Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 33 (27.4.1896)
- Date
- 1896-04-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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außerdem 32 Lehrlinge Abendunterricht erhallen. In der Mädchenschule von Damaskus sind 200 Schülerinnen, in der von Smyrna 230. Die Association beabsichtigt dem Schah von Persien zu seinem fünfzigjährigen Negierungsjubiläum zu gratuliren und dabei auf die traurige Lage der dortigen Juden hinzuweisen. London. Mr. Joseph Sebag Montefiore, der Generalkonsul für Italien, sandte den von ihm für die italienischen Verwundeten gesammelten Betrag von 60,000 Mark an das italienische Comitö des rothen Kreuzes ab. Diese Summe ist größtenteils von Juden aufgebracht worden. Amerika. New-Uork. Die ganze Welt ist eine Stadt, möchte man sagen, wenn man beobachtet, wie fast in allen Großgemeinden Israels derselbe Nothstand bei der Ertheilung des Religionsunterrichtes herrscht. Es ist noch nicht lange her, daß wir diese Klage aus London lasen, und auch bei Ihnen in Berlin dürften die vorjährigen Beschwerden in dieser Sache wohl noch nicht gehoben sein. Hier in Rew-Uork nimmt alles einen ungeheuerlichen Umfang an, und es ist daher begreiflich, daß der Mangel an geeigneten Anstalten für den Religionsunterricht in der hiesigen gar nicht organisirten Gemeinde ungeheure Dimensionen angenommen hat. Rach Feststellungen, die einen Anspruch auf Zuverlässigkeit machen dürsten, wachsen mehr als 30,000 jüdische Kinder ohne Religionsunterricht aus, trotzdem die zahlreichen Schulen der einzelnen Gemeinden und die jüdischen Freischulen sehr stark benutzt werden. Die letzte Generalversammlung der U6dre^v-^r66-8o1lool-^>i>;oc.iation, hat sich mit diesem Gegenstand beschäftigt, und ihren Vorstand beauftragt sich an die sämmtlichen Gemeinden und Erziehungsvereine zu wenden, und sie zu einer gemeinsamen Konferenz einzuladen. Jede Körperschaft soll 5 Deligirte ernennen und diese sollen gemeinsam berathen, wie dem schreienden Mißstande abgeholfen werden kann. Hoffentlich führt diese dankenswertste Anregung auch thatsächlich zu geeigneten Schritten, denn nirgends thut geregelter Religionsunterricht so noth als gerade in Rew-Pork, wo die Versuchung für die als Kinder einwandernden russischen und polnischen Juden so groß ist, mit den alten Sklavenfesseln nun auch jegliche Pietät gegen die Sitten der Vorfahren und jeglichen Zusammenhang mit den: Judenthume abzustreifen. New Port. Die Educational-Alliance veranstaltet im Monat Mai in den Räumen des Hebrew- Jnstitut eine Kunstausstellung, veröffentlicht daher einen Aufruf an die Besitzer der Gemälden, Statuen, Kupferstichen, Münzen und anderen Kunstwerken, für die Dauer dieses Monats die inAhrem Besitz befindlichen Kunstgegenstände für diese^Ausstellung'her- | zuleihen. Diese Ausstellung ist ebenfalls als eine der erziehlichen Maßregeln gedacht, mit deren Hilfe aus den russischen Juden civilisirte Bürger der Vereinigten Staaten gemacht werden sollen. Auch der Sinn für das Schöne soll in ihnen geweckt werden und dazu soll diese Kunstausstellung dienen, die in demselben Institute stattfinden wird, wohin ohnehin Tausende von ihnen pilgern, um den Unterricht, sei es im englischen, sei es in jüdischen Fächern, sei es im Handwerk zu genießen. Im vergangenen Jahr war diese Kunstausstellung von mehr als 100,000 Personen besucht und ihr günstiger Einfluß unverkennbar. Philadelphia. Rev. Dr. Joseph Krauskopf ist von einer fünfwöchentlichen Vortragsreise durch den Süden der Vereinigten Staaten hierher zurückgekehrt und hat für den Fond der von ihm geplanten Ackerbauschulen einen weiteren Betrag von 10,000 M. mitgebracht, als Ueberschuß dieser Vortragstouren. Außerdem erhielt er verschiedene Zusicherung für Geschenke zur Errichtung der Schule und in Texas ist bereits ein Stück Land geschenkt worden, mit dem Zweck die ausgebildeten Zöglinge der geplanten Schule dort als Bauern anzusiedeln. Der Fond beträgt jetzt im Ganzen ca. 70,000 M., wovon 42,000 M. für Landankauf in Doylestown und 20,000 M. zur Errichtung von Gebäuden auf diesem Terrain bestimmt sind. Dr. Krauskopf hofft, daß er nun bereits in der Lage sein wird, aus den Erträgnissen des Bodens und den jährlichen Beiträgen die Schule zu unterhalten. Der Kursus soll vierjährig sein und die ausgebildeten Schüler sollen genug gelernt haben, um eventuell als Jnspectoren fungiren zu können. Das gekaufte Land ist 22 Acres, gleich ca. 30 Hectar, und liegt eine Stunde von Philadelphia. Die Eröffnung der Schule dürfte wohl zum 1. October stattfinden können. A u st r a l i e n. Sydney. Es fehlt bisher in Australien noch an jeder gemeinsamen Organisation der Juden und es ist daher mit Freuden zu begrüßen, daß Rabbiner Boas aus Adelaide die Initiative ergriffen hat, um eine Rabbiner-Versammlung zusammen zu bringen. Hoffentlich gelingt der Versuch, obwohl die Zahl der Rabbiner in Australien noch keine sehr bedeutende ist. Es sind zur Zeit als Rabbiner thätig in Melbourne Dr. Abrahams, Jacob Lenzer, E. M. Blaubaum, in Adelaide Rabb. Boas, in Ballarad Rabbiner Gvldreich, in Brisbane Rabbiner Ehodowshu und in Neu-Seeland die Rabbiner Goldstein, Van Staveren und Harrison. Immerhin könnte eine Verständigung zwischen ihnen in der That zu einer Vereinigung des australischen Juventhums führen.