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Der Israelit · 1896-07-30 · Heft 61 (30.7.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 61 (30.7.1896)
Date
1896-07-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1168 welche die Beimischung fremder Fette als Verfälschung betrachten will, doch viele Fabriken haben gegen diese Auffassung Verwahrung eingelegt, da sie zu ihren Produkten unbedingt fremde Fette verwenden müßten, da sie sonst nicht bestehen könnten. Es würde aber von mehr als naiver Auffassung zeigen, wenn man auf eine Gesetzesvorschrift vertrauend die Produkte, die als „garantirt rein" in den Handel gebracht werden. mit „vollster Beruhigung* in Bezug aus nntso verwenden wollte. Dann könnte man auch überall Butter kaufen, da nach dem Gesetze die Vermengung irit Margarine angegeben werden muß. Es geht bei der Chocoladefabrikation, wie bei so vielen anderen Fabr kationm, es wird oft mehr gefälscht, als die Menge ahnt. In manchen Fällen werden Fälschungen entdeckt und die Fälscher zur Rechenschaft gezogen. Gewöhnlich sind es aber nur In ereffentenkreise, welche von diesen Vorgängen erfahren. Diese Verhältnisse liegen daher in folgender Weise. Es könnte viele Fabriken geben, die fremdes Fett verwenden; die Möglichkeit der Verwendung ist aber nirgends ausgeschlossen. Es ließen sich für jede einzelne Fabrik die Thatsachen nur durch eingehende und zuverlässige Information von sachverständiger Seite feststellen. Man darf ja nicht vergessen, daß ein Fabrikant gewöhnlich kein Interesse daran hat, die Art und Weise seiner Fabrikation einem Fremden klarzulegen. Die Feststellungen Einer Fabrik können aber selbstredend keinen Werth haben für andere Fabriken. Darin ist aber der Eorrespondent ^.vollständig orientirt,* daß beim Formen der Chocolade kein Fett Verwendung findet und die Blechformen nicht nach der Weise von Kuchen¬ oder Tortenformen geschmiert werden Dieses möchte ich sogar b'i allen Fabriken für ausgeschlossen halten. In Bezug auf Cacaopulver ist aber auch, soweit meine Information reicht, kein "flD'N n'Q’nyn 7>lv vorhanden. Es ist mir bis jetzt nur bekannt, daß manche Fabriken Zusätze von Chemikalien verwenden. Rabbiner Buttenwieser. Sprechsaal. Köln, 27. Juli. In der jüngsten Nummer Ihres geschätzten Blattes ver ösfentlichten Sie einen Speach eines Magdeburger Lehrers, der mir vorwirft, ich hätte „Unfrieden zwischen Gemeindebund und Lehrerschaft hervorzurufen versucht." Da es der Herr lür anständig hält, bei Meinungsverschiedenheiten dem Gegner unlautere Absichten zu unterstellen, so werde ich mich mit ihm in keine Zeitungspolemik emlassen. Nur um bei den Lesern Ihres geschätzten Blattes Mißverständnisse auszuschließen, stelle ich hier fest, daß die kurze sich in so schmeichelhafter Weis mit mir beschäftigende Redewendung in zwei Punkten den Thatsachen nicht entspricht. Zunächst war ich es nicht etwa, der aus irgend welchen persönlichen Gründen die Rolle des Fliedensstörers spielte. Der aus 7 Mitgliedern bestehende Gesammtvorstand unseres Vereins hatte vielmehr den einstimmigen Beschluß gefaßt, nach Analogie des deutschen Lehrerverbandes einen völlig unabhängigen jüdischen Verband anzustreben u. seine Delegirten, Herrn Goldschmidt— Köln und mich, beauftragt, zu diesem Zweck mit den übrigen Vereinen in Berlin zu verhandeln. Ich war also nur Mandatar des Vereins, und meine eigene Ansicht kam dabei wenig in Frage. „Unfrieden hervorzurusen" habe ich nicht versucht. Im Gegentheil habe ich die wohlwollende thatkräftige Unterstützung des Gemeindebundes als äußerst werthvoll, ja unentbehrlich für den jungen Verband anerkannt. Die Begründung eines ganz selbstständigen Verbandes ist ein schönes Ideal für jedes eckte Lehrerherz. Aber besser als gar kein Zusammenschluß ist immerhin ein nicht völlig unabhängiger Lehrerbund Da das Ideal nicht realisirbar war. wenigstens noch nicht, so war unser Verein der erste, der mit seinen nahezu 100 Mitgliedern sich für das Gute entschied, weil das Bessere nicht zu haben war und dem Verband beitrat. Das nennt der Herr „Unfrieden Hervorrufen." Ein anderer würde den einen Störenfried nennen, der ein halbes Jahr nach jener Berliner Versammlung „olle Kamellen" wieder aufwärmt und statt die Gegner des Einigungswerkes — deren giebt es ja genug — die eigenen Freunde beschimpft und schmäht. Ein schönes Band der Eintracht, das sich um die Verbandsgenossen schlingt. Hochachtungsvollst D r. O Lazarus. vermischtes. -4 Mainz, 28. Juli. Gestern starb in der Klinik zu Gießen, der hier wohnhaft gewesene Weinhändler Herr Max Grünebaum im 49. Lebensjahre. Derselbe hat im Kriege 70/71 fast alle Schlachten mitgemacht, zeichnete sich aber namentlich bei Spichern, Weißenburg, Wörth und Dijon aus, wofür er mehl fach dckorirt wurde. Er stand im 87. Nass. Jnf.-Reg. und war in Ruppertshofen, Provinz Hessen-Nassau, geboren. Retz sNiederösterreich). Am 22. Juli wurde hier unter großer Betheiligung der städtischen Behörden, sowie zahlreicher auswärtiger Gäste eine neue Synagoge eingemeiht. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Schächter aus Horn. Korrstantinopel Der Sultan hat zwei jüdischen Rabbinern Auszeichnungen verliehen und zwar dem Rabbiner in Kreta den Madjidie-Orden II. El. und dem Oberrabbiner von Tamina den Madjidie-Orden III. El. Feuilleton. Auf des Lebens Köh'. Erzählung von S. B. R o s n e r. 21) (Alle Rechte Vorbehalten.) Es war Hermann sonderbar zu Muthe, als er so dicht neben jener Person saß, vor welcher er in einen anderen Welttheil fliehen wollte und ihr Haupt auf seiner Schulter ruhen fühlte. Hatte das Schicksal eine Absicht damit, daß es sie einen Moment vor ihrem endgiltigen Auseinandergehen so nahe zusammenbrachte? — Nein, nein, es war nichts anderes, konnte nichts anderes sein, als eine belanglose Episode. Helene regte sich leise und erhob den Kopf. Ein Schrei des Entsetzens entfuhr ihren Lippen, denn sie dachte noch immer die Gefangene der zwei unbekannten Männer zu sein. „Beruhigen Sie sich, gnädige Frau," sprach Gottfried, „ich bin es, Hermann Gottfried, an dessen Seite Sie sich befinden. In einer kleinen Weile werden wir in Ihrem Schlosse sein."

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