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Der Israelit · 1896-06-18 · Heft 49 (18.6.1896) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 49 (18.6.1896)
Date
1896-06-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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924 den.4) Darauf wird nun Baruch die göttliche Weisung: tfpsn nnxi Du verlangst für Dich dieses Große, das darfst Du nicht fordern. Denn Gott wird, wie es dort weiter heißt, sein Volk ins Exil weisen. Gott hat aber nur zum Besten seines Volks die Gabe der Prophetie verliehen. Ist aber der Weinberg verwüstet, so bedarf er ferner keines Hüters. Baruch mochte für seine Person der Gabe der Prophetie würdig sein, aber cs können äußere Momente eintreten, die trotzdem ihre Gewährung ausschließen. Deßhalb ermahnt ihn Gott dieses Verlangen nicht aufkommen zu lassen und sagt ihm seinen besonderen Schutz 511, der sich darin äußern wird, daß sein Leben allenthalben ungefährdet bleibt, trotz der Gefahren, die ihn fortwährend bedrohen werden. Mit dieser Voraussetzung dürfte auch der Schlüssel zu der Forderung gegeben sein: “jöxyV rpun i?x „Verlange diese Größe nicht für dich selbst!" Wir haben als eine der höchsten Auszeichnungen, die dem rcie6 minn pmy zu Theil werden, die Zusicherung kennen gelernt, daß ihm die Geheimnisse der Thora geosfenbart werden mn m ib ybüvi. Diese Geheimnisse schließen die Zuwendung des heiligen Gottesgeistes in allen Stadien in sich, wie sie denr Gottbegnadeten Thorajünger zu Theil werden. Auch die Prophetie gehört zu diesen Aeußerungen des nn t2Hp"i und ist die höchste derselben, der Menschen überhaupt fähig sind. Die Würdigung zur Gabe der Prophetie bedingt aber noch nicht ihre Gewährung. Es hängt dies von äußeren Umständen ab, deren Gestaltung nicht in der Macht des Vollendeten liegen. Unsere Ueberlieferung berichtet von Männern, die würdig waren, daß auf ihnen Gottes Schechina wie aus Moscheh ruhe, aber die ungenügende Würdigkeit der Zeitgenossen hindert es. So ruht die Prophetie nur auf einem Solchen, der u. a. reich und stark ist. Wenn Jemandem diese Attribute abgehen, so bleibt ihm die Auszeichnung prophetischer Begabung trotz seiner Würdigkeit versagt. Sie kann nur aus freien Stucken gewährt, aber nicht von Gott erbeten werden. Wenn Jemand die Bitte um diese Auszeichnung an Gott richtet, in der löblichen Absicht seine sittliche Vollendung noch zu vervollkommenen, so hat er doch etwas für sich verlangt, was Gott nur zum Besten der Umgebung des Bevorzugten d. i. Israels in seiner Gesammtheit gewährt. Dafür kann aber Niemand die prophetische Erleuchtung von Gott erbitten, weil das Bedürfniß und seine Befriedigung außerhalb der Sphäre menschlicher Einsicht liegt. Wer aber für sich und nur für sich, ohne Rücksicht aus seine Umgebung diese Größe erbäte, der hätte durch diese Einschränkung schon bekundet, daß ihm 1) Auch diese „Ruhe" nnuo ist ein Ausdruck für die Prophetie, wie Rasche zur Stelle mit dem Hinweis auf 4. B. M-, (5. 11, V. 26 nnn cn’?y rum anmerkt. der Gegenstand seiner Bitte noch zu fern und fremd ist, als daß er Anspruch darauf erheben darf. Das scheint die Beifügung “puyb zu den Worten tfpsn ^x nVni noch hinzuzufttgen. Wenn aber dem, der sich mit der Thora beschäftigt, die Enthüllung der Geheimnisse der Thora dennoch zugesagt ist, so kann das nur in dein bedingten Sinne verstanden werden; wenn Gottes Allweisheit diese Gewährung für geeignet erachtet, so hat der rve^ mtna poy das Seinige gethan, um dieser Gnade gewürdigt zu werden. Aber die wahre Größe bekundet sich darin, solches nicht zu fordern, sondern sich wie unser großer Lehrer Moscheh zu sträuben und zu fürchten die Blicke zu Gottes Herrlichkeit zu erheben oder mit David zu sprechen: M2D mxVeiin n^vtn T3^n xd „Ich bin diesem Großen, und mir Wunderbaren nicht nachgegangen." (Ps. 131, V. 1.) Aehnlich sind auch die Worte zu fassen: ^xi "inv in: Tenn „Begehre nicht mehr Ehre als deinem Lernen entspricht." Es wird sich zunächst darum handeln den Begriff nw3 festzustellen, in dem Sinne, in welchem er hier verstanden wird. Wir haben erst kürzlich den Ausspruch: min xVx 1123 yx zu erörtern Gelegenheit gehabt, wonach Ehre nur in der Thora zu suchen und §u finden ist. Es ist dies die Anhänglichkeit an Gott und die reine Gesinnung, wie sie ausschließlich aus der redlichen Beschäftigung mit der Thora erblüht. So lange noch ein Zwiespalt zwischen Sollen und Wollen klafft, erleidet unsere wahre Mannes-Ehre ihre empfindlichste Einbuße. So lange wir nicht wollen was wir sollen und nicht sollen was wir wollen, so lange leidet der Charakter uttter diesem Zwiespalt, der uns nur widerstrebend unfern Willen opfern und unsere Pflicht erfüllen läßt. Aber jene höhere Befriedigung, die uns freudig den Willen Gottes, wie er in der Thora niedergelegt ist, erfüllen läßt, die reine Gesinnung, die das Unrecht wie das Fetter nreidet, und zu dem Rechten sich von selbst hitlgezogen fühlt wie das Eisen zum Magnet, sie ist die eigentliche Ehre des Menschen, von welcher Satomon sagt: i*?nr D'ösn -, 33 „Ehre ist der Erbtheil der Weisen." (Mischte Cap. III, V. 35.) Nach dieser Ehre mag matt tvohl ringen und sie zum Gegenstand des Gebetes bei Gott machen. Sie unterscheidet sich wesentlich von der Höhe des heiligen Geistes, wie er in der Prophetie seinen vollendetsten Ausdruck sindet. Der heilige Gottesgeist enpi m, der an die Prophetie streift und sie erreicht, bewirkt, daß die von ihm Erfüllten thatsächlich im Geiste Gottes sprechen, wie dies z. B. in den Schriften eines David und Salomo in den Psalmen, dem hohen Lied, den Sprüchen und den Prediger, ja wirklich der Fall ist. In diesem Sinne konnte David von sich sagen: uivb by ’3 -an 'i nn „Gottes Geist redet

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