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Der Israelit · 1896-07-27 · Heft 60 (27.7.1896) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 60 (27.7.1896)
Date
1896-07-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1149 fünften Buch, anläßlich des Spruches »npo^ rran p ruvtib itw p eingehend darzustellen versucht und verweisen darauf. Einige Ausgaben fügen hier noch mnto Reinheit, als die nun folgende Stufe ein. Es sprechen jedoch verschiedene Erwägungen gegen diese Lesart, weshalb wir uns den nun folgenden sechs Momenten zuwenden, welche sämmlich eine Einschränkung fordern. mins trara, Einsch ränkung des Geschäfts, pw “pn trara, Einschränkung des ehelichen Verkehrs, rayn trara, Einschränkung des Vergnügens, rav« vvo, Einschränkung des Schlafs, nn'L' vvv Einschränkung der Unterhaltung und pinty trard Einschränkung des Scherzes. Einschränkung des Geschäfts! Diese Mahnung steht in vollem Gegensatz zur Forderung des Tages, welche die Kinder in der Schule schon für den Broderwerb erzieht und sie, sobald sie der Schule entwachsen sind, sie unablässig in den Dienst des Erwerbs jocht, daß ihnen für höhere ideale Interessen, und gar für das Studium der Thora, nur spärlich Zeit und Sinn übrig bleibt. Daß aber selbst in jenen Zeilen, in welchen das Studium der Thora in höchster Blüthe stand, man die Verwirklichung dieses Ideals, den Thoraberuf höher zu stellen als den Geschäftsberuf, nicht bei sich, sondern bei längst dahin gegangenen Generationen suchte, ist uns ebenfalls nicht verschwiegen, mns-nir ’m auro f;nr> '21 ran ran ra ra rai rau D'T” crnnsn nnn o'ENin nnns sb& nmi xa p’2 ra"pra m n u>*ik ip'y p“nn 'vy crauiwin .pra ntrapra xb m u ’rw pnim yap pai6ö ttyytr „Rabba Bar bar Chana sagte von Rabbi Jochanan im Namen des Rabbi Jehuda ben Jla'i: Sieh' wie die früheren Generationen nicht den späteren gleichen. Bei den früheren, welche die Thora zur Hauptsache und ihr Geschäft zur Nebensache machten, hatte Beides Bestand. Bei den späteren Zeiten, die ihr Geschäft als Hauptsache und die Thora als Nebensache behandelten, hatten beide keinen festen Halt." (Talmud Berachoth Fol. 35 b.) Wurde dieses Ideal auch allgemein niemals erreicht, so schwebte es doch allen voran und fand jederzeit in den edelsten Leitern und Führern der Gesammtheit seine Verkörperung. Nur unter dem Lebensregime, das dieses Ideal voraussetzt, ist das beldenmüthige Martyrium sondergleichen zu erklären, mit welchem das jüdische Volk seine irdischen Güter jederzeit willig hingab, um seine geistigen zu retten. Das Volk, dem man den Schachergeist und Krämersinn andichtet, hat doch wie kein anderes, Jahrtausende dafür gezeugt und bezeugt es G. s. D. bis zu dieser Stunde noch, daß ihm Geld und Gut nicht das Höchste ist. Wohl hatte sich eine ganze Welt gegen dasselbe verschworen, hat ihm alle redlichen Wege zum Erwerb abgeschnitten und es dem Handel und Schacher überantwortet, daß es sich aber trotz dieser Verkümmerung der primitivsten Menschenrechte einen regen Sinn, ein empfängliches Gemüth für alles Höhere bewahrt hat, indem es die Aneignung der Thora als Hochziel seines Lebens ansah, das verdankt es der Mahnung sein Geschäft einzuschränken, um für den geistigen Flügelschlag des Gottesgeistes Raum zu gewinnen. Indem sie ihre Kinder der Thora zuführten und mit ängstlicher Sorgfalt darüber wachten, daß vor allem anderen sie das geistige Vätererbe sich unverlierbar aneigneten, waren sie die einzigen, die ihre Kinder nicht in erster Reihe für den Broderwerb erzogen, sondern den Sinn für Höheres weckten und förderten. Ihre ganze Erziehung war von vorhinein auf poya trara, auf Einschränkung des Geschäfts bedacht, während der Sinn für Geschäft der Maßstab unserer Erziehung biloet. Mit ihrer Thora, die sie den Kindern beibrachten, konnten dieselben keine irdischen Güter erstreben und mit dem schrankenlosen Streben nach irdischen Gütern, konnten sie die Aneignung der Thora nicht erlangen. Sie waren sich im Gegentheil bewußt, daß die Erziehung für die Thora und die treue Erfüllung ihrer Satzungen den schmalen, dornenvollen Lebensweg ihren Kindern noch erschwerte, indem sie dieselben mit dem Geiste tränkten, der bei der außerjüdischen Umgebung den meisten Anstoß hervorrief. Es ist leider auch in diesem Punkte vieles bei uns anders geworden. Die Strömung der Zeit hat auch uns in ihren Strudel gerissen und prägt ihre Signatur auch ihren jüdischen Kindern auf. Auf ihrer Tagesordnung stehen die sogenannten „sozialen Fragen" und absorbiren alles Interesse. Und doch ist das, was man die soziale Frage nennt, ein Streit um lediglich materielle Interessen, ist vielleicht nichts als eine Magenfrage, die zur Stunde alles beherrscht. Das ganze Dasein erscheint als ein Kampf um'S Dasein, und es ist nicht zu leugnen, daß er für die jüdischen Menschen besonders heiß wird und immer erbitterter zu werden droht. So sehr es auch zu erklären ist, wenn in dieser Confusion viele von uns unserem Joeale den Rücken kehren und dem Tagesgötzen ihren Tribut zollen, so bleibt das ganze doch eine beklagenswerthe, verhängnißvolle Verirrung, die bereits solche Dimensionen angenommen hat, daß man die Forderung, zu Gunsten der Thora das Geschäft einzuschränken, als überspannte Zumuthung weit von sich weist, so daß ein gewisser Muth dazu gehört, ihr heute noch das Wort zu reden. Und doch hat es sich bereits bitter gerächt, daß diese Mahnung nur noch so geringe Beherzigung findet, und doch würde es

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