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Der Israelit · 1896-05-11 · Heft 37 (11.5.1896) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 37 (11.5.1896)
Date
1896-05-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Und so verblieb er im kaufmännischen Berufe. Dieser nahm ihn übrigens verhältnißmäßig nur wenig in Anspruch, und so konnte er recht viel Zeit dem Studium der h. Lehre widmen, dem er selbst im höchsten Greisenalter noch tief in die Nacht hinein oblag. Mit Recht rühmte man an ihm, daß er ein “ipiyi *ro D»m war, denn er verband die umfaffendsten Belesenheit in D"ff und D'poiö mit tiefem Durchdringen des gewaltigen Stoffes. Er hat mehr denn dreißigmal die ruro '-fiD nvw und mehrere Male den ^33 TD^n durchforscht; die schwierigsten Parthien deffelben, die über nnntöi nwciö beherrschte er mit selten zu findender Sicherheit. Man mochte, nach welchen 73 auch immer ihn fragen, stets wußte er sofort Bescheid zu ertheilen, man mochte, welchen pvD auch immer aufwerfen, sofort hatte er eine Stelle im TD^>n oder in den rveoin in Bereitschaft, mit deren Hilfe er den pov löste. Wohin er auch kam, überall erkannte man seine Ueberlegenheit an, überall erkannte man ihm die Palme der Gelehrsamkeit zu. Im wahrsten Sinne des Wortes war aber auch nvmp iNün n*n* invan-, denn er war ein nistoa pipiv, der seinesgleichen schwerlich finden dürfte. Wer seine Inbrunst beim Gebete an den D'ntj ona\ sein vmn m’oo dabei nicht gesehen hat, der weiß nicht, was es heißt, vor Gott sein Herz ausschütten. Dabei war er ein großer iort nV'DJ!?jd, der es liebte, seine Wohlthaten im geheimen auszuüben. Bei seiner ungewöhnlichen Gelehrsamkeit und Frömmigkeit war *vmd *i Vmi doch auch in weltlichen Angelegenheiten äußerst erfahren, und von nah und fern suchte man seinen Rath nach. Er war auch ein großer Charakter. Bescheiden bis zur Demuth, wußte er doch seine Würde zu wahren, anspruchslos für sich war er, wo es das körperliche oder geistige Wohl der Seinigen, eine mxo oder einen guten Zweck betraf, ein wahrer U'vva pro, im Umgänge mit Freunden voll liebenswürdigen Humors und sprudelnden Witzes, war sein ganzes Wesen von hoheitsvollem, tief sittlichem Ernste erfüllt, gewöhnlich nachgiebig, war er, wo es sich um Forderungen der Religion handelte, von eiserner Energie und unbeugsamer Consequenz, die kein Paktiren und Compromißschließen kannte, gegen andere sanftmüthig, war er gegen sich von rigorosester Strenge. Von der tiefen Gelehrsamkeit und dem hohen Geiste R. Meirs zeugen unzählige min ’tmn, die er theils andern Rande seiner rmuckv, seines «"scnno j/'V DMr u. s. w., theils besonderes ausgezeichnet hat. Ausnehmend zahlreich sind seine D'vrvr, zu 'n 1"' y"» niviv, die er drucke« zu lasten beabsichtigt hat, und zum m"n y"r. Die jüdische Gemeinde seiner Vaterstadt beehrte ihn sechsmal mit dem höchsten Ehrenamte, das sie zu vergeben hatte. Während seiner Amtszeit schaffte 734 er alte drückende Gemeindelasten ab und gestaltete die Finanzlage zu einer guten. Außerdem verwaltete der Verewigte viele Jahre das Rabbinat zu Rogasen, da den damaligen rühmlichft bekannten Rabbiner rwo mo omiBcn am, mit dem ihn das Band der engsten Freundschaft verknüpfte, eine Lähmung an der Ausübung der rabbinischen Funktionen verhinderte. Vor mehr denn 15 Jahren siedelte der Verewigte nach Filehne über, um bei seinen Kindern zu wohnen, und in dieser Zeit beschäftigte er sich ausschließlich mit -Tay min. Welche Verehrung oer seltene Mann auch hier genosten, zeigte sich bei seinem Ende. Dichtgedrängt umstanden die Gemeindemitglieder das Sterbebett, und man sah Männer, die im Dienste der Nanp man ergraut waren, bei nöiw nm«' des Frommen, wie Kinder weinen. Bei Beginn der mnia wurde Schophar geblasen, jene selbst aber in ungewöhnlicher und nur wie bei hervorragenden Talmudgelehrten zur Ausführung kommenden Weise vorgenommen. Nach Beendigung der rnnü ergriff der älteste Sohn des Verewigten, Herr - Oberlehrer Adolph Weyl von der Realschule der isr. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. das Wort. Er erklärte, daß es gegen den ausdrücklichen Willen des hingegangenen Vaters sei, irgend welchen “ibdh zu j halten. Es bleibe ihm daher nur übrig, über j die Aufgaben und Pflichten zu sprechen, die nunmehr j den Kindern, besonders gegen ihre Mutter erwachsen 1 seien. Er legte an der Bahre des Vaters und Leh-! rers für sich, seinen Bruder und Schwestern das Gelöbniß ab, für und für in den Wegen des Ver-! blicheuen zu wandeln. Der Redner, dessen Stimme? vor Rührung und tiefem Schmerze häufig versagte, j schloß mit dem Danke gegen Gott, daß er den Vater j bis zu dem fast patriarchalischen Alter von 90 Iah-? ren den Seinigen erhalten habe. Hierauf nahm Herr I Lewysohn, Präses der Gemeinde und langjähriger j Freund des Hauses, in wenigen, tief empfundenen z Worten von dem theuren Toden Abschied. Der Leichenzug setzte sich nach dem men n’a in Bewegung , die Bahre wurde von Verwandten und Freunden in das Innere des Gotteshauses gebracht, das von ernstmahnenden Schosartönen erklang. Heller Kerzenschein umfluthete die altehrwürdigen Räume, die Kronleuchter waren schwarz umflort, der Sitz des Verblichenen mit schwarzem Tuche ausgeschlagen. Auf ein Podium, das in gleicher Höhe mit dem Sitze errichtet war, wurde die Bahre niedergeftellt, so daß der große Tode zum letzten Male die Stelle einnahm, in welcher er den tiefsten Thoraforschungen sich hingegeben, im heißen Gebete vor Gott gerungen. Der gelehrte Stiftsrabbiner, Herr Bodonsky, ergriff nun das Wort. Von dem Worte ausgehend n"p> mso non nan enthielt er sich jedes Lobes des Heimgej gangenen und schilderte in schlichten, zu Herzen gehen-

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