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Der Israelit · 1896-05-04 · Heft 35 (4.5.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 35 (4.5.1896)
Date
1896-05-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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692 des Purimfestes gelten; denn RRVV2 p2Rk2 iid< djdjipd im Monat Adar vermehre und vergrößere man die Freuve. Und könnte es etwas Schöneres und Erhebenderes geben, als an einenr Feste theilzunehmen, das von einer Anstalt ausgehe, die das ganze Jahr hindurch nichts anderes kenne, als dem Geistesleben der Jugend jenen uralten Duell der Thora zu erschließen, aus dem die Ströme des regen Interesses am Judenthum fluthen, aus dem frische Lebensanregungen für das spätere, mühsame Wirken und Schaffen geschöpft, und so jene festen Stützen an den göttlichen Lehren gewonnen werden, die die Kinder gegen Verlockungen und Versuchungen aller Art wappnen. Solle jedoch solch ersprießlicher Erfolg erzielt werden, so müßten Haus und Schule in steter Verbindung bleiben und ihre Gedanken über die beste Erziehungsweise austauschen. Zu solcher Brücke für den Verkehr zwischen Eltern und Lehrern sei ein gemüthliches Beisammensein, wie das heutige, von ungewöhnlicher Tragweite. Er wünsche, daß das Vertrauen, das die . Eltern bisher in so reichem Maße der Schule entgegengebracht dadurch gelohnt werde, daß die Kinder durch die religiösen und menschlichen Wahrheiten, mit denen die Schule sie auszustatten sich bemühe, sich einen Führer schaffen, der sie zu Glück und Gedeihen führe. Mit mehreren Toasten aus der Mitte der Gäste, die die großen Verdienste des Direktors feierten, schloß gegen 4 Uhr Morgens das herrliche Fest, das allen Theilnehmern unvergeffen bleiben wird. Mühlhausen i. C, 29. April. Die in Ihrem geschätzten Blatte, wie in mehreren politischen Blättern mehrfach besprochene Wahl des israelitischen Eonsistoriums des Ober-Elsaß hat, unter dem Motto: L'vv.i nnn rin Kein neues Mitglied unter der Sonne des oberelfäfsischen israelitischen Eonsistoriums, ohne Sang und Klang ihren entgültigen Abschluß gefunden. Die von den Wählern des israelitischen Konsistorialbezirks Obeo Elsaß vollzogenen Wahlen der Herren Lazarus Lantz in Mühlhausen, Markus Baumann und Heinrich Wahl in Colmar zu weltlichen Mitgliedern des israelitischen Eonsistoriums, sind durch Verordnung des Kaiserlichen Statthalters bestätigt worden. Tie bisherigen weltlichen Mitglieder des israelitischen Eonsistoriums sind also von neuem gewählt und bestätigt und wir Oberelsässer stehen nach wie vor auf dem obenerwähnten Standpunkt iporn nnn ehr ]*n. O e ft err. - U n g a r. Monarchie. Graz. (W i e's g ema ch t w i r d.) Das Gruseln nämlich vor dem Schächten, das hier feinen tollen Spuck treibt mib diese unsere fundamentale Gemeindeinftitutioit wiederholt ernstlich bedroht hat. Unter dem Titel „Gar mächtig ist im M en schen die B estie" hat ein hiesiger Herr Rudolf Bergner eine Broschüre veröffentlicht, die sich mit allerlei sozialen Fragen befaßt und dabei auch des Schächtens in einer Weise gedenkt, die geeignet ist die Kritik herauszusordern. Wir lassen den betreffenden Passus hier mit einigen Randglossen folgen. Sollten dieselbett dem Verfasser zu Gesicht kommen, so hoffen wir, wenn er wirklich mit redlichen Waffen für den Schutz der Thiere kämpft, daß er seinen Jrrthum einsehen und berichtigen wird. Jeder aufrichtige Freund und Förderer des Thierschutzes wird es im Interesse der guten Sache bedauern, wenn ihr mit Unwahrheiten, Entstelltlngen itnd Uebertreibungen zu ihretn Rechte verholfen werden soll, wie es in folgender Darstellung geschieht. „Das Schächten," heißt es hier, „ist eines jener zarten Sächelchen, die mit Sammtpfötchen angegriffen werden wollen. Sobald das geheimnißvolle Glöcklern erklungen?) erheben sich zwei gar gewaltige hohe Herrschaften, unsere israelitischen Mitbürger und der Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Sie stimmen den Ruf. an: „Polizei, Polizei!" Möchten sie doch vor allenl eine Frage sich selbst vorlegen, ob es denn wohl einem Thierfreunde, einem Thierschützler, der warm fühlt tlnd groß denkt, angesichts des erdrückenden Thierschutzstoffes auch nur im Traume einfallen würde, sich mit dem löblichen obengenannten Vereine zu verfeinden itnd das Wort „Judenthum", in den Mund zu nehmen, wäre das Schächten eine christliche oder mohammedanische llnfittc.2) Nicht weil das Schächten ein ritueller Gebrauch des jetzt mehr und kräftiger denn je augepackten itnd geschüttelten Judenthums ist, wird es vom Thierfreund bekämpft, sondern weil cs eine Schlachtart darstellt, die sich mit unseren heutigen Anschauungen nicht vereinbaren läßt?) Der Thierschützler bezeichnet diese Schlachtmethode blos als einen altvererbten Brauch, er greift deshalb nicht eine durch die Staatsgesetze geschützte Religion an, dies um so weniger, als ja hervorragende jüdische Schriftgelehrte das Schächten nicht' als unabänderlichen Religions-Bestaudtheil erklären. So urtheilen der Rabbiner Stern und andere jüdische Schriftgelehrte. Mit dem können wir uns beruhigen, jüdischer als die Rabbiner braucht ein Thierschützler nicht zu sein?) Die einsichtsvollen Vertreter des Judenthums mögen dies begreifen und ihren Einfluß ztt Gunsten des Thierschutzes in die Wagschale werfen. Hier ist für sie eine Gelegenheit, darzuthun, daß man ihnen mit Unrecht starres Festhalten an mittelalterlichen, fremden, unspmpathischen itnd unheimlichen Gebräuchen zum Vorwilrf macht, zu beweisen, daß ihnen selbst daran liegt, der arischen Weltanschauung und der Gesittung jener Völker, unter denen sie leben, nahezukommen. Thun sie dieses nicht und wünschten sie ein starres Fest-

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