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Der Israelit · 1896-07-23 · Heft 59 (23.7.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 59 (23.7.1896)
Date
1896-07-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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WWWWWWWW zagapsse*^» 1124 Frankreich. Algier, im Juli. Der General-Gouverneur unserer Provinz hat auf seiner kürzlich unternommenen Reise an dem Landstriche südlich von Oran im Vesuv- Gebirge auch mehrere Stellen besticht, wo sich die berühmten und fast auch in allen Reisehandbüchern erwähnten „beschriebenen Stellte" (arabisch Hadschra mekuba) befinden. Man sieht hier ganze Felsenmassen vom Fuße an bis zu ihrer Spitze hierauf mit Schriftzeichen bedeckt. Jene von diesen Inschriften, die in arabischer Sprache abgefaßt sind, lassen sich leicht entziffern und man findet dann, daß sie historischen Inhaltes sind. Man findet indeß hier auch Inschriften, die sich nicht mehr enträthseln lassen. Jedenfalls zeugen diese Steine dafür, daß es bei den alten Völkern nichts Seltenes war, das harte Gestein als Schreibmaterial zu benützen. Auch Moses hat, wie wir in Deuterom. XXVII. 2 und 2 deutlich lesen können, Steine dazu benützt, um ans demselben sein fünftes Buch (rron n;t”ö) niederzuschreiben, damit Jedermann von dessen Inhalt Kenntniß nehmen könne. Moses hat jedoch diese Steine vorher mit einer Gvps hülle (~rcp) überzogen. Literarische Bemerkung. Ü. Zu meiner Kritik über das Werk des Herrn Oberrabbiners Dünner (Nr. 53 des „Israelit" sendet Herr Jakob Kohn m Preßburg einige Bemerkungen, welche die Redaction zur Beantwortung die Güte hatte, mir zuzuftellen. Herr Kohn scheint meine Auseinandersetzungen in der Kritik für die des Vers, der innarr angesehen zu haben, denn er will „das Werk einer Kritik unterziehen" und macht meine Aeußerungen zum Gegenstand derselben; darum will ich nur auf diese eingehen und lasse außer acht, was er über die Berechtigung einer vom Talmud abweichenden Auffassung über eine Mischnastelle, sagt; darüber hat er sich mit dem Verf. auseinanderzusetzen. Ich selbst habe auf das Bedenkliche der neuen Auffaffung des rmaen n« pepn px, entgegen Jeruschalmi und Babli, hingewiefen, suchte aber die Möglichkeit einer derartigen Auffassung aus innern Gründen zu erweisen, und zwar erstens aus dem Umstande, daß sonst das psp't p« in gar keinem innern Zusammen hange mit ven zwei andern Erschwerungen stünde. Herr Kohn entgegnete, das sei nicht nöthig, da nicht die Erschwerungen von L'"2 aufgezählt würden, sondern diejenigen, welche sich Rabbon Gamliel, der sich sonst nach richte, aus jener Schule augeeignet hätte. Nun müssen nothwendigerweise die drei genannten Erschwerungen nicht innerlich zusammenhängen, aber einleuchtender wird es doch, wenn ein Zusammenhang nachgewiesen werden kann; zumal hier doch nicht alles, worin R. Gamliel nach der Schule Schammais sich richtete, aufgezählt ist, wie z. B. der in Mischna Sabbat I, 9 berührte Fall. Zweitens wies ich darauf hin, daß in der Amoroimzeit noch eine andere als die schließlich vom Talmud recipirte Ansicht über diese Stelle eristirt haben muß, da ja der Referent über den Vorgang bei das pspn in ganz anderer Bedeutung anwendet. Wenn Herr Kohn Raschi's klare Erklärung dahin aufgefaßt wissen will, daß hier gemeint sei, ein oder mehrere heruntergefallene Glieder des Leuchters habe der Diener so wieder angebracht, daß das Oel zurückgeflossen fei, so wird mail diese Erklärung kaum ernst nehmen können, denn wenn brennende Lmchterarme abfallen, so gehen insgemein die Lichter aus, und dann läge in diesem Falle doch kein Grund vor, auf 722 tb*x hrnzuweisen. Vergl. auch Lit. Notiz in heutiger Beilage. > Vermischtes. Rom, 2o. Juli. Der neue Lchatzmimster 2uigi Lnzzati, der bekannte Nationalökoiiome, ist am 11. März. 1841 in Venedig geboren und stammt aus einer israelitischen Familie. Er stndirte in Padua i^taatsrecht wurde schon 1871 in die Kammer gewählt, wo er sich der Rechten anschloß. Er wurde llnterstaatssekretÜr im Handelsministerium und ans ihn, auf Branea und Ellena wird die Kündigung des Handelsvertrages mit Frankreich, bezw. die schutzzöllnerische Umgestaltuilg des italienischen Tarifs zurnckgcfübrt. Luzzati ist für die Schaffung von Volksbanken, Konsumvereinen und Hilsskassen nach dem Vorbildc von «Lchultze-Delitzsch eilige treteil Er iuar bereits im Kabine! Rudini von 1801 — 9.4 Schatzininister. Feuilleton. Auf des Lebens Köl)'. Erzählung von S. B. Rosner. 19) (Alle Rechte Vorbehalten.) Sie ermangelte mich nicht bei der nächsten sich darbieteudeu Gelegenheit in ihrer unverschämten Weise Helenen darüber Vorstellungen zu machen. „Es Ihm mir leid, Madmoiselle," erwiederte Helene trocken, „daß meine Verfügungen sich nicht Ihres Beifalls erfreuen, aber es bleibt trotzdem dabei. Ja noch nlehr, ich sehe nlich veranlaßt, auch Ihnen Ihre unbeschränkte Freiheit zurückzugeben. Sie erhalten voll mir eine jährliche Appanage, die Sie, an welchem Ihnen beliebigen Orte, immer ver zehren können." Hortense biß sich erbleichend mis die Lippen und schwieg. Sie fühlte instinktiv, daß die Zeit, wo sie sich lrngeahndet die größten Frechheiten erlauben durfte, für immerdar vorüber sei. Innerlich war sie wohl froh, daß sie eine Appanage erhalten sollte, denn schließlich bei aller aristokratischen Denkweise will man ja doch essen. Ihre Seele aber war von

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