Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 51 (25.6.1896)
- Date
- 1896-06-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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967 amliren wollen, welche auf diese Weise profanisirt ist, hat dieser statistische Ausweis besonderen Werth. Das ganze schließt mit einem Anhang: Behördliche Entscheidungen und Verordnungen, die ebenfalls reich an aktuellem Interesse sind. Wir werden wiederholt Gelegenheit haben auf dieses treffliche Buch zurückzukommen, und können uns daher für diesmal mit dieser Ankündigung begnügen. Hannover, im Juni. Die Klagen der hiesigen israelitischen Gemeindebeamten gegen die Behörden wegen zu hoher Heranziehung zu den städtischen persönlichen Abgaben enden jetzt regelmäßig mit Abweisung derselben, so in letzter Zeit wieder die des Sekretärs der hiesigen Synagogengemeinde. In der Urtheilsbegründung wurde ausgeführt, daß zufolge einer königlichen Verordnung vom Jahre 1867 die königlichen und städtischen Beamten der neuen Provinzen denen der altpreußischen Provinzen gleichzustellen sind; in letzteren sind aber nach dem geltenden Landrecht die Beamten der Synagogengemeinden nicht von der Zahlung der Hälfte der Abgaben befreit. HaMvttvg. Dem Bericht des „Altenhauses" der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg für die Jahre 1891—1895 entnehmen wir: Die Zahl der in der Anstalt wohnenden Pfleglinge betrug während der fünf Berichtsjahre: 1891 23, hiervon 12 männl. und 11 weibl. 1892 21, „ 12 9 1893 22, „ 12 „ 10 „ 1894 22, „ 11 ff 11 n 1895 21, „ 10 „ ff 11 1892 „ 16,122.58, 1893 „ 17,598.73, 1894 „ 16,804.11, 1895 .. 16,393.16, Die Gesammtkosten betrugen im Jahre 1891 M. 18,419.46, mithin pro Pflegling M. 837.25 „ „ 806.13 „ ., 799.94 „ „ 763.82 „ 745.14 Da mit der jetzt im Altenhause befindlichen Anzahl von 22 Pfleglingen sämmtliche für dieselben bestimmten Räumlichkeiten besetzt sind, tritt von Jahr zu Jahr immer dringender die Nothwendigkeit an uns heran die geplante Vergrößerung der Anstalt in Angriff zu nehmen, zumal der Vorstand zu seinem großen Leidwesen gezwungen ist, die zu der Aufnahme eingehenden Meldungen zum weitaus größten Theil unberücksichtigt zu lasten, was demselben um so schwerer fällt, als sich unter den Anmeldungen die Gesuche zahlreicher Petenten befinden, welche nach Würdigkeit und Bedürftigkeit durchaus den Anspruch hätten der segensreichen Wirkung unseres Instituts theilhaftig zu werden. Um die Ähnlichst erstrebte Erweiterung des Altenhauses vornehmen zu können, hat der Vorstand bereits vor einer Reihe von Jahren den dem Altenhause benachbarten, Ecke der Louisenstraße und des Kasernenweges belegenen Platz erworben. Der im Jahre 1889 errichtete Baufonds betrug Ende des Jahres 1895 M. 57,181.80. Diese beträchtliche Vergrößerung des Fonds, wozu in erheblichem Maße das uns aus dem Nachlaß des unvergeßlichen Edwards zugegangene Legat von M. 30.'OO. beigetragen hat, verdanken wir dem Edelsinn wohlthätiger Mitbürger, insbesondere haben wir unserem Vorstandsmitglieds Herrn S. Weil unseren aufrichtigsten Dank dafür auszusprechen, daß er uns Namens seiner und seiner Ehefrau im Jahre 1893 M. 5000.— für die Zwecke des Baufonds überwiesen hat. Dessenungeachtet aber müffen wir leioer auch jetzt noch gänzlich davon Abstand nehmen lediglich auf Grund der vorhandenen Mittel einen Neubau in Angriff zu nehmen. Der Vorstand kann daher nicht umhin an alle wohlthätigen und edlen Herzen die Bitte zu richten, unserer Anstalt, von deren segensreichen Wirkungen sich ein Jeder durch Besuch des Hauses gern überzeugen möge, Stiftungen, Geschenke oder Jahresbeiträge zuzuwenden, damit derselbe baldmöglichst in die Lage versitzt wird, die von so vielen wahrhaft würdigen und bedürftigen Personen, denen in Folge Raummangels die Thore unserer Anstalt bisher leider verschloffen bleiben mußten, ersehnte Vergrößerung des Altenhauses beschaffen und hiermit ein Werk der reinsten edelsten Menschenliebe vollenden zu können, zumal da es ^unseren Glaubensgenoffen so sehr erschwert wird in nicht specifisch jüdischen Stiftungen Unterkunft zu finden, ganz abgesehen davon, daß ihnen dort nicht die Gelegenheit wie im Altenhaus geboten wird den rituellen Vorschriften der mosaischen Religion nachleben zu können. Die Zahl der jährlichen Kontribuenten betrug: Ende 1891 403 mit M. 3946.— Jahresbeiträgen „ 1892 404 „ 3974.— „ 1893 385 „ 3729.— „ 1894 461 „ 4498.— „ 1895 490 „ 4770.— Im Jahre 1891 ist durch Zahlung von M. 15,000.— in Veranlassung des 7O-'ährigen Geburtstages der Frau R. I. Meyer Wwe. eine Zimmerstiftung zugewandt worden, im Jahre 1892 desgleichen durch Zahlung von ebenfalls M. 15,000.— abseiten des inzwischen verstorbenen Herrn E. Z. Michael und seiner Ehefrau und ferner von einem Wohlthäter, welcher ungenannt zu sein wünscht, zu demselben Zwecke der gleiche Betrag. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Lemderg. Der „Lemb. Jsr." schreibt: Wir haben es bereits gerügt, daß die Rabbinen unserer Gemeinde als Candidaten für den Gemeinderath aufgestellt wurden, da unserer Ansicht nach dieselben nur für das geistige Wohl ihrer Gemeinde zu sorgen, sich aber durchaus nicht in politische und administra-