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Der Israelit · 1896-04-23 · Heft 32 (23.4.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 32 (23.4.1896)
Date
1896-04-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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möglicht haben, daß Ungarn sein tausendstes Wiegenfest als ewig-junger Riese und in solcher Weise begehen könne. Inwieweit die Juden zu diesem Erfolge beigetragen haben, wird das angekündigte Werk nachzuweisen suchen. In diesem Werke, das wir, wollten wir unbescheiden sein, füglich „Die Geschichte der Juden in Ungarn" nennen könnten, in diesem Werke werden wir jene vaterländischen Größen jüdischer Confession aufzählen, die dem Lande in wisienschaftlicher oder publizistischer Hinsicht, auf dem Gebiete der Kunst, des Handels oder der Industrie Ersprießliches geleistet haben. Es liegt uns fern, der Schleppträger Einzelner sein, oder geschmacklose Lobeshymnen anstimmen zu wollen. Unseren verkannten Mitbürgern wollen wir Gerechtigkeit widerfahren lassen und sie, die in unserem Lande eine Mutter verehren, als Landeskinder anerkennen. „Ungarns Juden und das Millenium" wird in einem ungefähr 20 Bogen umfassenden Bande erscheinen, dessen Preis vier Kronen, also kaum die Herstellungskosten beträgt. Der Preis ist deshalb so germg, weil wir keinen materiellen Nutzen erzielen, wohl aber das Werk Jedem zugänglich machen wollen. Die bewährtesten Kräfte des Landes haben ihre Mitarbeiterschaft zugesagt und dürfen wir kühn behaupten, daß sowohl der Jnahalt, wie die Ausstattung des Werkes dieses begehrenswerth machen werden. (Co.) Fiume, 9. April. Unser verehrter Obe:- rabbiner, Herr A. Gold st ein, wird uns bald verlasien, da ihn die Gemeinde Reggio in Mittelitalien zu ihrem Oberrabbiner hat. Wir sehen ungerne unfern Lehrer von uns scheiden, da er sich hier die Sympathien und die Achtung Aller erworben hat. (A.) Mako, 10. April. D'p^xn rnyr- *^nrvi Im hohen Greisenalter ist gestern hier unser verehrter Oberrabbiner Abraham HenochFischer gestorben. Derselbe hat in seiner Jugend einige ungarische Jeschiboth besucht und später dann in Prag philosophische Vorträge an der Universität daselbst angehört. Die Gemeinde Földvau bei Stuhlweißenburg wählte ihn dann zu ihrem Rabbiner, und war er hier bestrebt, das jüdische Schulwesen, das damals noch im Argen lag, zu heben. Später berief ihn dann unsere Gemeinde als Oberrabbiner hieher und war er hier gleichfalls für die Schule sehr thätig. Sein Sohn Emil hat sich unter dem Namen Makai einen Ruf als ungarischer Dichter erworben. Rußland. Petersburg. Der Minister der Wegecommunication Fürst Chilkow, der unlängst von einer Jnspection der im Bau begriffenen großen sibirischen 628 Eisenbahn nach Petersburg zurückgekehrt war, erstattete dem Kaiser Bericht über den Zustand dieser gigantischesten aller Schienenftränge der Erde und beklagte sich unter Anderen über den Mangel an Ingenieuren, wodurch der Ausbau der Bahn behindert werde. Der Kaiser drückte darüber sein Erstaunen aus und fragte den Minister, ob es denn in der That Rußland an tüchtigen Technikern mangele. Der Minister schien durch diese an ihn ex abrupto gerichtete Frage außer Fassung gesetzt und erwiederte zögernd, daß es freilich noch eine Anzahl von Ingenieuren gebe, die man verwenden könnte, die man aber nicht verwenden dürfte, — Und warum denn nicht? fragte erstaunt der Kaiser. — Weil sie Juden sind! erwiederte Fürst Ehilkow. — Verbietet denn das Gesetz, jüdische Ingenieure beim Eisenbahnbau zu beschäftigen? fragte der Monarch, dessen Stirn sich faltete. —■ Das gerade nicht, Majestät, erwiederte zögernd der Minister, aber die Tradition der Neuzeit und die geheimen Vorschriften meiner Vorgänger gestatten das nicht. — Der K riser war sehr ernst geworden und nach einigem Nachdenken sagte er dem Minister streng: „Lassen Sie die Tradition und die Vorschriften und handeln Sie stricte nach dem Buchstaben des Gesetzes. Ich verlange überhaupt, daß man stets aus dem Boden der Gesetzlichkeit bleibe: ich erkenne den Spruch ..la lejralit.e nou.s tue“ nicht an und v.'rlange, daß die Gesetze respectirt werden, gleichviel ans wen sie Bezug haben. Ich will keine willkürliche Deutung." Diese von Humanität und Gerechtigkeit durchdrungenen Worte des jungen Monarchen halten zur Folge, daß mehr als 40 jüdische Ingenieure, die ihre auf der Hochschule erworbenen Kenntnisse nicht verwerthen konnten, vorzügliche Stellungen an der sibirischen Eis.nbahn bekamen. (Oesterr. Wochschr.) Frankreich. Paris, im Jjar. Die Erinnerung an den Tod ist im Sinne unserer Talmudweisen das radikalste Mittel gegen die stärksten Aufwallungen menschlicher Leidenschaft. Gottes sichtbare Herrlichkeit in der Mitte des jüdischen Volkes war lediglich nur durch Israels völlige Hingebung an Gott, wie selbe im Opferkultus und im Geiste unseres großen Lehrers zum Ausdrucke kam, zu erreichen. iTuyn msr mix heißt es in Thoras Cohanim nns nyya cob'Q rnni nro nr6 “idn cmi3y «nn p n*rr xir» oera crpon m«6 vJDi? rnnvo (S. Hirsch's Comment. Levit IX. 6.) Allein in der Vergegenwärtigung des Todes und seiner Schrecken konnte und sollte auch dieser idealste Gottesdienst eines ganzen Volkes zur Erlangung der göttlichen Gnade zur Ausführung kom-

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