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Der Israelit · 1896-05-14 · Heft 38-39 (14.5.1896) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 38-39 (14.5.1896)
Date
1896-05-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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.i/ 742 bestehend aus den Herren A. Lewertoff, Höxter i. W., Samuel Kahn, Witten a. d. R., Dr. msck. Rubens, Gelsenkirchen, Lehrer D. Adler, Dorstfeld, Oskar Löwenstein, Gemen-Borken, und findet die constituirende Versammsung am Montag, d. 25. Mai (zweiter Pfingstag) in Dortmund statt, zu der detaillirte Einladungen noch ergehen werden. Alle Anfragen und Mittheilungen rc. bittet man dem Vorsitzenden der Commission, Herrn A. Lewertoff in Höxter a. W. zu übermitteln, der bereits durch seine Agitation gegen die Einführung des Vogelstein'schen Gebetbuchs und die Sammlung der rabbinischen Gutachten rühmlichst bekannt ist und der durch sein energisches zielbewußtes Vorgehen gegen die Bestrebungen der Reform sich verdient gemacht hat. Wohl ist sich der Verein der schweren Aufgabe, die er sich gestellt, vollauf bewußt, da die Anstellung eines Rabbiners und die Erreichung der übrigen Ziele große finanzielle Opfer erfordern; indessen hegt er die zuversichtliche Hoffnung, daß auch die Gesinnungsgenoffen außerhalb Westfalens zur Durchführung dieser hochheiligen Sache durch Zuwendungen von Jahresbeiträgen dieselbe unterstützen werden. Nur so wird es dem Verein mit G. H. möglich werden, seine Thätigkeit zu einer ersprießlichen und segensreichen zu gestalten und rufen wir demselben deßhalb die Worte zu!" nsN nsn hy dd-vi r6st. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Darmstadt. Die Sache der Orthodoxie hat dieser Tage innerhalb des Landrabbinats-Bezirks Darmstadt einen Erfolg errungen, welcher für die Gemeinden dieses Bezirks und deren religiöse Institutionen von hervorragender Bedeutung ist und weit über dessen Grenzen hinaus hohes Interesse erregen dürfte. Nachdem vor mehreren Jahren erfolgten Ableben des Rabb. Dr. Landsberg der hiesigen Reformgemeinde vereinigten sich die Landgemeinden unseres Bezirks, um im Interesse einer besseren und gedeihlicheren Pflege der religiösen Verhältnisse in einer Eingabe an die Großherzogl. Regierung die Trennung von dem am Sitze der hiesigen Reformgemeinde bestehenden Rabbinat zu erwirken. Daran wurde die Bitte geknüpft, ein selbstständiges Rabbinat für die Landgemeinden zu creiren. Nachdem nun die hiesige Hauptgemeinde energisch gegen diesen Vorschlag unter Anführung aller möglichen und unmöglichen Gründe agitirte, die Regierung sich jedoch durch Information bei allen Gemeinden die Gewißheit verschaffte, daß der weitaus größte Theil derselben die Verwaltung seiner religiösen Interessen nur einem g es etz es treuen, thatkräftigeu Manne anvertrauen will, hat dieselbe dieser Tage die Entscheidung dahin getroffen, daß das Großherzogl. Landesrabbinat Darmstadt 2 Vertreter, — und zwar einen orthodoxer und einen neologer Richtung — mit dem beiderseitigen Sitze in Darmstadt erhalten soll. An den Vorstand der hiesigen Jsrl. Religionsgesellschaft und denjenigen der Hauptgemeinde dahier ist bereits die Aufforderung, geeignete Vorschläge betr. der Gehaltsfrage zu machen, ergangen. So ist Dank dem begeisterten Eintreten aller gesetzestreuen Elemente ein Erfolg errungen worden, welchen unser verehrter H. Rabbiner Dr. Marx in fast 25jährigen hingebendem Wirken erstrebte, wie auch andererseits durch die Großherzogl. Regierung ein Akt der Toleranz geschaffen wurde, welcher in der Geschichte geradezu einzig ist. Von dein ferneren Verlaufe der Angelegenheit werde Ihnen später berichten. .1’. Ä). Z. E. R. Berlin, 10. Mai. Aas blutige Schlachten folgt Gesang und Tanz! Also dachte wohl Mancher, der der heutigen Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde beiwohnte. Selbst der kampfesfreudige Herr Vrofessor Lewin sprach ruhiger und leiser als je, so daß man Mühe hatte ihn auf der Gallerie zu verstehen. Auch die Punkte der Tagesordnung hatten nur wenige Hörer anzulocken verstanden. — Zunächst theilte der Vorsitzende Herr Hermann Landsberger mit, daß Herr Moritz Mannheimer aus Anlaß seines 70. Geburtstages der Gemeinde zwanzigtausend Mark übersandt habe. Am Eingänge eines Saales des jüdischen Krankenhauses, für welches das Geld bestimmt ist, wird eine Inschrift Moritz und Berthi Mannheiiner-Stifrung angebracht werden. — Eine Beschwerde eines Herrn Dr. Stern, welcher am Vorabende Charfreitags seinen Platz in der Synagoge Lindenstraße nicht hat erreichen können, gibt zu Reden und Gegenreden Anlaß. So weit ist es leider in Berlin schon gekommen, daß die Gemeindebehörden übereinzuschlagende Wege bei Ueberfüllung der Synagogen an jüdischen Feiertagen, die mit christlichen zusammenfallen, Nachdenken müssen, damit die Ordnung nicht gestört und Unheil verhütet wird. Während man auf der einen Sette meint, daß man den Eintritt nur gegen Vorzeigung von Karten für gemiethete Plätze erlauben soll, findet man es auf der anderen Seite rigoros, die ärmere Bevölkerung von dem Besuche des Gotteshauses auszuschließen. Gegen letztere Ansicht ist bereits der Vorsitzende des Gemeindevorstandes Herr Justizrath Meyer mit aller Energie ausgetreten. — Herr Leonhard Sachs macht den Vorschlag beim

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