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Der Israelit · 1896-05-11 · Heft 37 (11.5.1896) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 37 (11.5.1896)
Date
1896-05-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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„Süden!" schrie Dr. Blum entsetzt auf. „Martha," rief die Gräfin, an ihrem Verstand zweifelnd. „Dr. Longini!" warnte Dr. Marpua. Elchonon aber trat hocherfreut auf Martha zu und schüttelte Dr. Longini mit Wärme die Hand. „Meine besten Glückwünsche, mein liebes Schwesterchen. Dir, Luden, habe ich nicht nöthig, Glück zu wünschen, Du hast das höchste Glück Dir errungen!" „Wie auch Du, Elchonon, auch Du bist im Bunde dieser Gottlosen," rief Dr. Blum schmerzlich aus. „Luden im Verlöbniß mit einer Christin!?" „Sie sind im Jrrthum, Herr Dr. Blum. Martha ist eine Jüdin, denn ihre Mutter war eine Jüdin, leider aber eine abtrünnige. Mein Lehrer, Dr. Marpua, wird Ihnen bestätigen, daß in solchem Falle die Kinder richtige Juden sind." Dr. Marpua nickte zustimmend mit dem Haupte. „Wenn es sich so verhält, dann in meine Arme, meine Tochter," jubelte Dr. Blum laut. „Non Dieu! auch Martha eine Jüdin!" lachte die Gräfin grell auf. Es war ein wahnsinniges Lachen, daß alle entsetzt aufschauten. „Das ganze Geschlecht der Pelouse ist verjudet; nur ich, die Comtesse de la Pelouse bin rein und unbefleckt geblieben. Welche Wonne, die einzige Christin im Stamme der Pelouse zu sein! Doch noch ist mdn Gaston da, mein Erbe, der Letzte meines Stammes, er hat die Taufe empfangen, höret Ihr es, ihm gehört alles! Die Villa de l'Esperance soll Martha's Heirathsgut sein." Der Geist der Gräfin blieb von dieser Stunde ab umnachtet. Schon vor Monaten hatte sie bei ihrem Notar ihr Testament deponirt, in welchem sie Elchonon zu ihrem Universalerben einsetzte. Die Villa de l'Esperance war dagegen Martha als Besitzthum zuerkannt. 7S2_ - Zwei Jahre später sehen wir in dein Park der Villa de l'Esperance zwei junge Ehepaare lustwandeln. Es sind Prof. Dr. Longini und seine Gattin, eine wahrhaft classische Schönheit; der zweite, Prof. Dr. Pelouse, welcher trotz seiner Jugend in Folge vieler epochemachender Arbeiten diesen ehrenvollen Grad erreicht hatte. An seinem Arme lehnte sich seine junge Gattin, Recha, deren Lieblichkeit einen poesievollen Hauch ausstrahlte. Sie sind erst seit einigen Wochen vermählt. Unweit von ihnen schritten noch in voller Rüstigkeit zwei ältere Herren, in welchen wir Dr. Marpua und Dr. Blum erkennen. Die kleine Gesellschaft nährte sich dem orientalischen Pavillon. „Erinnerst Du Dich noch des Tages hier," sagte Martha zu Elchonon gewendet, „wie hoffnungslos schien uns beiden unsere Zukunft; der Allmächtige jedoch hat es anders beschlossen. Ihm wollen wir auch fortan aus der Tiefe unseres Herzens danken." Die Pforten des Pavillons thaten sich auf und ein altes Weib trat aus denselben und als sie Elchonon erblickte, hüpfte sie fast jugendlich auf ihn zu und schlang ihre Arme um seinen Hals. „Mein Gaston, mein lieber Gaston," jubelte sie, ihn mit ihren blöden Augen liebevoll ansehend. „Du der Letzte meines Stammes sei gesegnet!" „Beruhige Dich Tante Delphine," antwortete Elchonon liebevoll._ Wochen - Kalender. Mittwoch, 13. Mai, 1. Sivan, EHn ütfto. Freitag, 15. Mai, 3. Sivan, , Sabbat-Anfang in Mainz 7 Uhr 35 Min. s Samstag, 13. Mai, 4. Sivan, ) . 'l P“iD "OlDn. Sabbat-Ausgang in Mainz 8 Uhr 55 Min.l *2 Sonntag, 17. Mai, 5. Sivan, niJDttf my Montag. 18. Mai, 6. Sivan, myittn 'n. Dienstag, 19. Mai, 7. Sivan, nm mynttn '3. Festes-Ausgang 9 Uhr. Mittwoch, 20. Mai, 8. Sivan, jri ddn. Dir „J«raelit" erscheint wSchentlich -Weimar, Montag» und Donnerstag», jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis des Jahrgangfür Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, sür'S Ausland 16 Reichs-Mark. Man abounirt -an-- jährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen a». — Durch Sr» DnchtzanSei p» Sqirtze« Set €. $. -tetuacker, Leipzig, Dohpiaq t». — Inserate »5 Pfennig die vtergespaltene Pettt»eUe oder deren Run«. — Oesterreichtsche Banknoten laut Tour». — Direkte Franco-usendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland »nd Oesterreich 14 RetchS-Mark oder 8 st. östrrr., für'» Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco etn-ufende». «iK< «ckckfnrdrrrrg »#t» arr die Redaetio« oiagesarrdterr Manaseripterr findet nicht statt, «an dtttet dsOtzakd sich von allen «nsendnngen eine «opie -urückzirdehalterr. Inhalt (Hanptblatt) r Leitender Artikel: Die Demuth im Geiste der jüd. Sittenlehre. Von Rabbiner H. Galandauer in Soborten—Böhmen (Fortsetzung). — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Pinne. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Preßburg. — Feuilleton: Der Letzte seines Stammes. Erzählung von Alphonse de la Haye. (Fortsetzung.) Inhalt der Beilage r Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Aus der Provinz Posen. Aus Westpreußen. Gr.-Glogau. — Vereinsnachrichten. — Gcrichtszeitung. — Vermischtes. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz—Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu eine Beilage.

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