Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 25-26 (26.3.1896)
- Date
- 1896-03-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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514 auch niemand härter in Israel betroffen hat als die Diener und Priester dieses HeiligthumS, als das Haus Aharons, so sollen sie doch das gütige Geschick segnen, das ihnen die volle Ausübung ihres Priesterberufs nun schon so lange versagt uno ihnen unterschiedlos mit allen Exilsgenossen das Priesterthum der Menschheit übertragen hat. Aber weit über den Kreis Israels hinaus sollen die Gottesfürchtigen nicht irre werden, wenn auch der Gegenstand ihrer Furcht für ganze Generationen aufgehört hat es zu sein Je mehr und je länger die göttliche Wahrheit ver kannt wurde, um so glänzender wird ihre Anerkennung mit rauschendem Jubel gefeiert werden, wenn sie einst aus dem Geschicke Israels allen anderen entgegenstrahlt. Aus diesem Geschick folgen nun einige markante Züge, welche die Offenbarung Gottes in der Geschichte Jsrals veranschaulichen, von ihren ersten Anfängen bis zu ihren spätesten Ausläufen. .'»zsmED ojy ' vwp isor, jo „A ns der Enge habe ich G o t t g e r uf e n, er hat mich erhört in Gottes weite. War Gott mit mir, so fürchtete ich nicht, was könnte ein Mensch m i r t h u n! Gott war mir in meinen Helfern uud ich sah ihn in meinen Ha ssern. Es ift besser bei Gott Schutz suchen, als ans Menschen vertrau e n; b e s s e r b e i G o t t Schutz s u ch e n, a l s aufEdle vertrauen. AlleVölker haben mich umringt, mit dem Namen Gottes brachte ich sie zu Fall. Sie wandten sich mir z u w i e B i e n e n, s i e v e r g l o m - m e n w i e D o r n e n f e u e r; mit demN a m e it Gottes brachte i ch sie zu Falle. Wohl l ieß e st du m i ch w i ede r u n d w ie d e r b i s zumNiederfallen ansgleiten, aber Gott hat mir geholfen. Meine unüberwindliche Macht und Sang ist Gott, das ward mir zur Hilfe. Stimme des Jauchze n s und Hilfe ist in den Zelten der Gerechten, G o t t e s N e ch t e s ch a f f t K r a f t, Gottes hochgehobene Rechte, Gottes R e ch t e s ch a f f t Kraft. Ich werde nicht st e r b e n, denn ich bete, u m Gottes Thaten z u erzählen. Hat mich Gott auch wiederholt g e z ü ch t i g t, a b e r d e m Tod hat er m ich nicht h i n ge g e b e n. Oeffnet mir die Pforte der Tugend, daß ich eintrete und Gott huldige. Dieses ist Gottes Thor, Gerechte gehen in dasselbe ein. Ich danke dir, daß du mich leiden l ie ß e st, du bist mir zur Hilfe geworden. Der Stein, den die Bauleute verachtet, e r i ft z u m er ft cn Eckstein geworden. Von Gott i st d i e s geworden, esi st Wunderbari nunseren Augen. Diesen Tag hat Gott gemacht, laßt uns laut jubeln und uns still freuen mit ihm. O G o t t, gewähre Hilfe doch, o Gott, gewähre Gelingen doch! Gesegnet, wer kommt i m Namen Gottes, mir segnen euch vom Hause Gottes. Der A l l nl ä ch t i g e, Gott hat u n s erleuchtet; bringet nun das Fe stopf er nr i t F e s s e l n g e b u n d e n, bis 3 u den h ö ch ft e n V 0 rsp r ü n g e n de s Altar s. D u b l e i b st nun in e i n Gott, dir will ich h u l d i g e u , dich m e i n Gott als das H ö ch st e h i n st e l l e n. H u l d i g t Gott, denn er ist gut, denn immerdar waltet seine Lieb e." Wer will die Gedanken und Empfilldungen, die Hoffnungen und Entschließungen ermessen, die diese durch die Jahrtausende klingende Nationalhymne bei ihren Sängern in allen Zeiten und Zonen geweckt hat! Alles Leid und alles Weh, alles Glück und aller Jubel, wie er jede Menschenbrust erfüllt und lvie die Seelenstimmungen die nationale Gesammtheit bewegen, alles haben sie in diese herrlichen, vom Gottesgeist durchwehten Liebesworte ausgehaucht und darin Stab und Stütze, Trost und Zuversicht für alle Lagen ihres prüfungsreichen Lebens gefunden. Alls jeder Noth, aus jeder Beengung, hat der Ruf zu Gott gellügt, um Rettullg ulld Weite zu sichern. Israel hat nichts als feinen Gott, aber das genügt ihm, um jene Filrchtlosigkeit zu erzeugen, die vor keiner Menschenkraft urehr zittert. Selbst da, wo es von Menschen hilfreiche Förderung findet, und nicht millder, wo sie ihm ihren Haß entgegenbringen, überall steht es in ihnen nur Boten Gottes, die ohne Gottes mächtigen Willen nicht nützen und nicht schaden können. Bei Gott erst Schutz suchen zu müssen, dünkt ihnr daher sicherer, als sich des sichersten Vertrauens auf Menschen hingeben zu dürfen uild wären es die edelsten. Alle Völker sind im Laufe der Jahrtausende au es herangetreteic und es hat ihrer materiellen Uebermacht nichts als den Namen Gottes entgegen 311 setzen gehabt. Die einen haben es feindlich llmzingelt, die andern haben sich freundlich ihm zllgewandt, nm es durch Freundlichkeit für den Abfall zll gewinllen, welcher der rohell Gewalt nicht gelang. Sie haben wie Bienen mit ihrem Honig und ihrem Stachel es umschwärmt, aber es hat sie alle fallen nnb wie knisterndes Dornenfeuer verglimmen sehen, es selbst aber mit dem Namen Gottes, es ist auf der Völkerwahlstatt Sieger geblieben. Wohl hat der übermächtige feindliche Anprall der Völkermächte uns wiederholt zum Falle gebracht, aber Gott hat llns wieder aufgeholfen. Wie einst bei ihrem Auszug aus der Knechtschaft in die