Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 52 (29.6.1896)
- Date
- 1896-06-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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990 merksamem Ohr von uns hingenommen werden muß, wenn wir sie uns unverlierbar mit all' den Segnungen aneignen wollen, die von ihr unzertrennlich sind. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hamburg, 24. Juni. Ein hervorragender Mann aus unserer Gemeinde ist dahingegangen, ein Mann, der in jüdischen Gelehrtenkreisen ebenso bekannt und anerkannt, wie er in der kaufmännischen Welt angesehen gewesen, dessen Namen als Wohlthäter und Förderer gottgefälliger Unternehmungen überall weit über unsere Vaterstadt hinaus in Deutschland sowohl wie in Rußland und nttnnpn px rühmlichst genannt worden ist. Herr Sally L e w i s o h n Sn nSn i-i-rrr ntre vn nrSt? '"i “irnn früher Chef der einst weitberühmten von ihm mit seinem verstorbenen frommen Bruder Sem von kleinen Anfängen zu hohem Ansehen gebrachten Firma S. Lewisohn jr., ist im Alter von 84 Jahren zu seinen Vätern versammelt worden. An ihm verlieren viele Institute und cern ’ToSn ihren Förderer und ihre Stütze. Eine Reihe von Jahren gehörte der Verstorbene dein Gemeindevorstande an, als dieser noch mit anderen Rechten und Priviligien, welche mit der modernen Gesetzgebung gefallen, ausgestattet gewesen; damals stand er als Cultusparneß dem sel. Oberrabbiner Stern yjft treu zur Seite und mit ihm gemeinsam hielt er die Stürme und Gefahren ab, die bei der Reorganisation der Gemeinde in den Jahren 1863—67, als sich der Cultus von der Gemeinde trennte, dem sich constituirten Synagogen-Verband drohten. Auch letzterem hielt er seine bewährte Erfahrung als Vorsitzender zur Verfügung, bis er sich vor etwa zehn Jahren wegen Gehörleiden von Geschäft und Aemtern zurückzog. Sein Haus war ein echt jüdisches nnnS irre und seine offeneHand bot vielen Bedrückten und Gebeugten Aufrichtung und Stütze. Der Hochachtung aller seiner guten nno und den Empfindungen über den Verlust, den seine Familie, die Gemeinde Sx^L" ri'2 Sn durch sein Hinscheiden erlitten, gab Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Hirsch v,j naä) der mns im Sterbehause (Jungfernstieg) beredten Ausdruck, wobei der verehrte Redner, anknüpfend an die in der n*ns vorkommende Erzählung von dein Hinscheiden des ersten Hohenpriesters pnx rx 02*7 pnx r: r nnyn Sr ixt: Sx'w" rrr Sr 2'? rrnSn und die betreffende Talmudstelle, in erhebender Weise das Lebensbild des Verewigten schilderte, wie er es gewesen, der gegen ein vor Jahren geschehenes Sittenverbrechen der Wiederverheirathung einer trx nsrx im Jeschurun lauten Protest erhob, der die Nothwendigkeit eines orthodoxen Rabbinerseminars in Berlin miterkannte und dieses materiell sowohl, wie auch mit seiner geistigen Kraft als bis zu seinem Ende unterstützte, der z. Zt. aus eigenen Mitteln (ea. 40,000 M.) der Talmud- Thora ein zweites Schulhaus gebaut und im eigenen Hause eine Synagoge gehalten, der er als kundiger xnpi pn Vorstand. Der Redner gedachte noch des herben Verlustes, den der Verewigte im vorigen Jahre durch den Tod zweier verheiratheter Kinder erlitten, er war gebeugt, aber wie pnx, welcher bei gleichen: Schicksal keine Klage ertönen ließ pnx enn, so schmieg auch er und war pnn nx pHxo. „Ich lege den Dank der Gemeinde und den weinigen, als Freund auf diesen Sarg, mögest Du Sally Lewisohn, dein wir alle ein dankbares und gutes Andenken bewahren, gleich pnx in lichten Höhen py prr;r:pnajm cpynsn Six den Lohn empfangen für Dein irdisches Wirken "in wn-> xim, so schloß der geniale Redner seine tiefempfundene Trauerrede. — Herr H. &ompexp sprach noch sehr schön im Aufträge des Synagogen-Verbandes und legte seinem ncon den pes aus dem Wochenabschnitte men per ppnx nm ne tbo zu Grunde. Mit der Erinnerung. daß unser Freuud vor etwa vierzig Jahren „in Erkenntniß des Bedürfnisses zur zeitgemäßen Veredelung des Gottesdienstes, den privaten Synagogen-Verein gründen half", dürste Herr G. dem Verstorbenen keinen Gefallen erwiesen haben. Der Leichencondukt aus zahlreichen Wagen und tausenden Fußgängern bestehend, bewegte sich, um die Talmud-Thora und Haupt-Synagoge passiren zu können, auf einem kleinen Umwege zum nerpn ne Ottensen, woselbst der Verstorbene vor langen Jahren in weiser Voraussicht sich zwei Plätze gekauft hatte rnex Sxx rrtrS cnxS P ne. Herr Dr. S. P. Nathan '"j sprach hier noch Namens des Lernvereins pp*" Stnx, dessen Förderer und Vorsitzender Sally Lewysohn gewesen, resumirte nochmals die hervorragenden Eigenschaften des Mannes, dessen irdische Hülle wir nunmehr der Erde, aus der sie geschaffen, übergeben; wie er, obgleich in jeder Beziehung unabhängig, imiuer bescheiden gewesen, und wenn es auch zuweilen harte Worte waren, die er angewendet, so waren sie stets wahr und ans innerster Ueberzeugung stammend, aus ihn sei anzuwenden reSs x-2 -jSx e bj ncy nrx e jn xex xS. Nunmehr wurde von der p n der jrx geöffnet und dem Verstorbenen px -127 Sxie", die er sich zumeist selbst gesammelt hatte, mitgegeben, rvorauf die nerp erfolgte, er eenx -ibsi. .rrraün München, 26. Juni. Die die hiesige Stadt besuchenden jüdischeil Fremden seien auf eine Ausstellung alter jüdischer Gegenstände für Eultuszwecke im hiesigen Nationalmuseum aufmerksam gemacht. Dieselbe enthält u. A. ein in Silber getriebenes