Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 44 (1.6.1896)
- Date
- 1896-06-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448608-2448648--41870-2490847- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mmmsw-mriir w?/•WF5r7W::'-~:f-1---•-•. ' ^'^.'?'^TT-'rr;ir77^7T-^- ‘ •'.'" ■• -J'* 831 rund 400 M. Ein großer Theil der Einnahmen der Gesellschaft wird von den United Utzbr^v Oharities zur Verfügung gestellt, zur Unterstützung derjenigen Kinder, welche in die Waisenhäuser nicht ausgenommen werden können. Man beabsichtigt ein zweites Gebäude für 500 Kinder zu errichten, da sehr viele Gesuche abgewiesen werden mußten und hierfür eine Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Nach Beendigung dieses Baues wird dieses Waisenhaus die größte derartige jüdische Anstalt der Welt sein. Philadelphia. Die Testamentserekutoren des verstorbenen Simon Muhr haben jetzt die Verfügung über denjenigen Theil des Nachlasses getroffen, der nach den Bestimmungen des Verstorbenen, jüdischen Vereinen zu Gute kommen sollte. Von dem gesummten "Nachlasse ist ein Betrag von rund 28,000 M. für wohlthätige Zwecke ausgesetzt, wovon der dritte Theil für jüdische Vereine bestimmt ist. Diese Summe ist wie folgt vertheilt: Der jüdische Spital-Verein 25,ooo M., der Frauenverein 21,000 M., der Waisenrath 5000 M., die United Hebrew Charites 5000 M., das Wöchnerinnen-Spital 8000 M., rutd fünf kleineren Vereinen ca. 13,000 M. Außerdem der Jewish Foster Home Association 15,000 M. Der Gesammtbetrag des von Simon Muhr hinterlassenen Vermögens beläuft sich auf mehr als 2 Millionen. Afrika. Algier. Hierselbst hat man die Absicht mehrere alte jüdische Friedhöfe zu zerstören, darunter auch das Grab des berühmten Rabbi Ribasch, welches allgemeine Verehrung nicht nur bei den Juden, sondern auch bei den Muselmännern genießt. Der Oberrabbiner von Algier ist dagegen beim französischen Ministerium vorstellig geworden, und wie wir hören hat dieser Einspruch Aussicht darauf anerkannt zu werden, so daß die Ruhe der Todten ungestört bleiben wird. Palästina. Tiderias am Gcnezarcthsee. Seit der Eröffnung der Bahn Jaffa-Jerusalem hat der Touristenverkehr nach dem heil. Lande einen ungeheuren Aufschwung genommen, der sich aber nicht nur auf die heil. Stadt und ihre Umgebung allein erstreckt, sondern sich wie eine Fluth über das ganze Land ergießt und überall seinen befruchtenden Segen hinträgt. Die Straßen gewinnen dadurch an Sicherheit und Leben und in den Städten wieder entstehen Verkaufsläden, die auf's eleganteste eingerichtet sind und in denen sich der Reisende nicht nur mit dem Nöthigsten, sondern sogar auch mit dem Ueberflüssigen versehen kann. Auch die Fremdenbeherbergung, die noch vor einigen Jahren ganz im Argen lag, wird von Tag zu Tag besser. So eristirt heute hier schon ein kleines christliches Hotel, das sehr gute Geschäfte macht. In Jaffa gibt es sogar drei Hotels und dabei noch eine beträchtliche Anzahl von Privatherbergen. Auch am Berge Karmel existirt ein Hotel und ein solches ist auch in Nazareth vorhanden. Nun hat sich ein spaniolischer Jude aufgerafft, um auch in Jericho ein rituelles Hotel zu errichten und auch er dürfte auf seine Rechnung kommen, da dieses Rosenstädtchen fast täglich Touristen in seinen Mauern sieht. Wereinsnachrichten. (i) Budapest, 20. Mai. (Pester isr. F r a u e n v e r ein.) Die dreißigste ordentliche Generalversammlung dieses Vereins fand heute Nachmittags unter dem Vorsitze der Präsidentin Frau Johanna v. Bischitz statt. In ihrer Eröffnungsrede gab die Präsidentin der lebhaften Freude und Genugthuung Ausdruck, daß ein so hervorragendes Moment in der Geschichte dieses Vereins — die Feier seines dreißigjährigen Bestandes — in jene Tage unvergeßlichen Glanzes falle, welchen die Millenniumsfeierlichkeiten ausstrahlten. Während der dreißigjährigen Wirksamkeit wurden als Baargeldunterstützungen 460,220 fl., für Waisenerziehung 465,919 fl. und für die Armenausspeisung 290,329 fl., zusammen daher 1,216,468 Gulden verausgabt. Die Präsidentin gedenkt schließlich mit sichtlicher Rührung jenes herben Schlages, welchen der Verein durch das so plötzlich erfolgte Ableben seines größten Gönners und Ehrenmitgliedes weil, des Barons Moriz Hirsch erlitten. Der Ausschuß richtete an die Wittwe des verblichenen Herrn Barons ein Kondolenzschreiben. Dem hierauf zur Verlesung gelangten ausführlichen Jahresberichte entnehmen wir Folgendes: Im abgelaufenen Verwaltungsjahre wurden an momentanen Unterstützungen 13,096 fl., an monatlichen regelmäßigen Stipendien 9853 fl., an vierteljährlichen regelmäßigen Zinsbeiträgen 4874 fl., an Wöchnerinnen 275 fl. und an Ausstattungsbeiträgen 290 fl., zusammen 28,388 fl. in Baarem vertheilt. Im Mädchenwaisenhause dieses Vereins wurden 57 gänzlich verwaiste Kinder, im Waifenasyl 50 halbverwaiste Mädchen erzogen. Die Ausgaben betrugen für beide Anstalten sowohl wie für die erlern untergebrachten 44 Waisen, insgesammt daher für 151 Mädchen, 31,979 fl. 80 kr. In der Volksküche des Vereins speisten vom 1. April vorigen Jahres bis 1. April laufenden Jahres 141,130 Personen ohne Unterschied der Konfession; hievon gänzlich gratis 20,958 Personen (zumeist arme Studirende) und in der Zeit vom 15. Dezember vorigen Jahres bis 15. März dieses Jahres 4758 arme Schulkinder zu ermäßigtem Preise, sowie aus