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Der Israelit · 1896-04-23 · Heft 32 (23.4.1896) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 32 (23.4.1896)
Date
1896-04-23
Page
– (sequence 20)
Language
German
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644 welchem der Verein von Januar 95 bis März 96 eine Einnahme von über 2500 M. hatte. Die Ausgaben für Drucksachen, Porti, Reisekosten, Unterstützungsgelder u. s. w. betrugen 385 M., so daß der Verein gegenwärtig ein Vermögen von 2100 M. besitzt. Den Geschäftsbericht erstattete der Vorsitzende, Herr Nabb. Dr. Lazarus, nach dessen Bericht der Verein 85 ordentliche, 300 außerordentliche und 9 Ehrenmitglieder zählt und fast jede Woche Zuwachs erhält. Eine sehr lebhafte Debatte entwickelte sich über die Beitrittsfrage zum Verbände der jüd. Lehrervereine im Deutschen Reiche. Nachdem viele Redner pro oder contra Anschluß gesprochen hatten, stellte Kollege Goldschmidt-Köln den Antrag auf bedingungslosen Beitritt, während Gut Köln einen Antrag stellte, wonach der Verein unter der Bedingung beitreten soll, daß der Verband unter Weglassung der 1500 M. Beitrag seitens des D.-J.-G.-B. ein nach allen Seiten hin unabhängiger werde. Bei der Abstimmung, an der sich 23 ordentliche Mitglieder betheiligten, wurde der bedingungslose Beitritt (Antrag Goldschmidt) mit 12 gegen 11 Stimmen angenommen. Nach dieser Debatte hielt der als Gast anwesende Rabbiner der Düsseldorfer Synagogengemeinde, Herr Dr. David, eine beifällig aufgenommene Ansprache, worin er versprach, die innere und äußere Lage des jüd. Lehrerstandes mit bessern: helfen, und auch im rheinischen Rabbinerverbande zu Gunsten des Vereins wirken zu wollen. In der 'Nachmittagssitzung wurde der Antrag der niederrheinischen Bezirkskonferenz berathen und angenommen, nach welchein der Verein im laufenden Jahre 500 M. auswirst zur Unterstützung der in eine Lehrerkasse eintretenden Mitglieder und 100 M. zur Unterstützung bei Krankheitsfällen. Ein vom prov. Vorstande des jüo. Lehrerverbandeß gestellter Antrag (Mittel und Grundlagen zur Herbeiführung der definitiven Anstellung des jüo. Lehrers) wurde in eine Vorstandssitzung zurückverwiesen. Voit Empfehlung einer bestimmten Krankenkasse für die Vereinsmitglieder wurde Abstand genommen. Ebenso wurde ein Antrag von 5 Mitgliedern der niederrheinischen Bezirkskonferenz, nach welchem nur 2 Vorstandsmitglieder in Köln tvohncn sollen, abgelehnt. Hingegen wurde ein Antrag von Block-Oberhausen angenomnlen, daß der Kassenbericht mit spezieller Anführung der Einnahmen und Ausgaben gedruckt und jedem Mitglied zugeschickt werden soll. Nach diesen Berathungen hielt Kollege Freitag-Born heim einen Vortrag über die Poesie im Buche Hiob, welcher durch allgemeinen, wohlverdienten Beifall ausgezeichnet wurde. Nach dem Schlußworte des Herrn Vorsitzenden, der auf die Erlösungszeit (Pesach) und den ErlösungSmonat (Nissan) hinwies und die Mitglieder aufforderte, zu unserer eigenen Erlösung beizutragen, brachte Kollege Ransenberg ein dreifaches Hoch dem eifrigen Vorstande aus, in welches die Anwesenden lebhaft einstimmten. Man trennte sich nun, um nach den anstrengenden Berathungeu die Sehenswürdigkeiten Düsseldorfs zu betrachten. Abends fand im Hotel Frank gemüthliche Abendunterhaltung statt. Auf fröhliches Wiedersehen im Herbst. E. Gut, Schriftführer. J aßungen des Verbandes der jüd. §ehrervereine im Deutschen Reiche. Berlin, 19. April. Die Delegirtenversammlung der jüd. Lehrervereine im deutschen Reiche hatte, wie ans dem Protokoll ersichtlich ist, den Verbandsvorstand beauftragt, die Satzungen des Verbandes der jüd. Lehrervereine im Derrtschen Reiche auf Grund der durch die Delegirten sestgestellten Leitsätze zu formuliren. Der Verbandsvorstand hat sich dieser Aufgabe mit möglichster Sorgfalt unterzogen und liegt der Wortlaut der Statuten nunmehr vor. Wir geben solchen nachstehend wieder: § 1. Der Verband der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche bat zum Zweck die Behandlung aller die jüdischen Lehrer in Deutschland betressenden Fragen des Unterrichts, der Standesinteressen, der Kollegialität und des Unterstützungsrvcjcns. 2. Mitglied des Verbandes kann jeder im deutschen Reiche bestehende Verein jüdischer Lehrer werden, welcher nach seinen Satzungen die Behandlung dieser oder ähtllicher Fragen zu seiner Ausgabe hat.

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