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Der Israelit · 1896-04-23 · Heft 32 (23.4.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 32 (23.4.1896)
Date
1896-04-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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635 die Lehre Moscheh's bctr. der übertragbaren Krankheiten auf Grund der Bestimmungen über rein und unrein ntoiD). Dasselbe ist der Fall bei den grundlegenden Bestinnnungen der Gesetze und Barsch rislen über Trephvt nach dem Talmud, wie ich dies ausführlich im zweiten Bande dartbun weide." Soweit Herr Dr. Dembo. — Wir haben dessen Ausführungen im Wortlaut c-iirl, obwohl die Prämissen, auf welchen sie ruhen, nicht neu sind. Es hat zu allen Zeiten Vertreter der Wissenschaften gegeben, welche der Thora Gottes keinen herrlicheren Lorbeerkranz zu winden vermeinten, als durch den Nachweis, daß der damalige Stand der Wissenschaft mit den Anschauungen der Thora sich vollständig deckt. Nun ändern sich aber die Anschauungen fast aller Wissenschaften gewöhnlich alle 20 Jahre so vollständig, daß ntan heute für einen überwundenen Standpunkt erklärt. was man zwei Deeennien vorher als Ausbund höchster Weisheit nicht laut genug feiern konnte. Ob der Anerkennung und Hochachtung der Thora wirklich gedient ift, wenn man sie alle diese Wandlungen mitmachen läßt und ihre göttlichen Worte als Zwangsjacke für side neue Entdeckung und Erfindung benutzt, dürfte doch mindestens fragwürdig erscheinen. Aber wie man darüber auch denken möge, die ganze Sache dreht sich doch nur um die Frage, ob unsere Thora mit) mit ihr die Bestimmungen über -120 und nBiö über ntrns? und r.p'*T2 wirklich Gottes Worte und Wille sind oder nicht. Sind diese Bestimmungen das Werk Moses und der Weisen des Talmud, dann ist es allerdings auffallend, wenn Menschen und wären es selbst die erleuchtesten und weisesteil vor Jahrtausenten gewußt haben sollen, was mit ihren Mikroskopen, Experimenten und Erfahrungen die Wissenschaft des 19. Jahrhunderts unter großen Mühen erst zu Tage gefördert hat. Führt aber die Thorat Moscheh diesen Namen nicht nach ihrem Autor, sondern nach demjenigen, der sie uns von Gott vnnittelt hat, ist Gott der rrrnn inn, derjenige dem unsere Thora entstammt, dann hat der Gesetzgeber schon damals die Komma- und Strichform der Bacillen gekannt, d.nn er ist ja ihr Schöpfer. Leugnet man aber die unmittelbare Göttlichkeit unserer Thora, so müssen Moses und die Weisen in den Himmel erhoben und ihnen Fähigkeiten zuerkannt werden, die uns eben unbegreiflich erscheinen. Wir halten das Beispiel aus dem IV. B. M., Cap. 19 zudem, als ein sehr unglücklich gewähltes. Wenn der Verfasser wirklich von der Hochachtung gegen unsere Weisen erfüllt ist, mit welcher er hier von ihnen spricht, so braucht er nur daran erinnert zu werden, daß nach Chulin fol. 25 hier nur von *nn -^2 einem irdenen Geräth die Rede ist. Handelte es sich aber wirklich um die gesundheitsschädlichen Miasmen, welche der Leiche entströinen, so wäre es unerfindlich, warum diese bei metallenen Gefäßen weniger schädlich sein sollen als bei irdenen. Wir verweisen auf Hirsch's Pentateuch-Eommentar zu III. B. M., Cap. XI, V. 47, wo schlagend an der Hand klarer Beweise dargethan wird, „daß lediglich die sittliche Integrität unseres Wesens und in keiner Weise die leibliche Gesundheit das Motiv zu diesen Gesetzen bildet und daß alles, was man von den „dietätischen" Vorschriften des mosaischen Gesetzes spricht, durch das klare Wort des Gesetzes selber zu Schanden wird." Wenn d?r Verfasser die Thora und die Aussprüche unserer Weisen unter dem Gesichtswinkel des Arztes betrachtet und würdigt, so ist das ein Jrrthum, den wir in einen: Werke wie das vorliegende begreiflich finden könnten. Der Verfasser möchte unserer gefährdeten Sache dienen, wenn er den Nachweis erbringen zu können glaubt, die verfehmten Institution der Schechita und Bevika stehen auf der Höhe der Zeit und der Wissenschaft. Um so mehr hätte dann aber die Göttlichkeit tiefer Institutionen und der ihnen zu Grunde liegenden Bestimmungen betont werben sollen und jedenfalls betont werden können ohne den Zweck zu schädigen, dem dieses Werk gewidmet ist. Der Verfasser hätte dann auf dem Boden der großen Mehrzahl seines Volkes gestanden, besten fundamentaler Gemeindeinstitution der Schechita und Bedika er seine Wissenschaft mit so viel Hingebung und Scharfsinn geweiht hat. Es sollte uns int Interesse der Sache lebhaft freuen, wenn der Verfasser dieser Anregung in den folgenden Bänden Rechnung tragen würde. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. K u. Berlin, 19. April. In der heutigen Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde wurden wesentlich Gesuche um Zuschüsse an Zweiggemeinden bewilligt. Die Synagogengemeinde Westend, die sich sehr großer Sympathie erfreut, erhielt für das Jahr 1896/97 2000 M., Ahawas Reim 1500 M., Lipman Tausk 900 M., Ahawas Scholaum 600 M. Eine lebhafte Debatte entspann sich über die Charlottenburger Gemeinde, die bisher 7000 M. erhalten hatte. Es wurde die Meinung ausgesprochen, daß bei so geringer Betheiligung an den gottesdienstlichen Veranstaltungen das Etat doch einzuschränken sei. Von Seiten des Vorstandes erklärte Herr Direktor Hermann, die Subvention sei keine zu hohe, es seien dort viele Familien für die ein Gotteshaus, besonders für die hohen Festtage nothwendig sei. Allerdings müsse er zugeben, daß die Betheiligung an den Sabbaten gering sei, er habe das auch an-

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