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Der Israelit · 1896-04-23 · Heft 32 (23.4.1896) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 32 (23.4.1896)
Date
1896-04-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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632 licher Genauigkeit, wann die Katastrophe eintreten werde; er ruhte nicht eber, bis er die Adresse der Gräfin ermittelt hatte. Von jener Stunde an mußw ich immerfort an den edlen Mann denken, sein Bild wich nie aus meinem Herzen, obgleich ich mir erst seit wenigen Wochen Rechenschaft über dieses Gefühl geben konnte. Ja, mein lieber Elchonon, ich liebe innig und hoffnungslos Dr. Longini und das dürfte wohl der beste Beweis sein, daß ich auf die Wünsche der Gräfin, die Gattin eines andern zu werden, niemals eingehen werde." »Arme Martha, was müssen Sie gelitten haben! Dock warum soll Ihre Liebe zu Lucien hoffnungslos sein? Sind Sie überzeugt, daß er Sie weniger liebt, als Sie ihn?" „Ach nein. Wie kann ich diese Ueberzeugung haben, wenn niemals zwischen uns von L-ebe gesprochen wurde. Doch hoffnungslos ist diese Neigung dennoch. Sie sollten es ja am besten wissen, mein lieber Etckonon." „Ich? Ich wüßte nicht, wieso!" „Haben Sie mir nicht erklärt, daß das Judenthum vor allem Uebeizeugungstreue fordert? Es ist daher niemals möglich, daß Proselyten Aufnahme finden, wenn sie Souderinteressen, z. B. Liebe oder sonstige Motive zum Jndenthuru führen, sie dürfen noch so sehr betheueru, daß sie von der Wahrheit des Judenthums überzeugt sind, ein rechtschaffener Rabbiner wird sie niemals in den Bund Israels aufnehmen, weil er die Wahrheit ihrer Betheuerung nicht zu ergründen vermag." „Ja, das habe ich wohl gesagt, doch was soll es beweisen?" „Mehr als genug, um mir die Hoffnungslosigkeit meiner Liebe zu zeigen. Aufnahme iin Judenthume finde ich mit dieser Liebe im Herzen keine und eine. Christin oder Confessionslose wird ein Mann von der religiösen Anschauung des Dr. Longini nickt heirathen wollen." „Aber Sie sind ja gar keine Christin, Martha! Ihre Mutter war ja Jüdin und das Jndenthum rechnet die Abstammung der Kinder nach der Mutter. Ihr llebertritt ist rein formell und fein Rabbiner wird sich weigern, es Ihnen ebenfalls zu erklärett!" 33. Kapitel. Eine furchtbare Entdeckung. Mit sprachlosem Erstaunen lauschte Martha auf Clchonons Worte; prüfend glitt ihr Blick über seine Züge, als wolle sie sein Herz ergründen, ob er sie nicht zum Besten halte. „Wie kann ich Ihnen jemals danken für dieses erlösende Wort?" rief Martha aus. „Ach, Sie geben mir das Leben wieder! Jetzt begreife ich auch, weshalb eine Stimme in meiner Brust mich unablässig drängte, Ihre Bekanntschaft zu suchen, obgleich ich in die Pläne der Gräfin eingeweiht war. Sie waren von der Vorsehung dazu ausersehen, mir die Augen zu öffnen. Doch sagen Sie, was muß ich jetzt thun, um zu uleiner angestammten Religion zurückzukehren?" „Zuvörderst dieses Hails verlassen. Es wird das Beste fein, wenn Sie mich von hier aus zu Dr. Marpua begleiten würden, der wird schon Rath wissen und das Weitere veranlassen. Doch zuerst muß ich Sie noch bitten, mir die Pläne der Gräfin bezüglich meiner Person mitzutheilen. Sie werden es wohl begreifen, daß diese urich sehr interessiren." (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montag» und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 ReichS-Mark. Man abonuirt ganzährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen au. — Durch de» Duchha»det j» deitetze» bei E. F. Kte inacker, Leipzig, Doßpla- 15. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Rau«. — Oesterretchische Banknoten laut CourS. — Direct« Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland ,ud Oesterreich 14 ReichS-Mark oder 8 st. östrrr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco ein-usende». •itt* Rücksendung von an die Redaetio» eingesandten Mannscripten findet nicht statt, «an bittet deshalb sich von alle» Einsendungen eine Lopie rurückzubehalten. Inhalt (Hanptblatt): Leitender Artikel: Baron M. Hirsch. — Zeitungsnachrichten u. Korrespondenzen: Deutschland: Halberstadt. Aus Süddeutschland. Oefterr.-Ungar. Monarchie: Budapest. ftiitme. Mako Russland: Petersburg. — Frankreich: Paris. — Personalien. — Vermischtes. — Feuilleton: Der Letzte seines Stammes. Erzählung von Alphonse de la Haye. (Fortsetzung). , , Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Schccknta u Bcdika. — Zeitungsnachrichten u. Corrcspondenzen: Deutschland: Berlin. Spanien: Madrid. Abyssmien: Massanah. — Vermischtes. Püdagog. Beilage: Erste Versammlung isracl. Religionslehrer Anbalts. — Der Verein der jüd Lehrer in Rheinland und Westfalen. — Satzungen des Verbandes der jüd. Lehrervereine im Deutschen Reiche. Extra-Beilage^ Sprüche der Väter. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Geiellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen

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