Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 58 (20.7.1896)
- Date
- 1896-07-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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1XXTH Jahrgang. Beilage?n M M ürs „Israelit“. Volkes, darunter vielen Strengfrommen, vielen halben und vielen ganz Neuen. Alle drei Gattungen finden sich sowohl unter den deutschen, als unter den holländischen Juden. Von meinen Landsleuten hörte ich wiederholt Verschiedenheiten zwischen beiden Landarten heraussuchen, ich glaube aber nicht, daß der Unterschied groß ist. Äeußerlich sehen die Deutschen etwas gewandter, die Holländer etwas steifer aus. Die Deutschen sprechen etwas lauter und selbstbewußter, sind vielleicht hie und da besser geschult; die Feuilleton. Holländische Reisebriefe. VI. Mit der Feder in der Hand, vor dem offenen Fenster, angenehm umweht von der stärkenden Seeluft, denke ich darüber nach, was wohl von dem, was ich sah und hörte, den Lesern dieser geschätzten Ausstellung jüdischer Dörfer von Palästina in Berlin. (Vergl. Nr. 55, Erster Leitartikel, Erste Beilage).^ t. WML Gadarä-h.; Osfi Zeitschrift am Meisten der Andacht werth sein möchte. Was mir wichtig vorkommt, kann Anderen gleichgiltig erscheinen; aber als ehrsamer Briesschreiber habe ich mich nicht in Betrachtungen über welt-historische Begebenheiten einzulassen, sondern meinen eigenen einfachen Maßstab bei der Beurtheilung der Dinge anzulegen. Deßhalb also zu allererst Etwas von den Gästen, den jüdischen natürlich, mit denen ich hier bekannt wurde. S ch e v en i n g e u ist noch nicht in seiner eigentlichen Besuchs Blüthezeit. Die haute saison beginnt erst Mitte Juli und dauert bis Ende August. Man begegnet vielen Söhnen und Töchtern unseres Holländer sind mehr zurückhaltend, machen weniger tüchtigen, aber mehr soliden Eindruck. Als Juden sind sie. wie mir scheint, im Allgemeinen in größerer Anzahl religiös, als bei uns, obwohl vielleicht weniger tief und bewußt fromm. Das mag wohl aus dem historischen Umstande herrühren, daß bei uns der Streit zwischen Orthodoxie und Reform die Gegensätze zu schärferer Zuspitzung zwang, während in Holland dieser Streit eigentlich nie bestand. Daß in meiner jüdischen Scheveninger Umgebung alle möglichen Vorkommnisse aus der jüdischen Welt den Unterhaltungsftoff bilden, ist selbstredend. Vor Allem natürlich die sogenannte holländische Schechita- Frage, von der ich bereits in einem früheren Briefe