Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 29 (13.4.1896)
- Date
- 1896-04-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2446951-2448608-2448636--41603-2490567- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
576 aber den Antrag mit Rücksicht auf die verschiedenen religiösen Richtungen ab. — Allerdings besteht für die jüdischen Lehrer im Allgemeinen keine staatliche Prüfung in Religion, aber sie haben doch Gelegenheit, sich die Qualifikation in Anstalten und von Lehrern zu erwerben, welche das Vertrauen der jüdischen Gemeinden genießen. 8. Frankfurt a. M., 10. April. Ein prachtvolles Geschenk wurde vorige Woche dem Vorstande der isr. Religionsgesellschaft für die Synagoge übergeben und zum ersten Male an den Hinteren Tagen des Pesachfeftes in Gebrauch genommen, ein silbernes Kohanim-Waschb ecken, dessen Schüssel 47 cm. im Durchmesser und 8 cm. in der Höhe beträgt und dessen Kanne 36 cm. hoch ist. Das Ganze hat ein Gewicht von 17 Pfund. Es ist ein Kunstwerk von seltener Pracht; im reinsten Roeoeoftyl gehalten, erregt es die Bewunderung der Kenner durch die feine Ciselirarbeit, welche der Schüsselrand und der Kannenbauch nebst Griff aufweisen. Das Atelier der hiesigen Silberwaarenfabrik von S. u. D. Löwenthal, aus dem dieses Werk hervorgegangen ist, hat hier wiederum eine glänzende Probe von feinem Kunstsinn und tüchtigem Können gegeben. Das Geschenk ist von Herrn Hermann Meyer aus London zu Ehren seines vor einem Jahre verstorbenen Vaters, der 40 Jahre lang in der Synagoge der isr. Religionsgesellschaft als „Kohen" fungirt hat, dieser Synagoge in der treuen Anhänglichkeit, die er auch im Auslande der Religionsgesellschaft bewahrt, gewidmet worden. Am Jahrzeittage des Verstorbenen wurde es zum ersten Male in Gebrauch genommen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Lemberg, Ende März. Es gereicht uns zur besonderen Genugthuung, konstatiren zu können, daß die Spenden für unsere Glaubensgenossen im heiligen Lande, in Galizien in letzter Zeit von Jahr zu Jahr eine merkliche Steigerung erfahren, wie aus den Rechenschaftsberichten, welche jährlich veröffentlicht werden und von denen der pro 1895 uns eben jetzt vorliegt, zu ersehen ist. Es ist dies ein Verdienst des hochverehrten Präsidenten und *>3*iö>* des galizischen Sr. Ehrwürden Herrn I. L. Schreiber in Drohobyez, welcher seit beinahe fünf Jahren an der Spitze des bbw steht, und es sich zur Aufgabe gestellt hat, das Loos seiner Brüder, welche nach dem heiligen Lande pilgern, um dort im mm* Studium und Gottesdienst ihren Lebensabend zu beschließen, nach Möglichkeit zu bessern, um ihnen zu ermöglichen, den Rest ihrer Tage in Ruhe und ohne Sorge für die materiellen Bedürfnisse zu verbringen, welcher Aufgabe er auch nach Möglichkeit gerecht zu werden bestrebt ist. Der vor uns liegende Rechenschaftsbericht für das Jahr 1895 konstatirt, daß die eingelaufenen Spenden fl. 51009. 38 kr., die Ausgaben fl. 40555. 78 kr. betrugen. Aus diesem Berichte ist die erfreuliche Thatsache zu ersehen, daß trotz der unwürdigen Angriffe, welche vor Jahresfrist von den sogenannten „zionistischen" Blättern gegen die Verwaltung des erhoben wurden, die Spenden für das heilige Land auch diesmal reichlich zugeflossen sind. Das Loos der dem galizischen bVü Angehörigen in den 4 heiligen Städten ,nsu ,0'^ffrr fnsn /nm hat sich seit der Präsidentenschaft des Herrn Schreiber ’J günstig gestaltet, und die früher vernommenen Klagen sind gänzlich verstummt. Aber nicht nur zur Verbesserung der materiellen Lage der dem Angehörigen hat Herr Schreiber »"j vieles beigetragen, er hat auch seine Aufmerksamkeit den allgemeinen Institutionen im heiligen Lande, wie der min TD^n, den Spitälern und anderen Wohlthätigkeits- und Humanitätsanstalten zugewendet, welche mit reichlichen Beiträgen bedacht wurden. .p» anw England. London Eine glänzende Versammlung, zu der die Spitzen der englischen Judenschaft zählten, versammelten sich am Sonntag, den 22. Wlär$ in den festlich hergerichteten Räumen des neuen glänzenden, fünfstöckigen Gebäudes, das sich der Board of Guardians errichtet hat. In den 37 Jahren seines Bestehens hat der Board schon oft seine Lokalitäten wechseln müssen, weil die Räume den stets wachsenden Geschäften nicht mehr genügten. Endlich ist es den Anstrengungen des hochverdienten Präsidenten Mr. Benjamin L. Cohen, M. P. gelungen, die Mittel zur Errichtung eines eigenen, den Ansprüchen genügenden Hauses zusammen zu bringen, ohne die laufenden Mittel des Board in Anspruch zu nehmen. Die glänzende Versammlung war einberufen, um zugleich die jährliche Generalversammlung und die Einweihung der neuen Amtsräume zu feiern. Zunächst begann die Feier mit dem Gesang einiger Psalmen, alsdann hielt der Oberrabbiner Dr. Adler die eigentliche Einweihungsrede, auf die dann wiederum Psalmgesang folgte. Alsdann erklärte Mr. B. L. Cohen in aller Form die neuen Lokalitäten für eingeweiht und schloß die Feier, indem er gleichzeitig die jährliche Generalversammlung eröffnete. Mr. Cohen gab in der großen Rede, mit der er die Versammlung einleitete, einen Ueberblick über die Entwickelung des Board in den 37 Jahren seines Bestehens. Er schilderte, wie nach einander die einzelnen Comites entstanden, die sich gegenwärtig in die Arbeiten des Board theilen, und er führte eine Reihe von Beispielen aus der Thätigkeit dieser Comites an, um darauf hinzuweisen, wie groß die Leistungen derselben und ihre Verdienste um die allgemeine Wohlthätigkeit sind. Einige Beispiele mögen dieses ziffermäßig