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Der Israelit · 1896-06-29 · Heft 52 (29.6.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 52 (29.6.1896)
Date
1896-06-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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••■V.-r.i'-r- ' '-'T 991 nana» hi» üo, ein antikes Synagogenbarett, ein kunstvoll geschnitztes Schofar, eine zum Thoravorleseu aus Philigranarbeit, ein Omer-Büchelchen aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, ein Mohel-Mefser mit kunstvoll getriebenem silbernen Stiel, ferner silberne Mesusah-Gehäuse, alte messingene Chauukaleuchter, Sederschüsseln,Besomimbüchseu sowie eine große Menge alter gestickter und gemalter Wimpeln, auch eine Reihe alter Schekel-Münzen, sowie die bekannten Durlacher'schen Radiruugen ans dem altjüdischen Leben, wovon der „Israelit" schon einige zum Abdruck brachte, finden sich dort. Allster einigen Megiloth illld Sifre-ThoraS liegt auch llvch ein Büchelchen dort aus, welches ailf dem Titelblatt die folgende Inhaltsangabe enthalt: „Neue frankfurter Judenkleider-Ordmlng, desgleichelt, wie es bei ihren Verlöbnissen, Hochzeiten und Beschneidullgen, Gevatterschaften und anderen Vorfällen hinführo soll gehalten werden. Aus dem Hebräischen in'S Hochdeutsche übersetzt von Johann Jacob Schutt Gymn. Eon. Rekt Frankfurt a. M. 1716. O. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. (l.) Turocy Szent Marion, 15. Juni. Nach einem Zeiträume voll elf Jahren, während welcher Zeit es hier Keinen Rabbiner gab, find lUlsere Gemeindemitglieder gestern endlich zusammengetreten, um sich einen neuen Oberhirten zll geben. Zum Rabbiner wurde Dr. M o r i z S ch w a r z gewählt. (P. L.) Sztrcpko 21. Juni. Unser Städtchen beherbergt jetzt eineil settelien Gast. Es ist dies R a b b i I e h e s k e l H alberst a nr m, Sohn des seiner großen Frömmigkeit ivegen fast lvie ein Heiliger verehrten Rabbi Meir Halb er stamm Rabbi Jeheskel, der in Siava als Rabbiner fuilgirt, ist das wahre Ebenbild seilles großen Vaters, dem er nicht nur in talmudischer Gelehrsamkeit, sondern auch in Frömmigkeit lind Gottesfurcht gleichkonnnt scharr Er wirrde hier lvie ein Fürst empfangen, Ulld ein Bandarium von jungen Leuten ritt ihm bei feiner Ankunft entgegen. Das Haus, wo der Fromnle hier wohnt, ist fast ben ganzen Tag von Besuchern umringt, die sogar meilenweit hierher kommen, mit den seltenen Gast begrüßen und sich seinen Segen erbitten zu können. Amerika. Philadelphia. Sonntag d. 24. Mai fand die fünfte Generalversammlung der Jewish Publicatiou Society im Tempel Keneseth Israel statt. Die Zahl der anwesenden Personen war verhältnißmäßig klein und es ist sehr zu bedauern, das sich auch hierbei wieder zeigt, daß man bei uns Juden eine sehr gute Werthschätznng für die Bedeutung der Wohlthätigkeit hat, aber leider viel zu gering denkt von dem ungeheuren Einfluß, den die jüdische Wissenschaft ausüben könnte. Die Jewish Publication Society hat trotzdem sie auf diese Indifferenz überall gestoßen ist, recht viel geleistet. Alles in Allem wurden nahezu 75000 Exemplare verschiedener Bücher in einem Zeitraum von 8 Jahren unter das Publikum gebracht. Zur Zeit hat die Gesellschaft einen Preis von 1000 Dollar für eine gute Jugendschrift ausgesetzt, weil es auch in America gerade daran am meisten fehlt. Außerdem ist eine neue englische Bibelübersetzung in Vorbereitung. Die Einnahmen der Gesellschaft beliefen sich in einer zweijährigen Periode auf rund 120000 M., die Ausgaben auf rund 100006 M. die Fonds auf circa 90000 M. Die Zahl der Mitglieder betrug 3218. A s i e n. (PI Taschkend, im Juni. Roch vor fünfunddreißig Jahren war unsere Stadt ein unansehnlicher Ort, in dem sich nur lvenige Juden befanden. Da Taschkend damals zum Ehanate Bokhara gehörte, so residirte hier ein Beg (Statthalter), der über das Leben und Vermögen der Juden nach Belieben verfügen konnte, und so brandschatzte er dieselben in der herzlosesten Weise. Auch die durchreisenden Juden entgingen nicht seiner Habgier, und da dieselben zumeist Hausirer waren, so ließ er ihnen gewöhnlich einen Theil ihrer Maaren angeblich als Durchfuhrzoll rauben. Selbstverständlich mußten auch hier die Juden eineil Strick um den Leib tragen, durften kein Reitthier benützen und andere Verationen mehr. Nach dem Einzüge der Russen hier nahm die Anzahl der Juden in unserer Stadt täglich zu und heute eristirt schon eine ansehnliche und wohlhabende Gemeinde, deren Mitglieder einen ausgebreiteteu Handel selbst bis nach China und Afghanistan betreiben. Auch eine schöne Synagoge besitzt dieselbe in der, wie in allen Gemeinden Mittelasiens, nach sephardischem Ritus gebetet wird. Die einheimischen Juden sprechen hier zumeist Persisch oder Sartisch (Osttürkisch). v* Vermischtes < Berlin Behufs „Einverleibung" haben sich die Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Eharlottenbnrg mit einer Eingabe an die Berliner Gemeinde gewandt und ihre Synagoge gegen llebernahme der Hypotheken angeboten. .l. Barmen, 23. Juni. In voriger Woche fand hier die Beerdigung des kath. Dechanten und Ehrendomherrn Meitloch von hier statt. Bei dem Leichenbegängnisse, rühmte Herr Weihbischof Dr. Fischer aus Cötn besonders die Tugend des Verstorbenen, „daß er sich nie betheiligt habe an dem Unrecht am deutschen Volte, die Konfessionen gegen einander zu verhetzen". Derselbe Dr. Fisch r sprach auch im vorigen Jahre mir gegenüber seinen Abscheu gegen den Antisemitismus aus.

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