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Der Israelit · 1896-06-22 · Heft 50 (22.6.1896) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 50 (22.6.1896)
Date
1896-06-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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951 Herr Lehrer O berd orf er in Archshofen, das Wort und drückte seinen und der Familie Schmerz in tiefgefühlten Worten aus Zum Schluffe sprach noch ein anderer Neffe, Herr Simon Kohn aus Nürnberg unter Anwendung von Bibel- und Talmudstellen seinem herben Schmerz in den ergreifendsten Worten Ausdruck verleihend. Da die Nacht bald hereinbrach, so mußten sich die Redner kurz fasten. So konnte man auch hier sagen, an ct* -du an bv neo.-o um iko, aus der ganzen Trauerfeierlichkeit konnte man erkennen, daß ein bru pMix zu Grabe getragen wurde, besten Andenken ein stets gesegnetes sein wird. nm:6 pns *oi! Schweiz. Aus Ver Schweiz. Wer, wie Schreiber dieser Zeilen, seit Jahren regelmäßig die Schweiz besucht, muß freudigen Herzens die Thatsache konstatiren, daß sich für wahrhaft jüdisches Leben und Streben doch ein erfreulicher Umschwung zum Bessern zeltend macht. Ich finde die Beweise für diesen Umschwung nicht in der numerischen Vergrößerung der Großgemeinden, nicht in ihrer zum Theil musterhaften Verwaltung, ihren Synagogen mit und ohne Kuppeln und Hypotheken, nicht einmal in den Predigten ihrer Prediger, ihren Orgeln und Chören, sondern lediglich in dem unverkennbar neu erwachten Sinn für das Studium unserer heiligen Thora, besonders bei der Heranwachsenden Jugend. Ich war freudig überrascht in Basel einen solchen jungen, wackeren Verein zu finden, der den Namen Schomre Thora führt und seine Mitglieder einige Mal in der Woche zum Lernen versammelt. Ein jolcher Verein wäre an diesem Orte noch vor wenigen Jahren geradezu undenkbar gewesen. Es bedurfte einer mehr als zehnjährigen, hingebenden unermüdlichen Thätigkeit oes Rabbiners Dr. Cohn, um den Boden für einen solchen Verein urbar zu machen. Es mußte erst eine junge Generation erzogen und für derartige Bestrebungen herangebildet werden und dies ist auch in erfreulicher Weise gelungen. Das Gros der Gemeindemitglieder gehört allerdings nicht in seinem praktischen Leben dem überlieferten Judenthum an. Aber der junge Verein erfreut sich nichtsdestoweniger der thätigen Sympathien innerhalb der Gemeinde. Dieselben bekunden sich in zahlreicher Mitgliedschaft, in wesentlichen Spenden, die dem Verein aus der Gemeinde zufließen. Für seine Versammlungen und Leruvorträge ist dem Verein von Seiten der Gemeinde ein Lokal überlassen. Doch ist derselbe im Begriffe schon in den nächsten Wochen ein ständiges Bes Hamidrasch zu eröffnen, das Jedem jederzeit zur Verfügung steht. (Vergl. Notiz Basel unter Vermischtes.) Dastelbe ist in Zürich der Fall, wo sich unter zahlreicherer Betheiligung eine min nc^n man konstituirt hat. In Basel stehen wenigstens die offizielle Gemeinde und ihre Institutionen auf dem Boden des überlieferten Judenthums, während sich die Züricher Gemeinde zum Reformjudenthum öffentlich bekennt. Es braucht daher nicht erst gesagt zu werden, daß Bestrebungen, welche dem Lernen der Thora gelten, von Seiten der offiziellen Gemeinde keine Förderung zu erwarten haben. Die Initiative zu diesem schönen Verein ging denn auch von der Religionsgesellschast aus, in deren Synagoge sich die Mitglieder ebenfalls einige Male in der Woche zum Lernen versammeln. Die unmittelbar geistige Anregung zur Gründung dieses Vereins ging von dem jungen Rabbiner der Religionsgesellschaft Herrn Dr. Kornfein aus, der sich die gedeihliche Fortentwickelung des Vereins mit sichtlichem Erfolge angelegen sein läßt. Die beschlossene Auflösung der Religionsgesellschaft, über die wir ein anderes Mal ausführlich berichten werden wird auch diesen Verein nöthigen sich ein eigenes Lokal für seine Versammlungen und Vorträge zu beschaffen. Es erscheint schon heute hinlänglich gefestigt, um mit Sicherheit annehmen zu dürfen, daß das Eingehen der Religions-Gesellschaft, nicht von nachtheiligen Folgen für den Verein begleitet sein wird, vorausgesetzt, daß es ihm gelingt, sich seinen geistigen Mittelpunkt in der Person des Herrn Dr. Kornfein zu erhalten. Dies scheint zur Zeit allerdings in hohem Grade zweifelhaft. Die mittelbare Anregung zu diesen Bestrebungen ging an beiden genannten Orten von der nahe gelegenen Gemeinde Baden aus. Dort besteht schon seit ca. 10 Jahren ein derartiger Verein unter dem Namen nüDKn a','p m:n. Derselbe versammelt sich allabendlich unter der L.itung des Rabbiners Herrn D r. E h r m a n n zum gemeinschaftlichen Lernen von Tny yn» und iwon rms, während fortgeschrittene Mitglied.r bei dem Vereinslehrer Herrn Aloys Schweiger tnojj lernen. Dank der Munisicenz der Herren Gebrüder Lang besitzt der Verein schon seit I rhren ein Tag und Nacht offen stehendes Beth-Hamidrasch, das fleißig benützt wird. Leider erweist sich bei der stetig wachsenden Betheiligung das Beth-Hamidrasch viel zu klein, was sich in der heißen Jahreszeit besonders fühlbar macht. Eine Vergrößerung derselben wäre sehr zu begrüßen. Auch die vorhandenen d^cd erweisen sich bei dem regen Verkehr das.lbst als nicht genügend. In dem benachbarten Elsaß und vielleicht in der Schweiz selbst finden sich im Privatsitz noch vielfach tmsD aus jener Zeit, in welcher die Thora noch heimischer in den jüdischen Häusern war. Aus falscher Pietät lasten die Eigenthümer diese heiligen Schriften oft lieber von Würmern und Motten zu Grunde richten, als daß sie dieselben ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben, damit daraus etwas gelernt werde. Es bedarf

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