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Der Israelit · 1896-04-30 · Heft 34 (30.4.1896) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 34 (30.4.1896)
Date
1896-04-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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•T,r35y’’*y'tf' **?? B! -ygv> ■ v. wi - 672 unb habe keine Langweile bis heute Nacht. Die Erlösung naht." „Nochmals meinen Dank." Mit warmem Händedruck trennten sie sich. 35. Kapitel. Die mißlungene Entführung. Eine pechschwarze Nacht brach herein. Düstere Wolkenmassen lagerten um den Horizont. Kein Lüftchen regte sich; ein Gewitter schien im Anzuge zu sein. Die Straßenlaternen brannten trübe, ihr Licht nur spärlich spendend; denn die Straßen waren säst menschenleer, nur hie und da huschte ein Fußgänger vorüber, oder ein Wagen rollte polternd über das Straßenpslaster. Von der Thurmuhr dröhnten elf Schlüge. Sinnend trat Elchouon an'S Fenster seiner Wohnung und sah auf die Straße hinab. „ES ist die bestimmte Zeit," murmelte er vor sich hin. Wo nur meine Freunde so lange bleiben." Er hatte seine Worte noch nicht ganz beendet, als er Schritte die Treppe heraus vernahm. Die Thüre that sich aus und Dr. Blum, Longini, Marpua traten in das Zimmer. „Nicht wahr, wir sind pünktliche" sagte Dr. Blum und ließ sich auf das Sopha nieder. „Der Satan selber mag jetzt kommen, wir nehmen den Kampf mit ihm ans," „Wir hätten eigentlich die Staatsanwaltschaft von diesem geplanten Ueberfall unterrichten sollen," warf Marpua ein. „Müssen wir uns in Fehde einlassen? Und wentl des Paters Leute bewaffnet find?" „Unsinn!" versetzte Dr. Blmn ärgerlich. „Seine Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montag- und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonntrt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch Se« Duchhandet p» bestehe« bet «. $. Kteiuacker, Leipzig, Doßptatz IS. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut EourS. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschlaud «ud Oesterreich 14 Reichr-Mark oder 8 st. österr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Gi»e Rüökseudung »orr a« die Rtdaetio» eittgesandten Manuscripterr findet nicht statt, man bittet deStzalb fich von allen Einsendungen eine Topie zu rückzub«halten. Inhalt (Hauptblatt) r Leitender Artikel: Vor 800 Jahren. — Zeitungsnachrichten u. Eorrefpondenzen: Deutschland: Berlin. Aus Ilnterfranken. Aus Baden. Zabern. Ocsterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Brünn. Pest. Vukovar. Rußland: Kronstadt. Griechenland: Korfu. Amerika: New-Aork ^an Franeisco. Palästina: Jerusalem. — BereinSnachrichtcn. — Gerichtszeitung. — Feuilleton: Der Letzte seines Stammes. Erzählung von Alphonse de la Hage. (Fortsetzung.) Inhalt der ersten Beilager Zeitungsnachrichten und Correspondeuzen: Deutschland: Berlin. Erfurt. Weingarten. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Rußland: Petersburg. Riga. Türkei: Konstantinopel. Salonichi. England: London. Amerika: New-Aork. Indien: Bombay. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrcspondenzcn: Deutschland: Würzburg. Belletrist. Beilage: „Spanische Juden in Bosnien." — „Das Haus zu der Krone." Extra-Beilage: Sprüche der Väter. Verantwortliche Rcdaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schcn Hofbuchdruckerci-Aetieu-Gesellschast in Mainz. Leute führen keine aubcre Waffen bei sich, als ihre List uub Verschlagenheit. Die Polizei dürfen wir da ilicht in Anspruch nehmen; denn es würde viel Staub auswirbellt uub unangenehme Folgen für die Eomtesse haben können, das hat sie aber um Elchonon und seine Eltern nicht verdient." „Eigenthürnlich bleibt es dennoch," mengte Elchonon sich in das Gespräch. „In unserem Zeitalter sollte malt es doch nicht für möglich halten, daß nur eilt Mensch sich mit solch' mittelalterlich graitsamen Plänen zll tragen im Stande ist." „Nicht doch, Klein lieber Elcholton," sagte Dr. Marpua. „Ich sehe im Strome der Geschichte der Menschheit immer den nämlichen Wellenschlag, immer das nämliche Nad, das von bat menschlichen Zielen geschwungen wird. Die Völker streben alle nach Freiheit, aber nur unt aus einer Knechtschaft in die andeere zu verfallen. Die Namen wechseln im Lause der Zeiten, nicht aber die Dinge; sie bleiben sich in ihrer Jndividilalität gleich, ob sie diese Gestaltung oder jene Form tragen. Recht uub Unrecht, Grobheit und Arglist fiub Gegensätze, die in sich irr der Mensch' heit unwandelbar bleiben; die Idee jedoch bleibt. Warum sollten null Gelvaltakte, die früher möglich waren, ihre Ausführung sandelt, auch nicht jetzt denkbar sein? Ilnd die Regierung kalin nur das zur Rechenschaft ziehen, wovon sie Kenntniß hat. Und wie viele Gesetzeswidrigkeiten entgehen ihrem Blicke! An dem redlichen Strebelt der Regierung zweifelt Niemand, dock wo kein Ankläger ist, da ist auch kein Richter." (Fortsetzung folgt.) Hierzu vier Beilagen.

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