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Der Israelit · 1896-04-16 · Heft 30 (16.4.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 30 (16.4.1896)
Date
1896-04-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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MWMWWWWW m 594 seiner Autisemitenzeitung veröffentlicht, welche nach Angabe seiner abtrünnigen Bundesgenossen Hessel und Schmertseger mit geschnorrtem Geldc hcrgestcllt wurde. Als Motto hat sich der Judenfresser die Worte gewählt: „Greif nur hinein in's Wespennest, und wenn Tu greifst, dann greife fest!" — Sein Mitarbeiter und erster Nedaetcur ist ein Herr Friedow, der in seiner vorchristlichen Epoche den Dtameii Achmühl geführt hat. Ein würdiges Paar! Grauderrz. In einer der letzten Sitzungen der hiesigen Stadtverordneten wurde über eine Sache von prinzipieller Wichtigkeit verhandelt. Der Kantor der hiesigen jüdischen Gemeinde, Bernstein, hatte um Befreiung von der Gemeinde-Einkommensteuer mit dem Hinweis daraus gebeten, daß das Gemeinde-Einkommensteuer-Negulativ von 1874 die Befreiung der jüdischen Kultusbeamten ausdrücklich ausspricht, und das Regulativ von 1892, daß diese Personen: katcgorie nicht als befreit aufführt, ihnen die bisherige Befreiung jedenfalls nicht habe entziehen wollen. Der Magistrat beantragte nun die Ablehnung dieses Gesuches, indem er sich auf den gesetzlichen Standpunkt stellte, wonach die Befreiung der jüdischen Kultusbcamtcn von den Gemeindeabgaben nach dem bestehenden Recht sich weder rechtfertigen noch aufrecht erhalten läßt. Zugleich mit dem 'Antrag, das Bernstein'sche Gesuch abzulehncn, ersuchte der Magistrat die Versammlung, die Nothmendigkeit der Heranziehung der jüdischen kultusbcamtcn zu den Gcmeiudeabgaben nach dein bestehenden Recht anzuerkcnnen. Rach längerer Debatte wruden die Magistratsanträge mit einem Anträge Vcwinsohn, die Gemeinde-Eir.kommensteuer des Kantors Bernstein für dieses Jahr niederzuschlagcn, angenommen. Brünn. (Mährisch-jüdrscher Landesmassafo n d.) Am 18. v. wurde die diesjährige Tclegirtenvcrsammlung, zu der 40 Gemeindevertreter erschienen, nrner Vorsitz deö Obmann-Stcllverlreters kms. Rath M»ndl, abgchalten. Der Rechenschaftsbericht pro 1895 bezeichnet die Gebahrung dieses als d e bisher ungünstige seit dem Bestände der autonomen Verwaltung, indem außer den laufenden Einnahmen vom vorjährigen Ueberschusse 1437 fl. 38 kr. aufgebraucht wurden. Das Ertragniß des Fondes vermindert sich in Folge des stetig sinkenden Zinsfußes, die Ansprüche der Gemeinden hingegen werden immer dringlicher und größer. Es wurden verausgabt: Schulsubvcn- - tionen (60) 14,220 fl-, Gememde-Unterstützungen (46) 13.020 fl., Personal-Unterstützungen 10.640 fl., die trotz der Einstellung nem r Bewill'gungen nur um 205 fl. zurückgingen, Stipendien 600 fl, Bitdungs und Humanitätsanstalten 4485 fl. Feuilleton. Der Letzte seines Stammes CrMlung von Alphonse de la Haye. 28) (Alle Rechte Vorbehalten.) 30. Capttel. D i e W a r n u n g. „Weißt Du schon Elchonon?" frng Longini, als sie Arm in Arm durch das Straßengewühl gingen, „daß Bloser vom Senat der Universität für zwei Semester von dem Besuche derselben ausgeschlossen worden ist?" „'Rein. Aber warum denn'"' „Weil er in seiner Trunkenheit den Professor B . dem er Nachts aus der Straße begegnete, aus's Gröblichste beschimpft und sich sogar an ihm vergriffen haben soll." „Ich Hab' es so kommen sehen," sagte Elchonon mit Kopsschütteln. „Der Junge führte ja ein solch' verworfenes Leben, daß es keinen andern Abschluß finden konnte. Ick bedauere blos seinen armen Vater." „Hat es ebenfalls nicht besser verdient," erwiederte Longini. „Wer hat wohl die Comtesse wider Dich gehetzt, d. h. wer sie auf Dich anfmerksanr gemacht? Wer, meinst Du wohl? 'Nun, fein anderer, als der Vater dieses würdigen Sohnes. Die Nachricht, die er durch Zufall der Gräfin übermitteln konnte, hat ihm einige hundert Franken eingebrackt. Mein Obeim bat es aus authentischer Quelle!" „'Run, damit hätte er mir eigentlich nichts Böses zugesügt," versetzte Elchonon. „Im Gegen theil, ich wäre ihnr dadurch 311m Danke verpflichtet; durch die Intervention der Gräfin, bin ich von schweren Sorgen befreit worden." „Wenn es blos dabei bleiben würde, könnten kvir schoil zufrieden sein!" ries longini ans. „Aber der Gewährsmann meines Oheims, der von den Plänen der Gräfin vollständig uutevvicbtet sein soll, will wissen, daß die Gräfin zu eineul Gewaltakt entschlossen ist, wenn Du aus gütlichem Wege nicht ihren Wünscherl entsprechen solltest. Mein Onkel be aiiftragte mich, Dich zu warnen, auf Deiner Hut zu sein. Uebrigens will er heute den 'R'achtzug benutzen und hierherkommen, um persönlich mit Dir darüber zil sprechen. Bei der ganzen Angelegenheit bedauere ich mir, daß die Baronesse l'Endome sich zu solch' schmählichem Spiele hergab." „Hör' mal, vueteu, wie Ihr über die Gräfin denkt, ist mir ganz gleichgiltig, obgleich Ihr die Gräfin auch schwärzer malt als sie thätsächlich ist; denn ich öalte die Gräfin weder solcher Grausam keit für fähig, wie Ihr sie ihr zutraut, noch hege ich vor angeblicher Gewaltsamkeit Furcht. Wir leben jetzt nicht mehr im Mittelalter, wo Menschen gewaltsam entführt werden können, um sie bei Hellem Tage verschwinden zu lasten. Aber Martha thut Ihr Alle mit Entschiedenheit unrecht. Sie ist ein liebes Geschöpf ohne Falsch und besitzt keineswegs jenen dünkelhaften Hochmnth, der in diesem Kreise heimisch ist. Es ist um so bedauerlicher, daß Du vori ihr so redest, weil sie sich für Dich ganz besoitders zil interessiren scheint. Es vergeht fast kein Tag, an dem sie sich nicht nach Dir erkundigt." Eine beiße Btulwelle schoß in Lueiens Gesicht.

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