Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 25-26 (26.3.1896)
- Date
- 1896-03-26
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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M^^WWWWWWW 536 Zeugnisse der Behörden des betreffenden Ortes bei, welche außerdem noch dem Leumunde des alten Epstein das glänzendste Lob spendeten. Fast ebenso verhielt eS sich mit seinem Schwiegervater, dem alten Levi. Derselbe war ein Diamantschleifer in Amsterdam und hatte niemals mit Offizieren und Adligen Geschäfte betrieben. Sein Vermögen hatte dieser von seinem Vater ererbt, es stammte noch aus Portugal, aus welchem Lande die Voreltern Levy's vertrieben worden waren. Die beiden jungen Leute, die bei Dr. Epstein zum Seder eingeladen waren, wurden als Zeugen vernommen, denn sie hatten vom Nebenzimmer aus den Erpressungsversuch Forstwarts mitangehört. „So frivol, wie diese," schloß Dr. Epstein seine Vertheidigungsrede, „sind wohl noch niemals Verleumdungen in die Welt hinaus geschleudert worden und ich kann es ruhig dem Ermessen des hohen Gerichtshofes überlassen, welche Strafe er den Verleumdern zuerkennen will." Und Dr. Epstein konnte mit dem Urtheile des Gerichtes zufrieden sein. Neun Monate Gefängniß erhielt Dr. Forstwart und je 3 Monate Graf und Gräfin Donnersberg. Vor dem Gerichtsgebäude erwartete den jungen Anwalt eine Deputation der jüdischen Gemeinde, die ihn im Triumph nach Hause geleitete, woselbst ihm das Diplom zu seiner Ernennung zum lebenslange lichen Präsidenten der Gemeinde überreicht wurde. Auch der Kreis Derer, die seinen rechtlichen Beistand beanspruchten, wurde so groß, daß er für den größten Theil dankend ablehnen mußte. Beim Mincha-Gottesdienste desselben Tages zeigte sich in der Frauenabtheilung der Synagoge eine seltene Erscheinung. Die getaufte Frau Gräfin Donnersberg stand daselbst mit einem Gebetbuch in oer Hand und betete mit thränenerstickter Stimme das Sundenbekenntniß, welches man sonst am Versöhuungstage herzusagen pflegt. Ani Ausgrnge der Synagoge wartete sie auf -Dr. Epstein, der zu den regelmäßigen Besuchern derselben gehörte. „Kannst Du nur verzeihen, Hans?" redete sie ihn an. „Der Ewige ist gnadenreich und erbarmungsvoll. Er möge Dir verzeihen, ich habe Dir längst verziehen." „Und Deine Frau auch?" „Auch diese." „So lebe wohl, Hans, auf ewig, möget Ihr wieder glücklich werden!" * * * Am anderen Tage wurden die Bewohner von M. durch eine sensationelle Nachricht, welche durch die Morgenblätter ging, überrascht. Dieselbe lautete: „Ein Familiendrama hat sich in hiesigen aristokratischen Kreisen abgespielt. Graf Bruno von Donnersberg, welcher gestern wegen der bekannten Broschüre gegen Dr. Epstein zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt worden war, hat dem Leben seiner Frau, sowie dem seinigen durch zwei Revolverschüsse ein jähes Ende bereitet. Frau Gräfin Donnersberg, eine geborene Jüdin, soll den Grafen zur Herausgabe der Broschüre veranlaßt haben und aus Zorn hierüber und aus Gram über die erfolgte Verurtheilung beging der Graf die unselige That. Einige Stunden vorher begab sich die Gräfin zum Notar, wo sie ihr gesammtes Vermögen, das mehrere Millionen betragen soll, dem einzigen Söhnchen Dr. Epsteins vermachte." Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. gür m. Drogenu. Farben- Geschüst suche ich umer günstigen Bedingungen einen Lehrling. (1848 Joseph Müller, Schmalkalden. ^^esucht für Paris geg. guten Lohn eine tücht. Köchin, d. auch etwas Hausarbeit übernimmt. Muß streng orthodox fein. Gute Zeugnisse erforderlich. (86 c Off. unter JB. 613 an I. Kansfmann, Buchhandlung in Frankfurt a. M. >1. 6. Eberhardt, Speyer a. Rhein. Königl. Bayer, ck (irosaii. Bad. Hoflieferant, Gross-Handlung in Flussn. Seefischen. * (2885 g.w ÄS ’S ü if L.g Cö 53 cr i-± sb § <S g. g 5; B Meinlachs-Iischeret. Prompte, billige und gute Bedienung. Export von ff, Stangenspargel & Pfälzer Obst. Feinstes gemästetes frans. Geflügel als: Pnnlarden, Kapaunen, Truthühner, Enten und Tauben. Trag |nfltürl.| sind die von mir erfundenen, gegen Erkältung u. Kopfrerßen schützenden Haartouren für Samen unb Herren, selbige sind so leicht und na» türl. gearb ite*, daß das Tragen einer solchen kein menschliches Auge bemerkt. Preis v. M. 7.50 an. Paul Wielisch, Perückenmacher. Wiesbaden, Burgstr. 12. Enthaarungspulver, vorzügl., unschädlich. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wrrth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. iS; ■: ■i WMWnWMifl iw'ijHMWIi»'iiTilii)iiii]l|^.^g^^