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Der Israelit · 1896-04-30 · Heft 34 (30.4.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 34 (30.4.1896)
Date
1896-04-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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675 unter den Spenden alle Finanzgrößen mit ziemlich bedeutenden Summen (so z. B. Baron H. Giinzburg 66,754 Rubel, Poliakoff 41,000 Rubel, Wanelberg 10,000 Rubel, Warschawski 75«>0 Rubel re.) schon bereits früher vertreten waren und sich keine Möglichkeit bot, besagte Schuld binnen Kurzem tilgen zu könnet!, so fand inan dagegen ein anderes radieales Mittel. Die betreffenden Gläubiger nämlich, und zwar wieder die Herren Baron Horace v. Günzburg mit 62,602 Rubel, Poliakoff mit 67,278 Rubel, H. Wanelberg mit lo,ooo Rubel und M. A. Warschawski mich mit 10,000 Rubel, verständigten sich, nicht nur ihre entsprechenden Guthaben zu schenken, sondern die ebenfalls während des Baues von der Petersburg- Moskaner-Commerz-Bank geborgten 69,660 Rubel zu bezahlen. Auf solche Weise bekamen unsere Glaubensgenossen in der russischen Residenzstadt einen prächtigen, eigenen Tempel. In der vielbesprochenen Chaliza-Frage hat das Ministerium des Innern neulich eine sehr wichtige Aufklärung ertheilt. In Folge eines Gesuches des Wilnaer Rabbiners um Feststellung, wie im Chalizaverweigerungsfalle zu verfahren wäre, antwortete genanntes Ministerium, es habe auf Grund vieler rabbinischer Gutachten für diesen Fall folgende Maßregeln bestätigt: 1. es wird den verweigernder Schwäger«! verboten (insofern sie ledig oder verwitwet sind) selber Ehen zu schließe«!, bis sie die vorgeschriebene Chalizaceremonie vollzogen haben «verde«!, 2. bevor sie dieser Vorschrift Genüge geleistet, haben «sie auch nicht das Recht, die Erbschaft ihres verstorbenen Bruders anzutreten; und 3. solange die Ehaliza nicht stattgehabt, sind sie verpflichtet, ihren verwitweten Schwägerinnen entsprechende Alimente zu zahlen. Riga, 26. April. Zur Judenfrage bringen die „Birsh. Weo." folgende Mitthcilung: Durch Allerhöchsten Befehl ist dem Minister des Innern anheirngegeben worder«, die Frage der Abänderung und Ergänzung der Regeln von 3. Mai 1882 in Erwägung zu ziehen. Seit dein Erlaß jenes Gesetzes, «velches den Hebräern verbietet, sich außerhalb der Städte und Flecken neu anzusiedeln, Güter zu arrondiren oder zu verwalten, sind mehr als 10 Jahre verfloffen und dieser Zeitramn muß den Lokalbehörden die Möglichkeit gegeben haben, genügend zuverlässige Urtheile über die Ergebnisse und die praktische Anrvendbarkeit dieses Gesetzes in den Dörfern zu gervinnen. Aus Anordnung des Ministers ches Innern werden daher jetzt auf dem Laude über die Zahl der hebräischen Bevölkerung, über die Zahl der von Hebräern unterhaltenen Getränke-Anstalten, der ihnen gehörenden Güter u. s. «v. Daten gesaminelt und ebenso werden Gutachten der höheren Administrativ- I Behörden betreffs nothmendiger Abänderungen des Gesetzes eingeholt. Türkei. (B.) Konstantinopel, 15. April. Einige Tage vor dein Passahfeste hat unser erlauchter Herrscher, Sultan Abdul Hamid n"T, unseren Chacham Baschi, Rabbi Moses Levy '"j, den Betrag von 3OO türkischen Pfund (5000 Mark) überschlckt, damit «nan Mazzos und Fleisch ankaufe und die Arrnen dainit betheile. Auch unser Cultusvorstand hat nicht ermangelt, die Kaffen unserer Ge- «neinde weit zu öffnen, u«n unsere Armen zu den Feiertagen mit Mazzos, Fleisch und Wein gehörig unterstützen zu können. In der Türkei gibt es bekannt keine jüdischen Soldaten und so braucht man solche zu««! Passahfeste nicht zu verköstigen. Dafür gibt es hier Hunderte von Frernden, besonders aus Rußland und dein Oriente, die gleichfalls zu den Feiertagen et«vas zu essen haben wollen, und die große Auslagen verursachen. Jndeß wird aus unserem Geineindehause kein Nothleidender mit leeren Händen «veggeschickt. Salonichi. In unserer Stadt repräsentiren die Juden den dritten Theil der Bevölkerung, die im ganzen circa 150,000 Seelen zählt, aber ihr Einfluß ist viel bedeutender als wie ihre Zahl. A«n Sabbat sieht die Stadt aus, als rväre sie fast nur von Juden bewohnt, so still und ruhig sind die Straßen. Die Zollanftalten, Posten und Konsulate haben an diese»! Tage viel weniger zu thun, als a»! Sonntag, dem Feiertage der Christen und selbst a«n Freitag, dein Feiertage der Mohamedaner. Ganz besonders machte sich dieser starke, jüdische Zug am letzten Peßach geltend In allen Kaffee's, auch in denen, die im Besitz von Nichtjuden sind, wurden Speisen nos by -itco verabreicht. Große Bescheinigungen des Rabbinats sind in allen Schaufenstern zu sehen und unterrichten das Publikum darüber, daß in diesen Kaffee's und Restaurants ein -id»? eingesetzt vom Rabbinat darüber wacht, daß alles was verabfolgt wird r»ov Sy -«&□ zubereitet ist. In den Schulen, welche die italienische Regierung in Salonichi unterhält, sind fast nur jüdische Schüler zu finden, sie sind daher genöthigt, a«n Sabbat und allen jüdischen Feiertagen zu schließen. Ja sogar das Theater, denn wir haben ein solches in unserer Stadt, rvenn auch in demselben herumziehende Truppen nur von Zeit zu Zeit spielen, begann an den zwei ersten Abenden des Peßach erst um 1/a10 Uhr, also viel später als gewöhnlich. Aus allen diesen Momenten geht hervor, welch' eine bedeutende Rolle die Juden in Salonichi, dem drittgrößten Handelsplatz der Türkei, spielen. England. London. Das hiesige Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder veranstaltete am 19. April

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