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Der Israelit · 1896-03-26 · Heft 25-26 (26.3.1896) · page 37

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 25-26 (26.3.1896)
Date
1896-03-26
Page
– (sequence 37)
Language
German
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541 einstimmt, und daß diese bereits ein gut Theil dazu beigetragen habe, Palästina der Kultur zurückzugeben. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Preßburg, 2M. März. In dem Lehr und Prüfungsprachtsaale der hiesigen weltberühmten Rabbinats-Hochschule fand dieser Tage das Festbankett des feit zwei Jahren hier bestehenden Vereines „no^nn mno" statt, über dessen Verlaus es sich wohl verlohnt, etwas zu berichten. Wie bekannt, verfolgt dieser in seiner Tendenz und ganzen Anlage ausschließlich idealen Zwecken dienende Verein kein anderes Ziel: als die Kenner des Talmuds, des jüd. Schristgelehrtenthums zu einem festen Bunde zu vereinigen, die Erforschnng, das Studium des Talmuds zu befördern. Ein jedes einzelne Mitglied dieses Vereins übernimmt zu Begiml des Vereinsjahres die bindende Verpflichtung: irgend eine nach Belieben zu wählende Abtheilung des Talmuds rooo einem gründlichen Studium zu unterziehen. Ans solche Weise wird der ganze ''>22 mo'rn unter die einzelnen Mitglieder ausgetheilt und am Ende des Vereiusjahres wird sodann ein veranstaltet, welcher mit einem Festbankett verbunden ist. Nicht nur in Preßburg domizilirende Talmildkenner, sondern auch auswärtige Schristgelehrte können Mitglieder dieses Vereins sein, der sich schon während der kurzen Zeit seines Bestehens die Anerkennung und Sympathie des gestimmten orthodoren Judenthunls errungen hat. Selbst der hiesigen orthodoren isr. Gemeinde, die sich einer ganz stattlichen Reihe von echt jüd. Institutionen und Wohlthätigkeitsvereinen erfreut, gereicht dieser Verein zur Zierde und Ehre, da es ähnliche Vereine im Lande nur sehr wenige geben dürfte. Ausschließlich in Preßburg, dessen Oberrabbinat in der ganzen orthodoren jüd. Welt als Autorität ersten Ranges mit Recht anerkannt wird; ausschließlich in Preßburg, wo durch die bestehende weltberühmte Rabbinats-Hochschule Jahr für Jahr eine große Anzahl tüchtiger Talmudisten herangebildet wird; einzig und allein in Preßburg, wo die Hochburg der rrnnn hoi*? sich befindet, ist die Entstehung und das Prosperiren eines solchen Vereins mit geringen Schwierigkeiten verbunden. Es nruß auch der Wahrheit gemäß konstatirt werden: Die Vorstehung der hiesigen orthodoren iSr. Gemeinde, die einzelnen Gemeinde-Mitglieder, sie blicken mit Stolz und rückhaltsloser Anerkennung aus die Wirksamkeit dieses Vereins. DaS dieser Tage in den Abendstunden stattgehabte Festbankett gestaltete sich diesmal um so glänzender, als gleichzeitig damit das Genesungsfest Sr. Ehrwürden des hies. Oberrabbiners B. Schreiber gefeiert wurde. Se. Ehrwürden Oberrabbiner Schreiber erschien bei dieser Gelegenheit zum ersten Male nach langer Zeit schwerer Erkrankung im Kreise seiner Verehrer und Anhänger, und der Empfang, der dem allverehrten Oberrabbiner da zu Theil wurde, legte wohl sprechendes Zeugnis; von der Liebe und Hochachtung ab, welche dieser Säule des Judenthums, dieser Koryphäe aus talmudischem Gebiete allseits entgegengebracht wird. Der Lehr- und Festsaal, der in prachtvoller Weise decorirt und beleuchtet war, vereinigte etwa 200 Vereinsmitglieder und Festgäste in sich, darunter die Vorsteher der hiesigen orthodoren Gemeinde H. H. M., E. Bettelhcim, Lüzür Gestettner, Israel Rosenbaum und zahlreiche Mitglieder der Gemeinde- Repräsentenz, die mit sichtbarer Spannung dem Erscheinen Sr. Hochwürden entgegensahen. Mit geradezu frenetischem Jubel und beispiellosem Enthusiasmus wurde Se. Ehrwürden beim Betreten des Festsaales empfangen und vom Vereinsvorstande zu seinem, am Kopfende der Festtafel befindlichen Ehrensitze geleitet, der von einem, aus prachtvollen Teppichen und lebenden Blumen gebildeten Baldachin umgeben war. Se. Ehrwürden hielt sodann eine fast einstündige gehaltvolle, Herz und Gemüth der Anwesenden erquickende Festrede, die ob ihrer geistreichen Schärfe und des Jdeenreichthums die Festversammlung geradezu entzückte. Glicht endenwollende Beifallsstürme folgten dieser, mit gewohnter Genialität gehaltenen Festrede, zu welcher Se. Ehrwürden allseitig beglückwünscht wurde. Es folgten hierauf mehrere höchst gelungene Fest- und Gelegenheitsreden, von welchen wir ganz besonders jene der HH. Leopold Rubinstein, Abr. Herzt als Vereinsvorstände, sowie des Rabb. Friedmann, Samuel Donath und M. Gelber hervorheben wollen. Das Menu ließ nichts zu wünschen übrig, wie überhaupt das ganze Arrangement, die tadellose Ordnung und die erquickende Gemächlichkeit, welche bis zu den Morgenstunden andauerte, dem Vereinsvorstande zu besonderem Lobe gereichen. Zahlreiche Begrüßungstelegramme aus Berlin und anderen großen Städten waren an Se. Ehrwürden eingelausen und zur Verlesung gebracht. Möge Se. Ehrwürden zum Wohl und Gedeihen der hiesigen Gemeinde, wie des ganzen orth. Judenthums noch eine lauge Reihe von Jahren seine Wirksamkeit entfalten. L. üc—r.

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