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Der Israelit · 1896-04-23 · Heft 32 (23.4.1896) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 32 (23.4.1896)
Date
1896-04-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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627 Frohnhausen hier verfaßten und vom einem früheren Schüler vorgetragenen Prolog eröffnet, worauf Herr Dr. Auerbach in kurzen, aber packenden Worten die geschichtliche Entwicklung der Schule, ihre Bestrebungen und Ziele beleuchtete. Zum Schluffe gedachte Redner auch der edlen Wohlthäter und sprach diesen, wie den sonstigen Freunden der Anstalt Dank aus. Als Vertreter der Gemeinde brachte Herr B. Hirsch der Anstalt Glückwünsche dar. Im Namen der früheren Schüler überreichte Herr Moritz Joseph von hier eine Festgabe von 7000 M. und im Aufträge der hiesigen Behrend-Lehmann-Loge deren Präsident Gabriel Hirsch eine kunstvoll ausgeführte Adresse. Mit Dankesworten des Herrn Dr. Auerbach, wie mit dem Gesänge „Lobe den Herrn" schloß der erste Theil dieses Festactus. Der zweite Theil der Feier bestand in Festaufführungen seitens der Schüler. Zur Aufführung gelangten zwei kleine Lustspiele: „Mütterchens Geburtstag" und „Ein Stündchen in der Schule"; dazwischen eine Pantomime „Hansel und Gretel" nach der bekannten Märchenoper. Die Aufführungen waren sorgfältig eingeübt und wurden vortrefflich gegeben. Am Abend vereinigten sich gegen 150 Theilnehmer zu einem Festessen im kleineren Saale des Stadtparkes, das gleichfalls einen sehr befriedigenden Verlauf nahm. Den Trinkspruch auf den Kaiser brachte Herr B. Hirsch in patriotischen Worten aus. Ernste und heitere Reden und der Gesang froher Tafellieder würzten das reiche Festmahl, dem sich ein fröhliches Tanzvergnügen anschloß. An heutigen Nachmittage erreichte das Fest mit einem Kindervergnügen im Stadtpark sein Ende. Aus Süddcutschland. Die Zusendungen von Holzwaaren etc. aus dem h. Lande mehren sich in der letzten Zeit wieder derart, daß fast jeder in einer Spendenliste aufgeführte Name mit einer solchen Ueberraschung beehrt wird, wofür meistens Bezahlung erfolgt. Daß diese vielseitige Privatunterstützung die Lage unserer Glaubensgenossen im allgemeinen nicht bessert, ist schon vielfach in d. Bl. sowie durch Aufrufe Seitens des Centralcomites gerügt worden. Zweck dieser Zeilen ist jedoch folgender : In neuerer Zeit werden Mesusos in Gehäusen nach vielen Orten gesandt; sind nun letztere ganz nette Arbeit, so muß aber die religiöse Brauchbarkeit der Mesus o sehr angezweifelt werden. Dem Schreiber dieses wurden mehrere Exemplare dieser Mesusos zur Entscheidung über deren Kaschruth vorgelegt und überzeugte er sich, daß besonders die Vorschriften über m»rw nron sehr wenig eingehalten, weßhalb er dieselben divv erklären mußte. Es dürfte daher jedem Empfänger einer solchen Mesuso zu rathen sein, vor Verwendung derselben sich erst die Entscheidung eines Fachmannes hierüber zu verschaffen. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Budapest, 21. April. Ein neues, die Leser des „Israelit" in hohem Grade interessirendes Werk befindet sich in Vorbereitung. „Ungarns Juden und das Millennium", ist der Titel dieses vielversprechenden Buches. Als Herausgeber fungirt Draguntin Miljkovic. Die Redaktion liegt in den Händen des Grafen Herrmann Zichy und G. M. Derestye. Die Leitung des Unternehmens theilt darüber uns folgendes mit: In der nächsten Zeit übergeben wir der Oeffentlichkeit ein literarisches Product, das die Entwickelung der Juden Ungarns und das Bemühen derselben um das Aufblühen der Wissenschaft, der Kunst, des Handels, der Literatur und der Industrie zum Gegenstand hat. Es soll dies ein großangelegtes kulturhistorisches Werk sein, das den Beweis für die, von den Gegnern des Judenthums so gern geleugnete Thatsache erbringen wird, wonach die Juden Ungarns an dem kulturellen und wirthschaftlichen Aufbaue des Landes mit ebensolcher Rührigkeit, mit ebensolchem Eifer gearbeitet haben, wie alle anderen Landeskinder und daß demjenigen, der seine P flichten ernst erfaßt und ernst erfüllt hat, unantastbare Rechte zugesichert werden müssen. Das objektive Licht wissenschaftlicher Forschung nruß und wird das Dunkel verscheuchen, das die Feinde jedes liberalen Fortschritts und der Gleichberechtigung der Menschen über die Wahrheit gebreitet haben. Jener umdunkelten Wahrheit widmen wir unsere Arbeit, einer Wahrheit, die mit aller Macht dagegen protestirt, daß Menschen die ihre bürgerlichen und Menschenpflichten dem Lande und der Gesellschaft gegenüber redlich und mit Liebe erfüllt haben, daß jenen Menschen von einer befangenen, intoleranten Minorität die Bürgerrechte, ja selbst die allgemeinen Menschenrechte nur in beschränktem Maße und nur als huldvolles Gnadengeschenk zuerkannt werden. Ungarn feiert in der nächsten Bälde die tausendste Wiederkehr seines Geburtstages. Das magyarische Nomadenvolk, das hauptsächlich dadurch erstarkte, indem es fremde Volksstämme in sich aufzunehmen verstand, das Magyarenvolk hat mit Hülfe jener ursprünglichen fremden Elemente im Verlaufe eines Jahrtausends einen mächtigen Staat ausgebaut, der sich den westlichen Staaten Europas würdig anreiht, es ist ans primitiven Anfängen zum Hüter, zum Träger westlicher Kultur geworden. Und indem das Land seinen tausendsten Geburtstag in epochaler Weise zu begehen sich anschickt, ist es nur recht und billig, daß das Land mit gleicher Wärme, mit gleicher Liebe Alle umfasse, die durch ein gleich emsiges, gleich opferbereites Streben er-

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