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Der Israelit · 1896-06-18 · Heft 49 (18.6.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 49 (18.6.1896)
Date
1896-06-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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926 Mahnung aber möchte diesen Wunsch unterdrückt sehen und legt daher die Erwägung nahe, wie der Kampf mit Mangel und Sorge, die Gott den treuen Jüngern seiner Thora beschieden hat, gewiß nicht das letzte Mittel ist, die eigene, sittliche Vollkommenheit zu fördern. Dein Tisch ist größer als der ihrige. Ihren Tisch versorgen Hausmeister, Beamten, Pagen und Diener aller Art, aber Deinen Tisch deckt Gott selber, irrva -op TJ *pü, daß und wie Gott seinen Frommen ihre Nahrung gibt, ist der Beweis für das Band das zwischen Ihm und Ihnen besteht, (Psalm 111, V. 5.) Sollte aber jemals der äußere Glanz der Königskronen und die bescheidene Stellung der Thorakrone Dich über ihren wahren Werth täuschen, so weist zum Schluß unser Spruch auf den großen Arbeitgeber hin, in deffen Dienst der Thorabefliffene sich weiß. Das Wort dieses Arbeitgebers, das an unzähligen Stellen der Thora ihren Jüngern den Lohn ihrer Hingebung zusichert, ist hinlänglich bewährt, um jeden Zweifel von vornherein auszuschließen. Wie kärglich auch Dein Tisch gedeckt sein mag, wie glänzend auch Fürstentafeln dagegen prunken, wie sehr der Spott und Hohn Deiner Umgebung aus diesem Gegensatz seine Waffen gegen dich schmiedet: „Gott wird mir den Tisch decken allen diesen meinen Feinden gegenüber. Du wirft mit Oel, diesem Zeichen des Wohlstandes, mein Haupt salben und mein Kelch fließt von seiner reichen Fülle über. Nur Gutes und Liebes wird mich erreichen alle Tage meines Lebens, wenn ich einst heimkehre ins Gotteshaus für die Dauer aller Zeiten (Ps. 23, V. 5. 6.) -so singt ein no»*? mina poiy, der auch die Königskrone irdischer Majestät auf dem Haupte trug, rrfi >dd fm lotsa ruan nna tu?ri^ ud1? *]nj?n — D’D* fw* rvaa raten **n »»’ b uis'rv nom wv “jn . na*ff i? tbvntr "jnDttbn fyo pwi (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 15. Juni. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erklärt die Angabe der „Freisinnigen Zeitung", daß nicht der Justizminifter, sondern der Ministerialdirektor sich über die Anstellung der jüdischen Richter geäußert habe, ebenfalls für erfunden, ebenso die Angabe des gleichen Blattes über eine Judenliste im Justizministerium, laut welcher nur 5 pCt. der jüdischen Rechtsanwälte in Berlin zum Notariat zugelaffen werden, für unrichtig. Ueber die Justizbeamten, wie über alle andern Beamten werden Personallisten geführt, welche deren vollständiges Nationale, also auch Angaben über ihre Religion, enthalten. Berlin. Die „Berliner Gesellschaft zur Beförderung des ChristenthumS unter den Juden" hielt ihre diesjährige Generalversammlung in der Drei faltigkeitskirche am 4. d. ab. Dem dabei erstatteten Bericht entnehmen wir folgende kurze Daten: Es stehen ln den Diensten der Gesellschaft zur Zeit 4 Missionäre, von denen der eine in Czernowitz im Laufe des Jahres ein jüdisches Mädchen soweit bekehrt hat, daß es sich taufen lassen will, der zweite in Breslau nicht eine Seele erobert hat. Die beiden Seelenfänger in Berlin dagegen haben 5 Männer (2 Juristen, 2 Kaufleute, 1 Techniker) und 6 Frauen (1 Lehrerin, 2 Näherinnen, 3 aus dem Kaufmannsstande) für das Christenthum gewonnen. Leider haben sie in dem Bericht nicht angegeben, welches die Gründe gewesen sind, die den Uebertritt dieser 11 Personen veranlaßt haben. Jedenfalls ist die Beute 11 Personen für 4 Missionäre sehr gering und läßt gerade nicht größere Erfolge für die Zukunft erwarten. Uns kanns so recht sein, an den 4 Täuflingen haben wir auch nichts verloren, die können wir ruhig der Christenheit gönnen. Berlin, 11. Juni. (Abgeordnetenhaus.) Das Abgeordnetenhaus berieth heute das Richterbesoldungsgesetz. Hobrecht begründete ausführlich die Ablehnung des Paragraphen 8, des sogenannten Affessorenparagraphen. Es sei bedauerlich, wenn die Regierung deßwegen das Gesetz scheitern lasse. Hoffentlich kehre es im nächsten Jahre wieder. — Frhr. v. Zedlitz (freikonservativ) spricht für, Frhr. v. Heeremann (Centrum) gegen den Paragraphen. Justizminister Schönstedt befürwortete die Fassung des Herrenhauses. Graf Limburg-Stirum bedauert, daß die Gegner des Paragraphen 8 in die Kronrechte eingreifen, und daß der Ministerpräsident nicht anwesend sei, um dies zurückzuweisen. Darauf wird Paragraph 8 mit 201 gegen 70 Stimmen abgelehnt und das ganze Gesetz ohne diesen Paragraphen gegen die Konservativen angenommen. Aus Oberschlesien, 15. Juni. (Der Synagogen-Gemeinde-Verband des Regierungsbezirks Oppeln) hielt gestern Vormittag im Saale des „Deutschen Hauses" zu Gleiwitz seine diesjährige Versammlung ab. Es tvaren etwa 40 Herren zu den Berathungen erschienen, darunter die Herren Sanitätsrath Dr. Freund-Gleiwitz, Rechtsanwalt Schüler-Gleiwitz, Dr. Neumann - Gleiwitz, Adolf Schlesinger-Gleiwitz, Wiener-Kattowitz, Stern- Königshütte , Amtsgerichtsrath Glogauer-Tarnowitz, Amtsgerichtsrath Lewy-Beuthen, Grünfeld-Beuthen, Muhr-Oppeln, Kaufmann-Kosel, Grätzer-Groß-Strehlitz, Schlesinger-Lublinitz, Prager - Rybnik, Pollak- Zabrze, Hugo Schück-Ratibor. Ferner nahmen an

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