Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1896-06-18 · Heft 49 (18.6.1896) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 49 (18.6.1896)
Date
1896-06-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2448608-2448653--41967-2490949
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXXVII. Jahrgang. jfa Der Israelit. St« Aentrat-Hrgan für das orlhodore ZudenLyum. Begründet von Dr. Lehrrrarm in Mai«r» Donnerstag, den 18. Jnni 5656 (1896). Da mit dem 1. Juni 1896 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1896 eingetragen unter Nr. 3523. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten unser Blatt bis Ende Juni gratis. Leitender Artikel. Sprüche der Haler. Sechstes Buch. VIII. Mainz, den 17. Juni. TnD’bo mv "idd mann bw , psyb nbru t^pnn ba -pnpi ,n:nbwD bnjj “pribtcw Dobo bw ojnbtfb nwnn bttt . inbpO ^b abw'w -jrDNbo bjn wn ptui DinDD bru „Verlange keine Größe für dich selbst, begehre nicht mehr Ehre als deinem Lernen entspricht, und gelüste nicht nach dem Tische von Königen. Denn dein Tisch ist größer als ihr Tisch und deine Krone größer als ihre Krone und der Herr deiner Arbeit ist zuverlässig, daß er dir den Lohn zahle für dein Wirken." Vergegenwärtigen wir uns, daß dieser ganze minn pp P">v, dieses Capitel von der Aneignung der Thora, den Eingangs ermähnten Edlen zum Gegenstand hat, der nov*? mm lernt und die beglückenden Folgen, sowie die Forderungen darstellt, welche sich an einen so sittlich Vollendeten knüpfen, so steht der gewöhnlichen, wörtlichen Auffassung des vorliegenden Spruches eine kaum abzuweisende Schwierigkeit entgegen. Wie sollte derjenige, dem seine reine, redliche Hingebung an die Thora, die bis dahin aufgezählte Fülle sittlicher Errungenschaften bereits gesichert hat, wie sollte ein solcher noch der Mahnung bedürfen, nicht nach Größe, Ehre und königlichen Genüssen zu verlangen? Wenn diese Be-! schäftigung mit der Thora ihren treuen Jünger in | Gottesfurcht und Demuth kleidet, wie R. Meir am Eingang des Perek lehrt, wie sollte da die Großmanns- und Ehrsucht denkbar sein können, vor welcher hier gewarnt wird? Und wie sollte einen Zadik und Chasid das Verlangen nach königlicher Tafel lüstern machen? Diese Erwägungen sprechen für die Auffassung, welche der Commentar pah i" zu unserem Spruche vertritt und eingehend begründet, der wir daher folgen. Es muß eine andere Größe sein, welche der Mahnung pxyb nbnj rpsn b« vorschwebt und wir werden auf ihre Bedeutung durch einen ähnlichen Ausdruck hingewiesen, der sich im 5. Vers des 45. Capitels beim Propheten Jirmijah findet, welcher lautet: .»pan btt mbu *]b ffpnc nnw „Du verlangst für Dich Großes das verlange nicht." Unter diesem Großen ist an dieser Stelle die Gabe der Prophetie verstanden. Dieses Capitel enthält ein Gotteswort an Jirmijahu für feinen Schüler Baruch den Sohn Nerijah's. Trotzdem dieser ganz auf die Intentionen seines Lehrers eingegangen und von demselben gewürdigt worden war die eigenen göttlichen Weissagungen niederzuschreiben, ruhte auf ihm selbst doch nicht der göttliche Geist der Prophetie, wie er auf Josua, dem Schüler Moses, auf Elischa, dem Schüler Elijahus und auf anderen ruhte. Die Klage darüber kleidete Baruch in die Worte: .'tittuv ttb >nju» ’ündd by p» imi »p» »a »b m 'itt . Wehe mir, denn Gott hat noch den Kummer zu meinem Schmerz gefügt, ich mühe mich ab in meinem Wehe, aber die Ruhe habe ich nicht gefun-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.