Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 61 (30.7.1896)
- Date
- 1896-07-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1167 Fulda in dem alten Betlokale eine alle Herzen rührende Abschiedsrede. Gegen 10 Uhr wurden die 'iLv abgeholt und in Galaw.igen nach der neuen Heimstätte überführt. Hier wurden sie mit Oiesang xurt -pn empfangen. Dann überreichte Frl. Stern unter poetischer Ansprache dem Herrn Landrath als Vertreter der Regierung, den Schlüssel, der ihn, nach kurzen inhaltreichen Worten, die Zeugnis von der wohlwollenden Gesinnung des Herrn Landralhs gegen die Gemeinde ablegte, Herrn Prov.Rabb. Dr. t5ahn übergab, welcher die h. Pforten öffnete. Während dessen sang der Chor ans* 'd inre. Dann wurden die Thorarollen ins Gotteshaus getragen, denen Herr Dr. Cahn vder Königliche Heri Landrnth, der Stadtrath Herr Superindendent Dr. Bial, einige Notable der Stadt, der Vorstand, die Gemeinde,nitglwder und zahlreiche Gäste folgten. Der Chor sang mit dem Vorsänger Herrn Lehrer Nußboum, der sich um die Feier sehr verdient geinacht, abwechselnd die YLpn, woraus die rr in den tr-!p,i px gebracht wurde. Dann bestieg Herr Dr. Cahn die Kanzel, um in meisterhafter Weise die Bedeutung des Gotteshauses zu schildern. Die Rede begeisterte allgemein und wird hoffentlich im Druck erscheinen. Nach Schluß derselben sang der Chor, der unter Herrn Lehier Nußbaums bewährter Leitung trefflich seine Aufgabe löste, verschiedene Psalmen. Chrfurchtsvoll verließen die Teilnehntenden die heilige Stätte und oft hörte man die Worte: Es war eine erhebende Feier. Aus Baden, 27. Juli. Wie bekannt, wird in Baden eine Pflegeanstalt für alte und sieche badische Israeliten gegründet, für welche durch freiwillige Spendeu bereits eine beträchtliche Summe verfügbar ist. Das Asyl, welches den Namen „Friedrichs- Heim" führen soll, wird zum 70. Geburtstage Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, diesem hohen Protektor aller gemeinnützigen Anstalten, gewidmet werden. Neu und sehr b e a ch t e n s w e r t h sind die in einer Audienz von der Großherzogin an die Delegirten des Vereins gesprochenen Worte, wie schön die hebräische Sprache klinge und der Wunsch, „daß in den israelitischen Religionsschulen doch soviel Zeit als möglich auf das Studiu m dieser Sprache verwendet werden m ö g e, denn es sei doch eigentlich Pflicht der Israeliten, wenigstens so viel He bräisch in den Schulen zu lernen, daß sie ihre Gebete und die herrlichen Psalmen in der Ursprache zu verstehen in der Lage wären." Möchten die Worte dieser hohen Frau bei manchen Religionsschulen in Karlsruhe und Mannheini, in welchen trotz oberrathlichenr Lehrpläne — kein Hebräisch gelehrt wird, die verdiente Beachtung finden. W. Hatten (Elsaß). Vergangenen 'w wurde das 25jährige Bestehen unseres herrlichen Gotteshauses in schönster Weise gefeiert. Die Feier wurde besonders durch die Gegenwart unseres allverehrten Herrn Obcrrabbiuers des Herrn Dr. Weil aus Straßburg uub des Herrn Rabbiners Dr. Bloch aus Sulz u. W. erhöht. Am Freitag-Nachmittag wurde der Herr Oberrabbiner von den Vertretern der Gemeinde mit Bahnhöfe empfangen. Abends fand ein Festgottesdienst in dein aufs schönste mit Blumen und Kränzen geschmückten Gotteshause statt. Der tresstich geleitete Synagogenchor erhob die Herzen in eine andachtsvolle Stimmung. Am Samstag wurde ein Frühgotteodienst von 7 bis 8 Uhr abgehalten. Um I" Uhr wurde der Gottesdienst durch eine tief ergreifende Allen zu Herzen gehende Rede des Herrn Oberrabbiners wieder eröffnet. Cr gedachte einleitend der Begründer des Gotteshauses, von denen leider so viele nicht mehr unter uns weiten. Er sprach über der Tert: „Wie schön sind deine Zelte Jakob, deine 'Wohnungen Israel" und in Verbindung hiermit über die Bedeutung des Gotteshauses in frühen: Zeiten und in jetziger Zeit. Hiernach richtete Herr Rabbiner Dr. Bloch in längerer Rede erhebende Worte an die Gemeinde. Nach einem Rundgang mit den Thorarollen unter Begleitung des Chorgesanges wurde jedes Ciemeindemitglied zur Thora gerufen, lim 2 Uhr begann das Festessen, wozu sämtliche Ciemeindemitglieder geladen waren. Von den ausgebrachten Toasten sei besonders der des .Herrn Oberrabbiners erwähnt, der den Herrn Anselin Cahn als langjährigen persönlichen Freund und als Vorsteher der Gemeinde feierte, deren Wohl er eine lange Reihe von Fahren mit Opsersrendigkeit gefördert hat. Eine gemüthliche Nachfeier hielt die Festgenofsen bis in die späte Nacht vereint. Straßburg i. E. In Nr. 51 des „Fsraelit" gibt ein Correspondent ans Nürnberg Mittheiluiigei, über die 8 1) o c ol a bc f a l> r i f a i i o n, die vielfach zu irrigen Auffassungen und dadurch D'TiEOD Veranlassung bieten könnten. Ich sehe mich daher veranlaßt, D'mc TiEQE YODT ’T3 Folgendes zu bemerken: Nach dem Berichterstatter sei cs völlig ausgeschlossen, daß bei irgendwelcher Choeolade ein YD'N Wn sei, und „z w a r d e ß b a l b, w c i I zur ganzen Ehoeoladet ab r i k a t i o n f r c m d c S Fett nicht v c r n> endet w e rden kann. Die Enraobohncu enthalten genügend soviel e i g n c S F e l t, a l s z u i F a b t i k a t i o n d c r 0 hoeolade » öthi g i st." Diese Behauptungen zeigen von einer höchst oberflächlichen Bekanntschaft mit der ciiiseblagigen Fabrikation, da eS eine ganze Anzahl von Sorten gibt, bei welchen eü nur schwer denkbar ist, das; diese ohne B e iin i sch n n g cn von f re in den Fetten fabrieirt w erden. Außerdem ist es durchaus nicht ausgeschlossen, daß ciuzelue Fabriken die thcure Earaobuttcr der Masse entziehen, diese verkaufen und durch billige Fette ei setzen. Cs gab Fabriken, die z B. Hammclsfctt Fässerweis verwendet haben. Was nun die gesetzliche Vorschrift betrifft, daß jede Choeolade „Rein aus Eacao und Zucker" hergcstellt werden muß, so ist cs sehr fraglich, ob eine Beimischung eines fremden Fettes gesetzlich als Verfälschung betrachtet wird. Es ist zwar eine Entscheidung ergangen,