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Der Israelit · 1896-06-01 · Heft 44 (1.6.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 44 (1.6.1896)
Date
1896-06-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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825 Scheich, alles früher Gesagte gleichsam resumirend: „Wann wird Europa endlich zur Einsicht kommen, wie falsch seine Meinung über die Grundsätze des Islams sind und wie lügnerisch alle die Gerüchte, die über unsere religiöse Verfolgungswuth verbreitet werden. Das sind die traurigen Folgen der Ignoranz und ver Vorurtheile." ■¥ Personalien. Berkach. Am 5. d. M. wurde ein vielbewährter Schulmann des Meininger Landes, Herr Lehrer Julius Rosenthal in Hildburghausen, zur letzten Ruhe geleitet. Geboren in Gleicherwiesen im Jahre 1823, genoß derselbe seine Berufsbildung auf dem Landesseminar zu Hildburghausen von 1839—1842 und wirkte 54 Jahre lang als Lehrer in Wolsenbüttel, Jever, Bibra und Walldorf und zuletzt in Hildburghausen, wo er 24 Jahre als Lehrer der jüdischen Gemeinde, sowie als Seminarlehrer für israelitische Religion und Hebräisch thätig war. Durch seltene Begabung und außerordentliche Strebsamkeit war es ihnr gelungen, sich außergewöhnliches Wissen anzueignen. Dies, sowie sein bescheidenes, liebevolles Wesen und seine Hilfsbereitschaft in Wort und Thal erwarben ihm die Zuneigung aller derer, zu denen er irr näherer oder fernerer Beziehung stand. Daß seine Fähigkeit und seine Biederkeit von seinen Standesgenossen im Meininger Lande gewürdigt wurde, ist dadurch bewiesen, daß er 20 Jahre lang Mitglied des Centralcomitee des Meininger Lehrervereins und längere Zeit stellvertretender Vorsitzender der Landeslehrerversammlungen war. Und seine Thätigkeit dabei war derart, daß viele College« aus nah und fern sich bei ihm Rathes erholten und stets, soweit als möglich, Erleichterung und Hilfe fanden. Als gründlich gebildeter Pädagoge wußte er die von ihm geleiteten Elementarschulen, sowie seine Religionsschule zu Hildburghausen stets aus der Höhe der Zeit zu erhalten, und da er seit mehr als 2 Deceinen auch am Seminar wirkte, so sind fast alle z. Z. in unserem Ländchen amtierenden isr. Lehrer seine Schüler, gewesen, die stets voll Achtung zu ihm emporblickten. Als am Sonntag, d. 3. Mai die Kunde von seinem in der vorangegangenen 'Rächt erfolgten Ableben sich verbreitete, zeigte sich allgemeine Theilnahme innerhalb und außerhalb der Lehrerkreise. Der Vorstand des Lehrervereins, Herr Lehrer Adam aus Pößneck sprach namens sämtlicher Lehrer des Herzogthunrs der tiesbetrübten Wittwe sein innigstes Beileid aus in gebührender Anerkennung dessen, was der Heimgegangene seinen College» gewesen. Bei der Beerdigung war das Lehrerseminar, das Gymnasium, sowie die Stadtschule durch sämtliche Lehrer vertreten; aus dem Lehrerconserenzbezirk Hildburghausen waren alle Mitglieder, die es ermöglichen konnten, und außerdem alle isr. Lehrer des Meininger Landes anwesend. Der Vorstand der Pestalozzi - Stiftung war durch Herrn Müller aus Meiningen vertreten. Die ihm gelegentlich seines 50jährigen Dienstjubiläums von seiner Hoheit, dem Herzog, verliehene Verdienstmedaille wurde ihm nachgetragen. Die Betheiligung von seiten der Stadt war eine so außerordentliche, daß der Leichenzug einen imposanten Eindruck machte. Auf dem Friedhofe hielt der herzogl. Landesrabbiner, Herr L. Fränkel aus Meiningen, die Leichenrede. Obgleich derselbe erst seit einigen Monaten amtiert unb den Verstorbenen nur vorübergehend kennen gelernt, hatte er doch einen solchen Einblick in dessen Leben und Wirken gewonnen, daß er in seiner Rede ein getreues Abbild dessen gab, was der Verstorbene seiner Familie und allen Kreisen, denen er angehörte, gewesen. Aus der Tiefe des Herzens kommend, fanden die Worte des Redners Wiederhall bei allen Zuhörern. Hieraus sprach Herr Lehrer Holländer aus Berkach, als sein ehemaliger Scküler, zugleich namens seiner College» einige warm empfundene Worte der Anerkennung und des Dankes. Auch der Beste mib Würdigste muß das Zeitliche segnen und nur der gute Namen, das edle Streben und Wirken reicht über das Grab hinaus. Darum wird dem Heimgegangenen nicht nur von seiten seiner Angehörigen, sondern auch von der Gemeinde Hildburghausen, von seinen Schülern und. College» ein dankbares Andenken bewahrt bleiben. „Die Frommen werden glänzen wie des Himmels Glanz und die, welche viele in der Tugend bestärkt, leuchten wie die Sterne auf ewig!" Dan. 12. V. 3. G. H. Lhringen, 25. Mai. Am vergangenen p'v starb dahier der Kaufmann Julius Gut mann. Es war dies der erste Jude, der sein Domizil hier errichtete; derselbe war ein streng religiöser Jehudi. Sein ganzes Leben bethätigte er das Wort unserer 'Weisen im ersten Abschnitt der Sprüche der Vater, Vers 2 u. 3, die von den drei Grundsäulen des Judenthums und der Gottesfurcht handeln. Auch bei der christlichen Bevölkerung war er wegen seines bescheidenen Betragens sehr beliebt. Zeugniß davon legte die außerordentlich große Betheiligung an seiner rri1?,-:, welche am Sonntag stattfand, ab. n's's'j'n /TT »W Gerichtszeituug Hamburg, 18. April. In echt antisemitischer Manier hatte das hier erscheinende ^.Deutsche Blatt" kürzlich unter der tlebcrschrist „Eine jüdische Schwindlergescllschaft" einen Bericht über eine Lchwurgerichtsoerhandlung gebracht, in dem fortgesetzt und mit auffälligem Truck der hiesige Rechtsanwalt Dr. Goldfeld als in die Betrugssache verwickelt hingestellt wurde. Dabei hatte Dr. Goldfeld mit der ganzen Angelegenheit nicht das geringste zu thun. Die im eingesandte Berichtigung nahm der Redakteur des „Deutschen Blatt"

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