier ihren Platz finden mögen. Einer der ersten Landes-Rabbiner für die beiden Markgrafschasten Baden-Baden und Vaden-Durlach war der in Stichlingen (badischen Oberland) geborene und in Prag in der Erziehung von Verwandten zum

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.