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Der Israelit · 1896-03-26 · Heft 25-26 (26.3.1896) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 25-26 (26.3.1896)
Date
1896-03-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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* v XXXVH. Jahrgang. Erste Keil. M M 25 & 26 -es „Israelit“. Leitender Artikel Kagadast scher Msach. Zehnte Serie. VII. Mainz, 25. M ä r z. ^S'by '2 D'DNH ^3 i!1'N3V Q’U ^3 ',1 DU .'n^n D?iy*> 'n new non „L obet Gott alle Völker, preist ihn alle Staaten, wenn über uns seine Liebe mächtig waltet, da nnwirdGottes Wahrheit der ganzen Welt, Halleluja!" Wenn nach langen, langen Jahrhunderten der Verbannung die in alle Richtungen der Windrose zerstreuten Kinder des Gottesvolkes sich im mütterlichen Heim wieder zusammengefunden haben werden, „in den Vorhöfen des Gotteshauses in deiner Mitte Jerusalem", dann wird diese wunderbare Neubelebung des jüdischen Volkes seine Glieder nicht mit stolzem Chauvinismus erfüllen. Jetzt erst ist seine große Sendung erfüllt, jetzt entbietet es der Brudermenschheit den Gottesgruß und fordert alle Völker und alle Staaten zum Lob und Preise Gottes auf. Bis jetzt konnte es den Preis Gottes nur den Völkern und den einzelnen Individuen unter denselben verkünden. Daß dem Namen Gottes, seinem Schutz und seinem Wort aber auch die Kraft inne wohnt, nicht nur einzelne Menschen zu beglücken, sondern einen Staat zu constituiren und die staatliche Wohlfahrt zu begründen und zu erhalten, das konnte das Volk ohne Land und äußeres Band nicht der Menschheit lehren. Wohl hatten sie einst auf heimischem Boden ein unabhängiges staatliches Leben unter dem Regime des Gottesgesetzes entfaltet, aber für die Dauer hatte sich dasselbe nicht bewährt. Der Zusammenbruch ihres staatlichen Lebens und der Verlust ihrer nationalen Selbstständigkeit hat ihnen ja den Hohn einer ganzen Welt eingebracht, der es als Anmaßung erklärte *n Dy sich nach dem Verlust ihres Landes noch Gottes Volk nennen zu wollen. So lange sie zerstreut, ifolirt, abhängig von der Gnade der Mächtigen diesen die Bruderhand reichten und sie zum Preis des gemeinsarnen, himmlischen Vaters aufforderten, so lange konnten es bei ihrer Minderzahl und Schwäche Rücksichten der Selbsterhaltung sein, welche sie als Herolde der Gottes¬ und Menschenliebe auftreten ließen. Aber nachdem die Unüberwindlichkeit der seit Jahrtausenden Zerstreuten nunmehr durch Wiederbesitz ihres eignen Bodens sich dokumentirt hat und sie selber als Achtung gebietender Staat dastehen, mit der Verleihung dieser Macht wird Gott seinem Volke erst den vollen Segen feines Friedens geben, d^hq icy ne« *p3’ /mi w ivy4> ny 'n. Jetzt wenden sie sich nicht nur an die Völker, sondern auch an die Staaten mit einzustimmen in den Gottespreis dafür, daß er seine Liebe über uns so wundermächtig walten ließ. Hätte das Gottesvolk nicht der Gottessache mit Hintansetzung alles besten, was Menschen sonst lieb und theuer ist, unerschütterlich die Treue bewahrt, hätte es den Lockungen und Drohungen der Völker nachgegeben, die ihm seinen Gott und sein Gesetz verleiden wollten, was wäre aus der Menschheit, was aus ihren Völkern und Staaten geworden! Jetzt weckt das Halleluja Israels in den Reihen der Völker und Staaten das Bewußtsein, daß die Liebe, die Gottes Allmacht an seinem Volke geübt, der Welt die Wahrheit gerettet und erhalten hat. Je heißer die Kämpfe waren, die sie für die ungetrübte Erhaltung ihrer Wahrheit gegen Gewalt und List kämpfen mußten, um so theurer ist ihnen Gottes Sache geworden. Sie erblicken daher Gottes Gnade nicht nur in dem herrlichen Abschluß ihrer Mission, in der Allverbrüderung der Menschheit, die nun den Preis des einen Gottes verkündet, sondern auch die ernsten, trüben Phasen ihres welthistorischen Martyriums sind ihnen nicht geringere Bürgichast der Gnade Gottes. Gott ist gut und seine Liebe waltet immer und überall, das ist daher der stehende Refrain des Jubels, den die Gotterlösten im Hinblick auf diesen einstigen glorreichen Ausgang ihrer Sendung in die Welt hinausrufen. 'u nj idk' nDn Db'pb '2 2ns '2 'r6 Hin .nDn nhtyb ..Huldigt Gott, denn er ist gut, denn immer dar waltet seine Liebe. Es spreche es dochJsrael aus, daß Seine Liebe immerdarwaltet. Es spreche es doch das Haus Aharons aus, daß immerdar seine Liebe waltet. Mögen es doch die Gottesfürchtigen aussprechen, daß immerdar seine L iebe wal tet." Nicht nur fühlen, glauben, denken, sondern in Worte kleiden, aussprechen sollen es alle, daß Gottes Gnade immer und überall waltet, auch wo der beschränkte menschliche Blick das Gegentheil wahrnimmt. Israel soll es „doch" aussprechen, daß die Stürme, die es seinem Lande entrissen und es in die ferne weile Fremde geworfen, seine Reife gefördert und sich somit als Gottes gütige Wallung bewährt haben. Und wenn die Einäscherung seines Gottesheiligthums

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