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Der Israelit · 1896-08-13 · Heft 65 (13.8.1896) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 65 (13.8.1896)
Date
1896-08-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1286 liegt, nicht aber in Deinem Herzen! Fürchte Dich, hüte Dich vor dem Worte, das Du als Tribut dem freundlichen Blicke Deines Mitmenschen zollst! Fliehe das Wort, das Dich selbst belügt, denn Gift birgt es in sichTrug und Schein ist der flüchtige Augenblick, den schmeichelnd das falsche Wort Dir schafft, aber ewige, traurige Wahrheit ist die Schmach, die Du dadurch Deiner Reinheit und der Reinheit Deines heiligen Glaubens zufügst. — Besonders aber nehme Dich vor dem Gedanken in Acht, der unredlich und unlauter ist, denn der Gedanke ist der Vater Deiner Worte und Thaten. — rrnr r,-nr pnar p-nr soll es in Dir klingen, immerfort in jedem Augenblicke. — Gewöhne Deine Gedanken an diesen Mahnruf, denn nur dann können sie rein und lauter sein, nur dann können sie Deiner selbst und Deiner hohen Ausgabe würdig werden. — Bei allem, was Du thust, sollen die ausmunternden Worte Dich geleiten. Höre sie bitten und mahnen, wenn der Gegenstrom in Dir Dich zu bewältigen droht und laffe sic befehlend Dich beherrschen, wenn Du zweifelnd und muthlos zur Seite weichen willst. Verkenne doch nicht, Jude, Jüdin, daß das Nachjagen, dies ängstliche Festhalten an der Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit Dein Leben, das Leben Deiner. Seele im Gefolge führt: rmn fynM Wenn verzweifelnd an der Wahrheit Du bekümmert ihr den Rücken kehren willst, dann wende Dein Auge voll Vertrauen hinauf zum Throne allen Rechtes. — ssshjö an '-m „Ich, ich bin es, der Dich tröstet," ruft Dir Dein Gott aus jenen Höhen entgegen. Behüte Du nur auf das Aengstlichste Deine Reinheit und Rechtschaffenheit, Jude, Dein Gott lebt dann in Dir. Unbewußt handelst Du unendlich groß an Dir und an Deinen! Volke, wenn Du nie aus Deiner Seele den Mahnruf weichen lastest:! rrrr, synr. put p"tt Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Mainz, io. Aug. (Hospital in Jerusalem). Ordnung und Pünktlichkeit sind Tugenden, die unseren Brüdern im Orient vielfach abgesprochen werden. Wer dieses Voruriheil theilt, würde gewiß freudig überrascht sein, wenn er einen Blick in den uns vorliegenden Bericht werfen würde, welcher dem Centralcomitö von Jerusalem aus über den Gang und Stand der baulichen Vorarbeiten für Errichtung des Spitals zugegangen ist. Derselbe ist in hebräischer Sprache gehalten und stellt die Ausgaben für Arbeitslöhne, Werkzeuge, Vorbereitungen aller Art in so übersichtlicher Weise dar, daß es eine Freude ist, sich daraus über den gegenwärtigen Stand der Dinge zu orientiren. Danach ist schon seit denr 18. Jjar mit den Fundameutirungsarbeiten begonnen worden, die an Sprengungen, Steinhauer- und anderen Arbeiten einen Betrag von 24,279.20 Piaster absorbirten. Die baulichen Arbeiten und die finanzielle Beaufsichtigung sind einem Comitö von Vertrauensmännern in Jerusalem übertragen, das allmonatlich dem Centralcomitö detaillirten Bericht erstattet. Ein solcher Bericht, der uns vorliegt und der später mit den übrigen Berichten gleichfalls veröffentlicht werden wird, rechtfertigt in der That die warmen Sympathien, welche dein großen Unternehmen von allen Seiten entgegengebracht werden. Alsfeld (Oberhesscn). Daß wir einen orthodoxen Provinzial-Rabbiner dringend benöthigen, wenn sich die religiösen Zustände hier zu Lande bessern sollen, möge unter Anderem folgende Thatsache beweisen. Wir haben in unserem Kreise fast in jeder jüdischen Gemeinde einen bis drei Privat-Schochtim, welche von Beruf Viehhändler oder Hausirer sind. Diese Messerhelden sind von Herrn Dr. Levi in Gießen autorisirt und haben in der Regel von Schechita und Bedika gar keine Ahnung. Natürlich müssen derartige Künstler für ihre Kabolo (rfaap) M. 12 bezahlen, wogegen solche, die irgend eine kleine Idee vom Schächtfach haben, schon mit M. 9 oder M. 6 durchkommen. — Eine Ausnahme von der Regel macht nun hiesige Gemeinde, welche die ganze Schechita (nttTitr) ihrem Lehrer übertragen hat. Nun ist dieser Lehrer. Herr S p i e r, auf einige Zeit verreist, natürlich muß derselbe in diesem Falle für einen Schochet (cmtr) als Vertreter sorgen. Wie har aber Herr Spier für die ntt'nip gesorgt? Er hat dieselbe einem Hausirer mit Kabolo von Herrn Dr. Levi übertragen. Ob nun der Betreffende zu den M. 6, 9 oder gar zu den M. 12 - Schochtim gehört, kann ich mit Bestimmtheit nicht sagen, daß wir aber Lehrer in der Nähe habedie Kabolo von orthodoxen Rabbinern besitzen und tüchtige Schochtim sind, das weiß ich bestimmt, aber Herr Spier auch, ebenso daß es Gottlob hier und in der Umgegend noch Leute (c-w) gibt, die darauf reflektiren, daß ihr Schochet Kabolo (n*?ap) von einem orthodoxen Rabbiner besitzt. Unter dem Regime eines orthodoxen Provinzial-Rabbiners würden doch solche traurige Vorkommnisse nicht stattfinden. Mögen sich diese Zustände baldigst ändern! .'-TW Berlin, 4. Aug. Die Jüdische Presse schreibt: Sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum begeht am heutigen Tage in stiller Zurückgezogenheil, fern von dem Geräusche der Weltstadt, der Stätte seiner

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