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Der Israelit · 1896-06-25 · Heft 51 (25.6.1896) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 51 (25.6.1896)
Date
1896-06-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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972 eine nttM» verurtheilen oder in Mißcredit bringen zu wollen, aber hier wurde es der Keim zur erwähnten Klatschgeschichte. In Rotterdam wirken auf allerlei Gebieten nichtholländische Einflüsse, die von Anfang sich nicht mit den holländischen vertragen konnten. Die Eigenthümlichkeit mancher Deutschen, die ich im Anfänge dieses Briefes flüchtig erwähnte, stehf hier in reichster Blüthe. Die pin rip'12-Frage bot die erste Handhabe, über die holländische nö nr böse zu sprechen, die Erschwerung wurde zur Nothwendigkeit erhoben, und der erste Schritt war gethan. Ein zweiter Umstand konnnt hierzu. Wer die holländischen Verhältnisse nicht kennt, weiß nicht — wie ich Gelegenheit hatte mich zu überzeugen, — daß Metzgerdetailgeschäfte von größerem Umfange, mit feineren christlichen Kunden, bedeutend gesundere Thiere einkaufen, als kleinere Metzger und E n g r 0 s-G e s ch ä f t e. Wo Erstere überwiegend sind, ist die „wviv-Percentage" enorm geringer, als da wo Letztere überwiegen, dadurch entstehen frappante Unterschiede unter verschiedenen Umständen und nach verschiedenen Gegenden und Zeiten. Dies Alles scheint man absichtlich oder unabsichtlich außer Acht gelassen zu haben, vielleicht war man auch nicht genügend orientirt, und von unlauteren Helfershelfern wurde Manches noch dazu erdichtet. Der Klatsch wurde verbreitet. War man schon früher geneigt, die holländische Schechita zu discredrtrren, so wurde dies noch ärger, als ein Russe, der im Haag als tsrnv ankommen wollte, für nicht fähig genug befunden wurde und deshalb fort mußte. Schade nur, daß Mancher in Deutschland und Oesterreich sich dadurch irre führen ließ. Schade auch, daß die holländischen Rabbiner dem Geschwätz nicht entgegen traten. Aber die Holländer sind etwas schwerfällig und wie mir scheint, manchmal auch zu stolz; sie schreiben und sprechen nicht viel in's Ausland hinein. Ob es hier am Platze war und ist? Und so haben Nichtholländcr es geschickt ausposaunt, die holländische Schechita sei unzuverlässiig, Klatsch, unwahrer Klatsch! Die Schochetim in A m st e r d a m und in H a a g (über andere habe ich mich nicht erkundigt) sollen ausgezeichnete, echte Jehudim sein und grunderfahrene Schochetim. (Ein früherer miv im Haag, körperlich weniger zuverlässig, wurde vom jetzigen Oberrabbiner beseitigt.) Die Oberrabbiner sind tüchtige jüdische Männer und Gelehrte, auf die man sich verlassen kann, und auf die das ortbodoxe Judenthum stolz sein darf. Die nv'rw ist gut. Jeder Jehudi kann mit den strengsten Ansprüchen ruhig von der holländischen Schechita essen, namentlich an den größeren Plätzen. Aber entschuldigen Sie, Herr Redacteur, durch die noriff ist der Brief etwas groß geworden. Nächstens ein anderes Thema. B. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hamdurg, 17. Juni. Der Israelitische Stellenvermittelungs-Verein zu Hamburg hielt am Donnerstag den 11. Juni, Abends 8^, Uhr, im Hotel Continental feine diesjährige Generalversammlung ab. Nach Eröffnung der Sitzung wurde das Protokoll der vorjährigen Generalversammlung verlesen und genehmigt. Sodann ergriff der Vorsitzende das Wort zu einem kurzen Geschäftsbericht, und betonte zunächst, daß das Resultat der Besetzung von Handwerkerstellen, welcher der Verein ebenfalls seine Slufmerksamkeil widme, leider ein schlechtes sei, was hauptsächlich daran liege, daß zu wenig Gesellen vorhanden seien, denen an der Heilighaltung des Schabbos gelegen sei. Dagegen sei als erfreulich hervorzuheben, daß der Düsselvorfer Verein, welcher sich speziell mit Erziehung von Handwerkern unter Heilighaltung der Feiertage befasse, recht gute Resultate bis jetzt erzielt habe. — Was unsere Besetzung der kaufmännischen Stellen anbelange, so sei diese im Vergleich zum vorigen Jahre etwas zurückgegangen, was einerseits an den schlechten Geschäftsverhältnissen, andererseits aber hauptsächlich daran liege, daß die Kenntnisse der meisten bei uns gemeldeten Bewerber in den weit an meisten Fällen, den geforderten Ansprüchen nicht genügen; dadurch geschehe es, daß die von dem Verein den Herren Chefs unterbreiteten Offerten, sehr häufig als gänzlich unbrauchbar zurückkommen. — Leider sei dies eine traurige Erscheinung, und deßhalb müßten diejenigen jungen Leute, welche sich dem Kaufmannsstande widmen wollen, wiederholt darauf hingewiesen werden, sich möglichst viel Wiffen, namentlich Sprachkenntnisse, welche besonders für beffere Geschäfte heutzutage durchaus erforderlich sind, anzueignen. — Von 256 bei uns gemeldeten Vacanzen, für die 145 Bewerber vorhanden waren, wurden 44 besetzt, und zwar 29 Commis und 15 Lehrlinge, von den Bewerbern haben 62 ihre Bewerbung wieder zurückgezogen, so daß also 39 Bewerber gemeldet bleiben. Unerledigt waren am Schlüsse des Geschäftsjahres noch 21 Commis- und 41 Lehrl in g svacanzen, für die, wie bereits er-

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