Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 50 (22.6.1896)
- Date
- 1896-06-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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950 den Lehrern an öffentlichen Schulen. Als solche sind zu betrachten: a) die definitive Anstellung des Lehrers seitens der Gemeinde nach dreijähriger befriedigender Amtsthätigkeit an ein und derselben Stelle. b) Feststellung eines angemessenen Ruhegehalts bei eintretender Dienstunfähigkeit des Lehrers nach Maßgabe der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen. o) Fürsorge für die Hinterbliebenen des Lehrers. Es ist nicht zu verkennen, daß bei Ausführung dieser Vorschläge besonders kleineren Gein"inden nicht unerhebliche Opfer zugemuthet werden; allein wir glauben, daß dieselben schon aus den obenangeführten Gründen sich dieser Pflicht nicht entziehen dürfen, und die Leiter des Vereins gehen jedenfalls nicht fehl, wenn sie voraussetzen, daß da, wo eine jüdische Privat-Elementarschule besteht, der jüdischen Gemeinde aus der Kommunalkasse Zuschüsse bezw. Steuernachlässe gewährt werden, die einen großen Theil der jüdischen Gemeindesteuer decken. Dazu kommt noch, daß der Deutsch-israelitische Gemeindebund bedürftigen Gemeinden Beihilfe zuwendet. Schneidemühl, 15. Juni. Wie der „Graudenzer Gesellige" in Nr. 138 berichtet, hat sich der Zahnarzt Ahrenfeldt hier, Sohn des früheren Predigers Ahrenfeldt aus Lötzen O.-Pr. taufen lassen. Ahrenfeld jun. besuchte das Gymnasium bis zum Abiturienten und wurde die ganze Zeit hindurch von gutherzigen Israeliten unentgeltlich besperst, weil jeder sich sagte, die Herren Gemeindebeamten haben selten so viel übrig, um Pension zu zahlen, schließlich wurde derselbe durch Stipendien und opferfreudige Glaubensbrüder und Glaubensschwestern im Studium unterstützt. Nachdem A. sein Examen als praktischer Zahnarzt bestanden hat, ließ er sich hier nieder und wurde auch von seimn Glavbensgenossin, so viel es thunlich, gefördert. Aus dankbarem Herzen brachte er es fertig seinen Mantel umzudrehen. — Wo bleibt da die Moral? Würzburg, im Juni, „p 1L m-oa nDni Zuversichtlich bei seinem Tode ist der Gerechte." Die Wahrheit dieses Spruches empfanden wir bei dein Hinscheiden eines edlen, in Frömmigkeit und Tugend wandelnden Mannes, des Vsn ipv-ipp'm nito »an dahier, der am 14. t>. seine irdische Laufbahn im 73. Lebensjahre beendete. Mit ihm ist ein Mann aus unserer Mitte geschieden, dessen ganzes Leben im ".i maiy, auf das eine Ziel hingerichtet war, in der Scheideftunde einmal init Zuversicht in das andere Leben Hinüberblicken und sich sagen zu können: „Ich habe nach meines Gottes Willen gelebt, habe meine Schuldigkeit al« 'iw und als Mensch gethan." An den drei Grundpfeilern der sittlichen Wellordnung festhaltend, fand er in der Erfüllung der göttlichen Gebote seine ganze Lebensaufgabe. So war er von Jugend auf dem p*nn i vH zugethan und brachte es durch seine mmn nar«, durch seine eifrige angestrengte Bemühung um das Verständniß derselben, durch seine wahrhafte nvLH mm zu sehr anerkennenswerthen Resultaten, die ihn zu einem m*n p im besten Sinne des Wortes machten. Um seinem Verlangen nach mm besser genügen zu können, verließ er vor 20 Jahren seine Heimathsgemeinde Tauberrettersheim und siedelte hierher über, nach dem Rathe wie er sagte, min v'pv^ nYj ' n, nicht aber um die Annehmlichkeiten des Stadtlebens zu genießen; denn nichts lag ihm ferner als das Verlangen nach Wohlleben, nach einem Genüsse über das Lebensbedürfniß hinaus. Auch zog er sich vom Geschäftsleben zurück, mn ganz dem mm und der rrpay zu leben. Diesem seinem edlen Vorsatze kam er treulich nach; da blieb keine Gelegenheit zum „Lernen" unbenutzt und in der NmnsD"#, wie im new \ars- Verein war er einer der regelmäßigsten Theilnehmer. Der Pflicht der rrnay kam er nicht nur durch sein regelmäßiges Erscheinen bei “>asn nbßn dreimal täglich und durch seine ."Hvnn py nach, sondern er stellte seine Fähigkeit als naaa viele Jahre hindurch seiner Heimathgeme.inde unentgeltlich zur Verfügung und versah sogar die nmn? dort, ohne irgend welches Entgelt. In gleichem Maaße oblag er der Pflicht N"a bw omob ra o"r6 pa; er war ein sehr thätiges Mitglied der rva bv toan, stand jedem gern mit Rath und That bei, gab reich npix und schloß sich allen wohlthätigen Zwecken bereit- und opferwillig an. So lebte der Mann stets mit Gott und für die Welt, wobei ihm seine fromme, gleich edelgesinnte Gattin freusig und ermuthigend zu Seite stand. Die außerordentliche Theilnah'ue an dem Leichenbegängniffe legte denn auch Zeugniß ab von der Anerkennung und der allgemeinen Achtung, deren sich der Verblichene zu erfreuen hatte und die an der Bahre desselben gesprochenen Worte gaben beredten Ausdruck davon. Im Hause sprach zuerst Herr Seminarlehreer Weißbart, von der Entwerfung eines Gesammtbildes absehend, hauptsächlich von dem mpas des Dahingeschiedenen, das sich in dem nnroa pipivi p'inv kundgab. Hernach sprach Herr Seminarlehrer Schlenker ergreifende Worte und hob die große Bescheidenheit des Betrauerten, seine echte Frömmigkeit und seine Abneigung gegen alles religiöse Grübeln hervor. Am Grabe auf dem Friedhose zu Höchberg hielt Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger dahier die Trauerrede. Tief ergriffen, entrollte er ein herrliches Bild von dem Leben und Wirken des Entschlafenen. Hierauf nahm der Reffe des Dahingeschiedenen,