Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 61 (30.7.1896)
- Date
- 1896-07-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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ijMHi.' 11.|,1, "ni,iL',i|iiijpiiii5_i»_iifi y jin im im I ii^ ■ii'iPM i ui i i ■■ i.mjiiywip>"i .... ■ ... iiiu ii iw j|i|iji||ij|i .. i ' i __ i 1173 mit dem Rabbiner und den von diesem vorgeftellten Mitgliedern der Deputation Händedrücke und einige freundliche Worte gewechselt, trat der während des Empfanges anwesende Obergespan unseres Comitates hervor und sprach zum Herrn Minister gewendet: „Ich erachte cs als angenehnle Pflicht, hier in Gegenwart dieser Herren vor Ew. Ercellenz zu erklären, daß eben diese — die Israeliten — die verläßlichsten Factoren bei der patriotischen Thätigkeit unseres Comitates bilden." Schweiz. Basel, 28. Juli. Vergangenen Sonntag, den 26. Juli (16. Ao) war die nib einer Frau, die es verdient in den Spalten Ihres gesch. Blattes genannt zu werden, es war nämlich die Frau Rabbiner Dr. Colm, deren Mann bi lange Jahre segensreich in Flatow und Berlin gewirkt hat und deren Sohn, der hiesige Rabbiner Dr. A. Cohn v;, schon seit mehr als 10 Jahren das unverfälschte Judenthum in aufopfernder Weise zu erhalten bestrebt isi. Die Verstorbene hat sich in der Ausübung von v'-wn rnbirz und L'd-n ganz hervorragende Verdienste erworben. Letzteres hat sie sogar in Fällen, die mit Lebensgefahr verbunden waren, ausgeführt. Von den vielen übrigen Tugendwerken möge noch das eine in Erwähnung gebracht werden, was auch Herr Rabbiner Dr. A. Cohn im Haufe und H rr Rabbiner Schüler ans Bollweiler am Grabe in feinem Namen und in dem seines College» Herrn Rabbiner Dr. Zivi aus Winzenheim, der ebenfalls anwesend war, hervorhoben, daß die sel. Frau Dr Cohn Mitbegründerin des so segensreich wütenden Frauenvereins in Berlin war. Möge den Hinterbliebenen der Trost sein, daß die Verstorbene Erlösung von ihrem langjährigen Leiden gefunden habe. L. H. Rußland. Petersburg. Die russische Presse beschäftigt sich jetzt mit der Frage, welchen Antheil die einzelnen Nationalitäten und Bekenntnisse an der Krönung genommen haben. Vielfach bemerkt wird bei diesem Anlasse ein Artikel des hochofsiziösen „Warszawski Dniewnik", der über den Antheil der polnischen Juden an dein russischen Nationalfest im Gegensatz zu der mehr als kühlen Betheiligung der christlichen Polen an demselben sich in günstigster Weise ausspricht. Das nichts weniger als judenfreundliche Blatt kamr nicht umhin, ausdrücklich und sicher auf höhere Weisung zu konstatiren, daß die Juden in Polen überall, auch in den kleinsten Gemeinden, die Krönung des Czaren durch Gottesdienst und Wohlthätigkeitsakte gefeiert haben, obwohl sie ja von allen das große Czarenreich bewohnenden Völkerschaften am wenigsten Veranlassung dazu gehabt haben, Freudenfeste zu feiern. Der vielkommentirte Artikel des offiziösen Blattes schließt mit der emphatischen Erklärung, daß vom Tage der Krönung ab für die „Polen mosaischen Bekenntnisses" eine neue Aera beginne. Nous verrons! Petersburg. (Einnach russischer Justiz verurtheilter Rabbiner.) Seit nunmehr 20 Jahren bekleidet ein gelehrter Greis, Namens Israel Schmulowitsch in Petropawlowsk, die Stelle eines Rabbiners. In dieser Eigenschaft wird er alle drei Jahre durch die Gouvernementsverwaltung bestätigt er ist also den Ortsbehörden nicht unbekannt. Alle Jahre erhielt er aus seinem Heimathsort Grudsk einen von der dortigen Bürgerverwaltung ausgestellten Paß. In diesem Paß war im vorigen Jahre, offenbar in Folge eines Versehens des betreffenden Schreibers, der Name des genannten Rabbiners falsch angegeben, indem der Paß auf den Namen Israel Zodokow Schmulowitsch ausgestellt war. Unmittelbar darauf wurde dem Schmulowitsch ein amtlisches Schreiben zugestellt, durch welches er zur Erlegung von 300 Rubeln Strafe aufgefordert wurde für seinen angeblichen Sohn „Jpko Ele", der fich der Fahnenflucht schuldig gemacht habe. Da nun aber Schmulowitsch nie einen Sohn Jpko Ele gehabt hat, so erhob er natürlich Protest und wies durch zahlreiche Dokumente nach, daß er überhaupt nur einen einzigen Sohn habe, der aber nicht Jpko Ele, sondern Oscher heiße und gegenwärtig erst 18 Jahre alt sei. Zum Beweise dafür, daß er selbst nicht Zodokow, sondern einfach Schmulowitsch heiße, stellte er fünf von der Petropawlowsker Polizei ausgestellte Paßkarten, sowie die Urkunden vor, durch die er als Rabbiner bestätigt wurde, in denen er überall einfach als Schmulowitsch bezeichnet wurde. Alle diese Dokumente und noch viele andere reichte Schmulowitsch bei der Ersatzkommission des Gouvernements Minsk ein, wurde aber von derselben abgewiesen. Der Rabbiner beruhigte sich aber dabei nicht, sondern verfolgte die Sache durch alle Instanzen bis zur obersten Gerichtsbehörde des Reiches, dem Senat. Aber auch hier fand er keine Gerechtigkeit. Auf Grund dieses Urtheils wurde die gesammte Habe des armen Rabbiners amtlich in Beschlag genomnlen und öffentlich versteigert. Das ist aber noch nicht Alles. Da Rabbiner Schmulowitsch jetzt nach gerichtlichem Urtheil einen Sohn besitzt, der sich der Fahnenflucht schuldig gemacht hat, so geht dessen wirklicher Sohn, Oscher, des Anrechtes anf Befreiung vom Militärdienst verlustig, welches er sonst als einziger Sohn seiner Eltern gehabt Hütte.'