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Der Israelit · 1896-06-11 · Heft 47 (11.6.1896) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 47 (11.6.1896)
Date
1896-06-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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900 langt, daß der 1. Theil erst nach 1414 abgefaßt sein könne, und das; die übrigen drei Theile als Kommentar zu vem ersten Theile aufzufassen seien. Gegen die Anklage, die Joel gegen Albo erhebt, als habe dieser seinen Lehrer Crescas an manchen Stellen ausgeschrieben, ohne besten Namen zu nennen, vertheidigt der Verf. ihn recht wirksam. Auf das Werk selbst eingehend, behandelt der Verf. die Verschiedenheit der Auffassung Albos von den Grundlehren des Judenthums gegen die anderer Autoren, namentlich gegen die des Maimonides. Doch hier weist die Begründung manche gewagte Behauptung auf, besonders die, daß der Verf. durch Eleminirung des Messiasglaubens, den er unter die „Zweige" (Anaphim) der „Jkkarim" rubricirt, den Christen eine Waffe zur Anklage gegen die Juden entwinden wollte, denen die Leugnung der bereits geschehenen Ankunft des Messias zu einem Hauptvorwurfe gemacht worden sei. Wir halten diese Begründung für durchaus unrichtig, da gerade im Gegentheil die Unterdrückung dieses Glaubenssatzes ebenso gut das Verlangen, den christlichen Messias anzuerkennen, von Seiten der Christen hätte steigern können. Gewandte Darstellung und reicher Inhalt machen die Schrift zu einer interessanten und belehrenden Lectüre. Die Korrektur hätte eine sorgfältigere sein dürfen. — Der achtzigste Geburtstag M. Steinschneiders hat, wie man es erwarten konnte, viele Federn in Bewegung gesetzt. Zu den ihm gewidmeten Schriften gehört auch eine sorgfältig unter Vergleichung von sieben Handschriften hergeftellte Ausgabe des hebrä'schen Textes der noic D’Bio oder ,.Apophtliegmata philosophoium“ des Honein ibn Jshak. (Frankfurt a. M. 1896. I. Kauffmann.) Dieser, ein Christ, war ein fruchtbarer Uel^rsctzer griechischer Werke ins Arabische, eine selbstständige Arbeit jedoch sind die vorliegenden A. ph., welche Jehuda Alcharisie ins Hebräische übersetzt hat. Der arabische Text, von dem zwei Handschriften bekannt sind, ist bis jetzt noch nicht heransgegeben worden, und die hebräische Uebersetzung war es, welche dieses Buch der Spruchweisheit dem Abendlaude vermittelt hat, denn alle späteren Nebersetzungen in die europäischen Sprachen, sind auf Grund der hebräischen Uebersetzung angefertigt worden. Dieses Werk ist aber nicht nur wegen seines reichen Inhalts trefflicher Spruchweisheit schätzbar, sondern manches andere für die Wissenschaft Wistenswerthe ist in demselben enthalten; wir finden hier einen reichen Beitrag zur Alexandersage, dann eine Darstellung der Jbycus-Legende, ähnlich, aber nicht ganz gleich, wie sie von Plutarch erzählt wird. Ferner werden viele Weise genannt, die dem Leser unbekannt bleiben würden und Beziehungen erwähnt, die unverstanden blieben, wenn nicht ein Forscher erklärende Aufschlüste geben würde; sowirdz. B. die Erzählung über die Jugend des Aristoteles zu prüfen sein, die mit den Angaben des Timäus, Epikur u. a. verglichen werden könnte. Wir freuen uns, daß der Herausgeber der vorliegenden Ausgabe, Rabbiner Dr. A. Löwenthal uns mit dem Versprechen, eine deutsche Uebersetzung „nebst Einleitung uno dem sonstigen Beiwerk" zu liefern, eine Arbeit in Aussicht stellt, die der gebildeten Welt und der Wistenschaft einen wichtigen Dienst zu leisten im Stande sein kann. — Bei Besprechung der Schrift des Pros. Baginski haben wir die Frage aufgeworfen, ob es statthaft sei, gewisse Gesetze der Thora als sanitärische Verordnungen aufzufassen und haben dies mit der Reserve bejaht, daß man das hygienische Motiv nicht als das einzige und maßgebende ansehe; daß aber solche auch in Betracht kommen können, darf ohne Bedenken zugeben werden. Nichts könnte im Gegentheil trefflicher die Göttlichkeit unserer Thora ad oculos erweisen, als die Thatsache, daß schon vor mehr als 3400 Jahren das in unserer Thora erkannt war, was die Gegenwart erst als Errungenschaft der neueren Wistenschaft preist. In diesem Sinne legte Dr. metU C. Heilbronn „Die Grundzüge der mosaischen Gesetzgebung vom ärztlichen Standpunkte aus mit besonderer Betrachtung der Speisegesetze" in einem Vortrage dar, der jetzt im Druck erschienen ist. (Zürich 1896. Guggenheim.) Wir haben den Vortrag bereits in voriger Nuinmer in einem Leitartikel besprochen, doch ist der Gegenstand von so hohem Interesse, daß uns hier noch einige Worte über denselben gestattet feien. In lichtvoller Sprache weist der Verf. auf die Lebensdauer der Bekenner der jüdischen Religion hin, die sie seinem Gesetze, das in jeder Beziehung die Lebenskraft erhält, die Gesundheit fördert, verdanken. Keuschheitsgesetze, Sabbatruhe, Reinheitsgesetze, Speisegetze sie erfüllen wörtlich „sie (die Thora) ist dein Leben und die Dauer deiner Tage", und da, wo man sich von diesen Gesetzen abwendet, stellt sich ein Verfall der Lebensdauer und der Lebenskraft ein. So weit können wir dem Verf., insofern er selbst den Vorbehalt macht, daß er die sanitärischen Gründe nicht als die einzigen ansieht, folgen: aber, wo er in seinem Eifer für die gute Sache zu weit geht, da können wir nicht mitgehen und muffen sagen, daß etwas weniger mehr gewesen wäre. Es läßt sich eben nicht alles unter einen Gesichtspunkt bringen. So sind die Bemerkungen, die von der Verunreingung durch Todte sprechen, nicht richtig. Wenn der dichte Verschluß eines Gefäßes vor der Verunreinigung deßhalb schützt, weil damit dies Eindringen schädlicher Keime verhütet wird, wie ja auch keimfrei gemachte Verbandstoffe nur in luftdicht verschlossenen Gefäßen, un; sie rein zu erhalten, aufbewahrt werden muffen, so könnte diese Bestimmung sich nicht nur, wie es in Wirklich-

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