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Der Israelit · 1896-05-11 · Heft 37 (11.5.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 37 (11.5.1896)
Date
1896-05-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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728 nütziges Thun sind auch in unserer materiellen Zeit nicht ausgestorben. Herr I u l i u s B o d e n st ei n, der vor drei Jahren bei der Einrichtung unserer Synagoge, Brunnenstr. 10, ein so erhabenes Beispiel des Eoelmuths an den Tag gelegt, hat einen neuen Beweis seines wahrhaft jüdischen Sinnes bekundet durch die Schenkung eines nsns, einer und Kanzeldecke, die die Bewundernng aller Synagogenbesucher erregen. Bei der Einweihung dieser h. Gegenstände hob unser allverehrter Rabbiner Höxter hervor, wie Herr Bodenstein einen neuen Edelstein dem Strahlenkranz seiner Hochherzigkeit eingesetzt und so das Wort des Predigers Salomo znr Wahrheit gemacht: moy D^iy^ pNm n:j m-n -j^n tt — ein Geschlecht geht dahin, ein Geschlecht kommt, aber die Erve besteht ewig. Herr B. sei ein würdiger Sohn seines großen Vaters; mit bewunderungswürdiger Freudigkeit ahme er dem Verstorbenen nach, Gutes zu stiften und so bleibe der geistige Zusammenhang zwischen den Dahinziehenden und dem neu aufblühenden Zeitalter für immer gewahrt. Gute Beispiele finden Nachahmung. Und so haben wir von einem zweiten Werke zu berichten, das von der edlen Begeisterung für unfern Glauben und von der liebevollen Verehrung für unsere Gemeinde glänzendes Zeugniß ablegt. Es ist dies die Schenkung einer -idd, wodurch sich Herr Marcus Wasserberg und dessen Frau ein bleibendes Denkmal errichtet haben. Die Einweihung derselben fand unter dem Andrange einer weit über die verfügbaren Plätze hinaus versammelten Zuhörerschaar statt. Die Festrede des Herrn Rabbiner Höxter, die in der Einleitung von der Sorgfalt und ehrfurchtsvollen Scheu sprach, mit der man von jeher an die h. Thora hinantrat, knüpfte an die Worte an: nbv irnU'PJ Dyu ’:m r.'o-n — ihre Wege sind liebliche Pfade, und alle ihre Geleise sind Frieden, — und wies in herrlichen, tief ergreifenden Worten nach, wie die Thora Israels Haupt mit den Kränzen der Liebe und des Wohlwollens schmücke und den göttlichen Frieden, die innere Seelenruhe ausrichte, die zum Glauben an die Alles lenkende und leitende Hand Gottes führen, des Lebens Zweifel und Zwiespalt lösen, und dadurch den Segen der Familie, die Einigkeit und Innigkeit in der Gemeinde begründen. Abends schloß sich ein Festmahl in der Wohnung der Spender an, bei dem viele, schöne Worte der Thora gesprochen wurden. Frankfurt a. M. (Jahresbericht der israelitischen Waisenanstalt.) a) Knaben-Abtheilung. Von den 30 Zöglingen, welche am Schluß des vo.igen Jahres sich in der Anstalt befanden, wurden zu Ostern nach vollendetem Schulbesuch zwei entlasten, der eine, um in ein Königliches Lehrerseminar, der andere, um als Lehrling in ein hiesiges Geschäft einzutreten. Die hierdurch erledigten Zöglingsstellen wurden zusammen mit den bereits früher vakant gewordenen durch Aufnahme neuer Zöglinge im Laufe des Jahres wieder besetzt, so daß gegenwärtig die Wohlthaten der Anstalt in dieser Abtheilung 34 Zöglingen zu Theil werden, welche durch Schulunterricht, wie durch häusliche Erziehung für ihre zukünftige Bestimmung die geeignete Vorbildung erhalten. Außerdem verblieben vier der Schule entwachsene und' in hiesige Geschäfte eingetretene Zöglinge weiter in der Anstalt, wofür die Kasse derselben eine entsprechende Vergütung seitens des Moses und Clara Schiff'schen Fond zur Unterstützung verwaister Kinder für die Dauer ihrer Lehrzeit erhielt. Aus diesem Fond wurden im Laufe des Jahres im ganzen 5 in den bürgerlichen Beruf übergegangene Zöglinge nach Maßgabe des Bedarfs unterstützt. Bei dieser Gelegenheit möchten wir nicht Unterlasten, unter Hinweis auf die hochwichtige Aufgabe, welche diese Stiftung zu erfüllen hat, eine wohlwollende Theilnahme dafür herzlichst zu erbitten. b) Mädcheu - Abthei lung. Diese Abtheilung zählt, wie im vorigen Jahre, 18 Zöglinge, welche die Israelitische Volksschule besuchen und im Hause, der jeweiligen Altersstufe entsprechend, zweckdienliche Anleitung und Vorbereitung für ihre zukünftige Bestimmung erhalten. Die Erträgnisse der Marie Dreyfus-Stiftung werden ihrer Bestimmung gemäß zum Unterhalt der Anstalt entwachsenen und noch nicht erwerbsfähigen Waisenmädchen verwendet. Auch diese Stiftung sei einer freundlichen Berücksichtigung angelegentlichst empfohlen. — Mit tiefem Schmerze beklagen wir das Hinscheiden zweier Kollegen, welche uns als treue, bewährte Mitarbeiter eine lange Reihe von Jahren hindurch mit eifrigem Interesse zur Seite standen. Am 13. Januar d. I. starb nach kurzer Krankheit Herr Selig Goldschmidt, welcher seit den ersten Anfängen der Anstalt deren Verwaltung angehört hatte. Die Anstalt betrauert in ihm einen ihrer hervorragendsten Wohlthüter, der, seiner warmen Menschenliebe entsprechend, bei jeder Gelegenheit seine edle Fürsorge für die Anstalt als Ganzes wie für ihre einzelnen Zöglinge in liebevollster Weise an den Tag legte. Ganz besondere Verdienste erwarb sich der Dahingeschiedene um die Mädchenabtheilung, deren Begründung, wie sie durch ihn und seine lelige Gattui angeregt wurde, auch seiner thatkraftigen Förderung am meisten zu verdanken war. Was er unserer Anstalt gewesen, und was er geleistet hat, sichert ihm ihre unvergängliche Dankbarkeit, wie auch j .

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