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Der Israelit · 1896-03-26 · Heft 25-26 (26.3.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 25-26 (26.3.1896)
Date
1896-03-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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508 W^^MWMMUMWWß die still in der Brust geruht, ihre Einlösung vor aller Welt erfahren, dann vollzieht sich diese HuldigungSthat in den Heimstätten unserer aller Mutter rDJ3 in der heiligen Stadt, deren Häuser, deren Straßen, deren Handel und Wandel sich wie der Vorhof um das Gotteshaus grupviren. o’^n» ’ZDirü 'n rvn nnynn (Schluß siehe in erster Beilage dieser Nummer.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 24. März. Nach dem uns vorliegenden Jahresbericht des iyci rva" in Jerusalem von 1^02 5655 bis dahin 5656 hatte diese Vereinigung eine Einnahme von 541,378 Piaster, hingegen eine Ausgabe von 648,634 P., somit ein Deficit von 107,255 P. Unsere geehrten Leser ersehen hieraus, welch' nachhaltiger Unterstützung dieselbe bedarf, um allen an sie herantretenden Ansprüchen seitens Armer und Kranken aus allen hiesigen Gemeinden genüqen zu können. Die detaillirte Einnahme- und Ausgabeaufstellung des Berichts gibt ein deutliches Bild von der überaus großen und ersprießlichen Wirksamkeit dieser Vereinigung, und bedarf es sicherlich nicht der besonderen Empfehlung, um unsere edlen und wohlthätigen Glaubensbrüder und -Schwestern zur weiteren kräftigen Stützung derselben aufzufordern. Posen, im März. Wenn auch Familienereignisse privater Personen nicht eigentlich Gegenstand der Berichte für öffentliche Blätter sind, so gilt es doch Ausnahmen, bei denen die Veröffentlichung gewiffermaßen Pflicht ist, insofern nämlich die betreffenden Persönlichkeiten durch verdienstvolles Wirken an die Öffentlichkeit hervortreten und das Jntereffe und die Theilnahme weiterer Kreise beanspruchen dürfen. Ein solcher Fall liegt hier vor. Das Apolant'sche Ehepaar hat in diesen Tagen die seltene Feier der goldenen Hochzeit begangen. Die Beliebtheit, deren sich dieses greise Paar in Stadt und Gemeinde erfreut, gab sich an dem Tage der Jubelfeier durch die große Zahl der Glückwünschenden kund. Zu diesen gehörte auch der Herr Rabbiner Dr. Feilchenfeld, der dem Jubelpaare die vom Kaiser demselben verliehene Ehemedaille überbrachte. Das Jubelpaar verdient die ihm so vielseitig entgegengebrachte Werthschätzung in vollem Maße. Herr Apolant gehört schon seit Jahren der kph? *n3n an und entfaltet als Vorstandsmitglied derselben nicht nur eine rege Thätigkeit durch Krankenbesuche, sondern sucht auf jede mögliche Weise das Jntereffe des Vereins und dessen Leistungsfähigkeit zu fördern, so daß dieser Verein seinen Bemühungen außerordentlich viel zu danken hat. Frau Apolant wiederum hat sich ein rühmliches Verdienst dadurch erworben, daß sie für den Verein Esra schon seit Jahren mit aller Aufopferung wirkt; ja, sie ist es, die die Theilnahme für diesen Verein hier erst angeregt und es dahin gebracht hat, daß die hiesige Gemeinde, wie erst unlängst Herr W. Bambus aus Berlin in einem hier gehaltenen Vortrage mitgetheilt hat, die größte Mitgliederzahl stellt. Möge dcm Jubelpaare vergönnt sein, noch recht lange in blühender Gesundheit einander anzugehören und wie bisher viel Gutes zu wirken. Wie sehr friedlich hier das Einvernehmen zwischen Christen und Juden ist, geht aus dem Umstande hervor, daß ein christlicher, hochangesehener Mitbürger, der Herr Commerzienrath Andersch dem hiesigen israelitischen Ärmenhülfsverein ein Legat von 100 Mark zugewiesen hat, nachdem bereits seit mehreren Jahren von ihm alljährlich ein Beitrag von 50 Mk. für den Verein gespendet worden. Gewiß ein anerkennens- und nachahmungswerthes Beispiel von Hochherzigkeit und Toleranz. Ad vocem Ärmenhülfsverein ist es wohl nicht überflüssig, darauf hinzuweisen, daß derselbe seit seiner Gründung anfangs der 60er Jahre unendlich viel Segensreiches gewirkt hat. Er bildet einen Damm gegen die fast unerträglich gewordene Hausbettelei, da nicht nur würdige, sondern auch urinder würdige Arme regelmäßige monatliche Unterstützungen erhalten. An solchen Unterstützungen hat der Verein im vergangenen Jahre nahe an 5000 Mark aufgewendet; an arme Durchreisende 1459 Mark, an außerordentlichen Unterstützungen an Bedürftige 2642 Mark, und endlich an verschämte Arme 932 Mark. Die Vorstandsmitglieder widmen sich ihrer schwierigen Aufgabe, würdige Arme aufzusuchen, die Bedürftigkeit zu prüfen und wo es noth thut, helfend einzugreifen, aus vollem Herzen, und es ist nur zu wünschen, daß der Verein immer in der Lage sei, menschliches Elend zu lindern und die Sinkenden zu stützen, . snpo Hrp Aus Bayern Schreiber dieser Zeilen machte in vorigem Herbste gelegentlich der isr. bayer. Lehrerkonferenz zu Bamberg einen Abstecher in dessen romantische Umgegend und in den Ort seines früheren Wirkungskreises. Dortselbst wurde ihm die mehrfache Mittheilung, daß bei der im Mai v. I. von Seite des kath. Distriktsschulinspektors Herrn Oppelt zu Stadelhofen in Gegenwart des zuständigen Diltrikts-Rabb. Herrn Dr. E. aus B. stattgefundenen Religionsprüfung für die Gemeinden Z. und D. vor Beginn des »Din* und n^sn-Uebersetzens Herr Distrikts-Schulinspektor O. sagte: „Kinder, setzt eure Kopfbedeckung auf, ich weiß, es ist ja so Brauch", worauf der gedachte mitfungirende Herr Distrikts- Rabb. erwiederte: „Das ist nicht nöthig, Kinderchen, ihr seid ja nicht im Gotteshause, sondern in der Prüfung." — Commentar überflüssig. W.

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