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Der Israelit · 1896-08-13 · Heft 65 (13.8.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 65 (13.8.1896)
Date
1896-08-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXX VH.' Jahrgang. M 65. Der Zsraelit. Ein Uentrat-Mrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. felmftttn in Utitif. Donnerstag, den 13. August 5656 (1896). Leitender Artikel, Zu Pcuafcfyatf? Scboftim. Von B en Zwi. .N'NT, fyo*? sp-in p-rx put „Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit jage nach, auf daß Du lebest!" Hörst Du nicht heute noch den Ruf Deines großen Lehrers? Klingt nicht noch heute dies ängstlich bittende Mahnwort in Dein Ohr mit seiner ganzen, inhaltschweren Gewichtigkeit? „Der Gerechtigkeit jage nach, auf daß Du lebest!" Damals wurde Dir diese Mahnung an's Herz gelegt, als Du Dich weihen solltest. Deine große Aufgabe zu erfüllen, die Verherrlichung der göttlichen Allmacht in Dein Land zu tragen, , Damals wurde es Dir zugerufen, als Du das Panier der einzigen Wahrheit inmitten des Aber- und Unglaubens aufzupflanz>',' hattest. Aber nun beherrschen Fremde Dein Land und Du bist hinausgegangen, bist zerstreut worden auf der Erde. Nicht mehr ist Dir die hohe Freude, von der geweihten Stätte aus den Segen Deiner Wahrheit zu verbreiten. Pflicht aber ist es Dir geworden, den Gottesgedanken mit Dir hinauszunehmen in die weite Welt, durch Dein Thun und Handeln zu beweisen, daß geheiligter Keim in Dir schlummert. —! rmn (yo^ sp*in p-w p-w So klingt es heute mit Donnerstimme aus der Wüste herüber, bittend, warnend, befehlend! In Dein Herz hinein sollen die Worte des großen Lehrers dringen. Dich einnehmem, Dich beherrschen. Dich bezwingen sollen sie. Aufschrecken sollen sie Dich aus Deinem Traume der Gleichgiltigkeit und gewaltig rütteln sollen sie an jeder Faser Deines Empfindens bis sie ganz sich eingesogen haben, bis sie zu Deinem eigenen Ich geworden sind. Hörst Du den Gottesmann nicht rufen, Jude, Jüdin? Hörst Du nicht die Stimme, die gewaltige, die über soviele Jahrhunderte und Jahrtausende hinaustönen soll — zu Dir dringen, daß sie eine Richtschnur für das Leben Dir sei in der Zeit Deiner Verbannung? Wende Dich nicht ab von diesen Worten, schaue sie nicht an, als feien sie zu Dir nicht gesprochen! Sei einmal ehrlich mit Dir selber. Prüfe genau Deine Worte, erforsche genau Deine Thaten, ohne dabei Deine Eigenliebe zur Geltung kommen zu lassen, ohne Dich dabei zu ensckulldigen. Prüfe nur einmal die Gedanken, die in Dir leben — ohne Falsch! Dann frage Dich selbst, ob die Worte aus der Wüste nicht auch Dir gelten, ob es nach Prüfung Deiner Reden, Deiner Thaten und Gedanken nicht warnend in Dir rufet: rvnn \inb epin p-ot p-w. Ja dieser Weckruf gilt Dir! Nöthiger hast Du ihn heut", als Du ihn je gehabt. Verkenne die Aufgabe nicht, die Dir, dem Verachteten, obliegt. Lasse nur die Welt Dich ansehen, als den unreifen Menschen; einst wird sie Dich und Deine Wahrheit erkennen, einst, wenn sie selber reif geworden. Aber Du dränge Dich nicht hervor nach Ruhm und Ehre ringend. Du schaue nur den Staub, der Deinem Fuße anhaftet auf der Bahn, die Dich eitler Stolz und falsche Ehrsucht zu gehen heißen. Meistens hat gerade dieser Staub Deine Schritte gehemmt und von der trügerischen Höhe sielest Du hinab, hast Schmach und Schande auf Dein Haupt gebracht, und unnennbares Leid auf das Haupt Deiner Brüder, Deines Volkes. — Nicht klang in Dir, als Du den Pfad betratest, das rrnn pob sj-nn prnt pnat. — Scheue das Wort auch, das auf Deiner Zunge

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