Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 48 (15.6.1896)
- Date
- 1896-06-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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' v* i i iji i 1 iMi'n; |||II'iiiiiimjiiiwhii im ..>' 916 um Annahme des Protektorates über das zn gründende Siechenhaus vorzutragen. Diese Abordnung wurde anr 27. Mai in Audienz empfangen. S. K. H. der Großherzog äußerte beim Empfang der Deputation seine lebhafte Freude und Genugthuung darüber, daß ihm zur Feier seines siebzigsten Geburtstages eine solche Stiftung von den Israeliten des Großherzogthums als Huldigung gewidmet werde, und erklärte sich gerne bereit, diese Widmung anznnehmen. Auf Vortrag der Bitte Seitens der Deputation, daß diese Stiftung zum dauernden Andenken an unfern allverehrten Landesfürsten den Namen Höchstdesselben tragen dürfe, bewilligte der Großherzog sofort und huldvoll diese Bitte mit dem Anfügen, daß ihn diese Art der Hulvigung. welche gleichzeitig den Armen und Verlassenen zu Gute komme, besonders angenehm berühre. Ueber die Einzelheiten, wie der Fonds gesammelt werde, wo und wie die Anstalt in's Leben treten solle, hat Se. Königliche Hoheit mit lebhaftem Interesse sich erkundigt und zugleich den Wunsch ausgesprochen, daß die Sammlung für die Stiftung einen möglichst guten Fortgang nehme. Nach beendigter Audienz bei S. K. H. dem Großherzog wurde die Deputation zu I. K. H. der Großherzogin befohlen. Bei dem sehr huldreichen Empfange erkundigte sich die hohe Frau in eingehendster Weise nach den fielen , welche bei Errichtung des Asyls angestrebt werden, und es gereicht dem Vorstande zur besonderen Freude, daß die in den Statuten niedergelegten Grund' sätze die allerhöchste Billigung durchweg gefunden haben. Der Vorstand gibt von diesem Verlaufe der Audienz den Israeliten Badens freudigst Kenntniß und spricht die Hoffnung aus, daß die badischen Glaubensgenossen zur Ehre und zur würdigen Feier des siebzigsten Geburtstages des geliebten Landesvaters möglichst alle helfen werden, diese Huldigungsgabe so zu gestalten, daß sie des ihr verliehenen Ehrennamens: „Friedrichsheim für israelitische Sieche und arme Greise" würdig in's Leben tritt. Rumänien. (A.) Bukarest, 3. Juni. König Karol hat den kleinen aber weltberühmten Geigenvirtuosen Vr o nislaw Hub er mann, derselbe ist bekanntlich der Sohn eines jüdischen Advokaten in Warschau, zu seinem Kammervirtuosen ernannt, worauf ihm die Königin Elisabeth (Carmen Sylva), die Dichterin auf dem Throne, folgende Verse ins Stammbuch schrieb: „Tie Seele ist kein Kind, sie schreitet groß, Von Anbeginn dahin durch Crdenkleinheit, Und tonnnt, ein Sonn'nstrahl aus Gottes Schooß, Von Menschen unberührt, in Himmelsreinheit. Darum hat über Alle sie Gewalt, Weil kindlich rein sie doch Aeonen alt!" Aus diesen niedlichen Versen wird man leicht ersehen, daß der königlich rumänische Hof keinen Antisemitismus kennt, und muß man daher auch zwischen ihm und der rumänischen Regierung wohl unterscheiden. Amerika. New-Nork, inr Juni. Die Sinai-Gemeinde in Chicago hat ihren Rabbiner Dr. Emil G. Hirsch vor Ablauf seiner Vertragszeit auf weitere zehn Jahre mit dem Gehalte von 12,000 Dollars wiedergewählt. Zu gleicher Zeit wurde Dr. Hirsch von der Zion- Gemeinde mit einenr Gehalte von 2400 Dollars zum Rabbiner gewählt. Dr. Hirsch, der im städtischen Wahlkampfe erfolgreich für reine Munizipalverwaltung eintrat, wurde von der republikanischen Partei als Wahlmann für die kommenden Präsidentenwahlen ausgestellt. — In der New-Porker jüdischen Gemeinde hat folgender Vorfall großes Aufsehen erregt; Der Geistliche der bischöflichen Kirche Dr. Morgen hielt eine von dem Unitarier-Prediger Putnam veröffentlichte Predigt und beging die Unvorsichtigkeit, die von dem ketzerischen Unitarier vorempfttndene Predigt drucken zu lassen. Die Thatsache kam ans Licht und wurde vielfach kommentirt. Der Junior-Rabbi der Emanuel - Gemeinde Dr. Silverman machte die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Plagiats zum Gegenstände einer Predigt, welche dem Senior-Rabbi Dr. Gottheil so sehr mißfiel, daß er die Synagoge verließ und am Schluffe des Gottesdienstes sich mit seinem jüngeren Kollegen in sehr kräftigen Worten auseinandersetzte. Die Tagesblätter traten die Sache nach hiesiger Mode breit, worauf die Herren Rabbiner anr nächsten Tage in der Zeitung erklärten, daß sie einander nach wie vor brüderlich lieben. Der Vorstand der Emanuel-Gemeinde faßte den Beschluß, die Herren Rabbiner 511 ersuchen, sich bei ihren Predigten an interne jüdische Angelegenheiten zu halten. New-Nork. Rach Nachrichten, die freilich aus einer trüben Quelle, nämlich anlisemilischen Zeitungen stammen, aber doch auf guter Grundlage beruhen dürften, zählt unsere Stadt nicht weniger als 350,000 Juden. Dieselben spielen begreiflicherweise im ganzen Handel eine bedeutende Rolle, so haben sie das Schnittwaarengeschäft mit 514 Firmen und einem Kapital von 58 Millionen Dollars fast monopolisirt, ebenso das Kleidergeschäft, von dem 264 Firmen mit 24 Millionen Kapital unseren Glaubensgenossen angehören. Im Hutgeschäft sind 169 jüdische Geschäfte, in dem Viertel von Broadway und Canal-Scheit gehören ihnen die meisten Gebäude und man schützt den gesammten Grundbesitz in Rew-Aork, der sich in den Händen von Israeliten befindet, einen Werth auf von mindestens 150, vielleicht sogar 200 Millionen Dollars. Leider ist diese große Zahl von