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Der Israelit · 1896-07-23 · Heft 59 (23.7.1896) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 59 (23.7.1896)
Date
1896-07-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1121 WMWW MWWWWW Gegenwart nicht der Zukunft entgegensteuern will, die Gottes Weltplan vorgesehen hat. Die Kinder bekommen Respekt vor dem Religionsbuch, das mit vier Buchstaben dem mächtigsten Tagesgötzen, dem Zeitgeist, seine Macht und den Rimbus nimmt, vor dem sich die anderen sklavisch beugen. (Fortsetz.mg folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 20 Juli. Die Auswanderung aus Rußland nach Amerika, namentlich von russischen Juden, wurde, so schreibt man dem „Berliner Tageblatt" aus Stettin, bisher zwar auf Stettin dirigirt, indeß geschah der Weitertransport aus der Eisenbahn über Berlin nach Hamburg oder Bremen, um mit dortigen Schissen über See zu gehen. Um diese Transporte zu vereinfachen, soll aus Veranlassung des Ministers des Innern künftig die Auswanderung aus Rußland nach Amerika über Stettin mit direkten Dampfern der Hamburg - Amerikanischen Packetfahrt- Aktiengesellschaft bewirkt werden. Zur Organisiruug dieser Expedition ist kürzlich ein Kommissar des vorgenannten Ministers in Stettin anwesend gewesen, welcher mit dem Regierungspräsidenten konferirt rrnd die erforderlichen Maßnahmen bereits festgestellt hat. Danach ist die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt- Aktiengesellschaft, welcher der Transport über dem Ozean zufallen würde, veranlaßt worden, hier Baracken zu bauen, woselbst die Auswanderer eine Unterkunft finden. Die Baracken sollen so eingerichtet werden, daß in denselben 300 bis 400 Köpfe, nach Geschlechtern getrennt, nebst ihrem Gepäck je drei Tage und drei Nächte untergebracht, d. h. gespeist, verpflegt und logirt werden können. Die Hamburg-Amerikanische Packetsahrt- Aktiengesellschaft, welche dort ein Grundstück an der Unterwieck besitzt und schon jetzt alle vierzehn Tage einen Dampfer ihrer Linie nach New-Port erpedirt, bat sich bereit erklärt, zu obigem Behuse ein Grundstück, das bei den Petroleumbassins an der Parnitz gelegen und gerade für diesen Zweck sehr geeignet ist, anzukaufen. Sagair, 20. Juli. In einer gemeinschaftlichen Sitzung ves Magistrats und der Stadtverordneten wurde der neugewählte Bürgermeister der Stadt, Herr Simon, bisher Bürgermeister in Fraustadt, durch den König!. Landrath Herrn v. Reefe und Obischau in sein Amt eingeführt. Der Herr Landrath hob hervor, daß dem Herrn Simon der Ruf eines arbeitsfreudigen und arbeitskräftigen Bürgermeisters vorangehe, begrüßte ihn als Büger der Stadt als seine Aufsichtsbehörde und als Kollegen in der Leitung eines größeren Gemeinweses und überreichte ihm die Bestätigungsurkunde, rhn mit Handschlag auf seinen früher geleisteten Diensteid verpflichtend. Namens der Stadtverordneten-Bersammlung begrüßte ihn Herr Stadtverorneten-Vorsteher König, seitens des Magistrats Herr Beigeordneter Domänenrath Krausnick, beide die Versicherung abgebend, daß sie ihm das größte Vertrauen und die Bereitschaft treuer Mitarbeit entgegenbrächten. Herr Bürgermeister Simon dankte für all die Ehren- und Vertrauensbeweise und betonte, er sei ein Freund des offenen freien Wesens, ein Feind jeden Scheines und jeder Phrase; zu den verschiedenen politischen Parteibestrebungen werde er sich möglichst objektiv verhalten und stets nur das Beste zum Wohle der Stadt im Äuge haben. Er werde für seine Person auch bemüht sein, den konfessionellen Frieden in jeder Hinsicht zu wahren, sowohl den evangelischen als katholischen wie auch den jüdischen und andersgläubigen Einwohnern der Stadt gegenüber. Wie die Konfessionen im Reiche keinen Trennungsgrund sein sollten, so solle es auch im Kommunalleben sein, sonst kämen wir in mittelalterliche Zustände. Das Blümchen Antisemitismus solle hier keinen Boden finden und sich nicht zu einer übermüthigen Wucherpflanze entwickeln können. Er werde sich bemühen, ein wahrer Bürger und Vater der Stadt zu sein und bittet um die Unterstützung der Bürgerschaft und seiner Mitarbeiter. Nürnberg, im Juli. Schon lange lag mir sehr daran, über einen mich und gewiß auch die Leser des „Israelit" interessirenden Gegenstand Aufschluß zu erhalten, und ist es mir jetzt gelungen in Bezug aus denselben vollständig orientirt zu sein, und mir durch Inaugenscheinnahme volle Sicherheit über alles diesbezügliche Wissenswerthe verschafft zu haben. Bisher galt jede nicht unter Aussicht sabrizirte Ehokolade oder Cakaopulver als nicht m,vz, welche Ansicht ich nach meiner Ueberzeugnng als irrig hinstellen muß und zwar deshalb weil zur gauzell Ehokoladefabrikatiou fremdes Fett nicht verwendet werden kann. Die Eakaobohneu enthalten genügend soviel eigenes Fett als zur Fabrikation der Ehokolade nvthig ist. Was nun das Formen der Ehokolade betrifft, welcher Prozeß mittels Blechformen vor sich geht, so ist auch hier jede Verwendung voll Fett ausgeschlossen, da erstens diese Arbeit aus kaltem Wege bewerkstelligt wird und zweitens die Ehokolade durch Schmieren der Formen fleckig werden würde, diese müßte somit als minderwerthige Waare verkauft werden. Aber zur vol'sten Beruhigung und Hebung aller Zweifel möchte ich noch ansührell, daß durch deutsch. Reichsgesctz jeder Zusatz außer Eaeav und

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