Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 35 (4.5.1896)
- Date
- 1896-05-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448608-2448642--41731-2490702- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
698 80 d*J3T und unzählige Deputationen waren erschienen. Ergreifende ll"ivOn hielten die Ehrwürdigen Nabbinen Reich aus Budapest, Teitlbaum—Marmarosziget, Rosenberg—Püspök-Cadüny, Soffer—Paks. Während der) v'ieon, welche in dem Trauerhause in Neupest abgehatten wurden, hörte man taute und jammervolle Klagerufe über den Verlust dieses so edlen Menschen. Der wurde von jenem Tische verfertigt, an welchem er an den □’ü'id D’m mnutff in Gemeinschaft von 10—12 orrw seine Mahlzeit verzehrte; für jeden derselben hatte er ein freundliches Wort. Der p'N wurde eine Strecke weit auf den Schultern getragen, und nur der überaus weiten Entfernung des pvbp rva der Budapester orthodoxen Gemeinde in Ofen ist es zuzuschreiben, daß die Beförderung mittelst Wagen geschah. Die rnwp erfolgte in obenbenanntem Friedhofe, in welchem die Budapester orthodoxe man dem Todten eines der ersten nnap vipv anwies. Am n'3 sprach noch Rabbiner Kutna ans Eisenftadt, und hielt dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Noch lange wird uns unvergeßlich bleiben die Ehre, die dem Todten allerseits erwiesen wurde. Möge er für den bbi ein *wv p'bv sein.!mw k*? nniD3i v.-i"N3 D'O^ni D^nnt-on Der Verblichene, dem seine Gattin, eine naw mitfn vor wenigen Jahren im Tode voranging, unb der gar keine Nachkommen hat, hinterließ gar kein, wie immer geartetes Vermögen, der beste und klarste Beweis für ein uneigennütziges Wirken im mb. Alles, was er besaß, verwendete er zur Unterstützung von Armen. Möge er in jenen lichtvollen Höhen, wohin sein Geist emporgeschwebt, seinen Lohn erhalte!: und jene Ruhe finden, die er im Leben entbehrte.!ovm nma mns «nn Heinrich L . . . r. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Würzburg. (Bericht des Vereins für jüd- Geschichte und Literatur. Schluß.) Von dem hohen Ansehen, des Chasdai am arragonischen Hofe, bei jüdischen und nichtjüdischen Gelehrten, sowie in den Gemeinden genoß, gibt der 100 Jahre später lebende Joseph Jabez Zeugniß, indem er sagte: „Rabbi Chasdai, dessen Geist alle zeitgenössischen Philosophen überragte, war auch groß in göttlichen Dingen, denn er rief Gott an und Gott erhörte ihn in zahlreichen Versammlungen; durch ihn wurde der Name Gottes geheiligt, viele von den Großen bekannten sich durch ihn im Herzen zum Judenthum und er war so beliebt bei dem Könige, daß ohne ihn der König seine Hand nicht erhob, etwas Grobes oder Kleines zu thun." Diese Heiligung des göttlichen Namens gründete sich wahrscheinlich auf eine Mittheilung des Abraham Saba in seinem mvn nny „Es ist eine bekannte Sache, daß man sie — die Juden — nur unter der Bedingung aufnahm, wenn sie den Regen herbeischafften; so geschah es in Arragonien zur Zeit einer Regennoth, da trieb man die Juden aus der Stadt und verschloß die Thore vor ihnen, bis sie Regen brächten. Da ries Rabbi Chasdai Kreskas: „Uns ist Wasser" und der Ewige bedachte sein Volk und gab Wasser; und so häufige Male." Die literarische Thätigkeit unseres großen Chasdai theilt sich nach 3 Richtungen, als Talmudgelehrter, als Religionsvertheidiger und als Phylosoph. In erster Beziehung begegnen wir ihm in sehr vielen Responsen des Ribasch, der ihn mit Vorliebe als Auto.ität anfühct und auf seine Zustimmung hohen Werth legt. Welches Ansehen er auch in dieser Beziehung bei den auswärtigen Genreinden genoß, geht daraus hervor, daß er bei dem bekannten Streit uai das Groß- Rabbinat in Frankreich zwischen Jochanan, denr ältesten Sohn des Oberrabbiners Mattatia Provenci und Jesaia b. Abba Mari aus Savoyen, von beiden sich bekämpfenden Parteien als Schiedsrichter angerufen wurde und man sich seinem Urtheile, das zu Gunsten des Rabbi Jochanan lautete, unterwarf. In ihrem Bedrängniß von den zahlreichen Bekehrungsschriften, die uran den Juden gewaltsam aufdrängte, wandten sich nicht nur diese selbst an Chasdai, sondern auch vornehlne Christen, deren Vertrauen er in hohem Grade besaß und die in ihm den großen Geist und überzeugungssesten Mann verehrten, andererseits einen Widerwillen und Abscheu gegen das Gebühren der wüthenden Glaubenseiferer hatten, sie veranlaßten ihn zur Abfassung einer Gegenschrift, die im Jahre 1396 als eine polemische Abhandlung unter dem Titel Tratado erschi n. Dieselbe war mehr an die Christen, als an die Juden gerichtet, und deßhalb in spanischer Sprache geschrieben und machte sowohl auf Juden, wie auf Christen einen tiefen Eindruck. Sie wurde später von I. C. Schemtow ins Hebräische übersetzt. Noch eine andere Schutzschrift zu Gunsten der Juden hatte Chasdai ausgearbeitet, die er dem Könige vorlegen wollte, aber von dem Apostaten Paulus Burgenses hintertrieben wurde, worauf Profiät Duran Efodi in seinem satyrischen Epistal anspielt. Auch zeigte sich Chasdai's Geist und Einfluß bei seinem großen Schüler Joseph Alba in der Vertheidigung des Talmuds, auf der Religionsdisputation zu Torlosa, der sich von allen Notablen als der standhafteste bewies. Als den großen, originellen Phylosophen lernen wir Chasdai in seinem Werke 'n nw „das Licht Gottes" kennen.