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Der Israelit · 1896-03-23 · Heft 24 (23.3.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 24 (23.3.1896)
Date
1896-03-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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499 aus diesem Anlasse veranstaltete der Vorstand des Vereines ein ovo-Fest, an welchem der Vorstand des Vereines, der Rabbinatsasiessor "> 'ro 'jn 22.2 ’"j ma»jjD'S Dnjs theilnahm, zu tiefem Bedauern der Versammelten konnte der Ehrenpräses des Vereines ,201 T3N DpID ntß'D '"I '1HD JlMl 321 wegen Unpäßlichkeit dieser nirrv bv nnyD nicht beiwohnen. Der Hauptmoment dieses Festmahles bildete selbstredend die geistige Würze, die min nm, welche hier gesprochen wurden. Nachdem der Vortragende und der Nabbinatsasiessor in scharfsinniger Weise den üblichen rill Schluß mit dem Anfang der rcD2 in Zusammenhänge brachte, hielt der yjd des Vereines p’tp diud 'ino eine gehaltvolle Rede, in welcher er die Bedeutung und Wichtigkeit dieses Vereines, wie auch den Zweck des veranstaltenden Dl D schildert, welcher zur Anweisung und Anspornung wenen soll, daß die Zahl der Lernenden von Tag zu Tag zunehmen möge und jeder' sich zur Aufgabe stelle, wenigstens auf eine kurze Zeit sich dem Geschäftstreiben zu entreißen, um mir6 D'ny yaip zu sein; zum Schlüsse sprachen noch die Mitglieder des Vereines Schön i l-o, Friedmann 'iZi.iv und der Schwiegersohn des Oberrabbiners Klein übv 3py 'i 'tjo gediegene n*nnn ’-oi und die Gesellschaft ging erst nach Mitternacht auseinander mit dem Bewußtsein an einer erhebenden wahren rmio hv rvryD therlgenommen zu haben. H a m w a s s e r. Rußland. Petersburg, im März. (Jüdische Soldaten in Rußland.) Allgemeines Interesse erregt ein publicirter Ukas über die Feier der fünfundzwanzigjährigen Dienstzeit des Wachtmeisters im Garderegimente der Kaiserin Maria Feodorowna, Abel Oschanskij. Ueber diese Feier berichtet die „Petersburgskaja Gazeta": „Am 1. Februar wurde das Dienstjubiläum eines jüdischen Offiziers gefeiert, das sich zu einer wahren Kundgebung zu Gunsten der Juden gestaltete. In Gegenwart des ganzen Garderegimentes und des Officierscorps wurde der Lieutenant Abel Oschanskij beglückwünscht. Der Commandant des Regimentes, Generalmajor Grünwald, verlas den Jubiläumsukas, in welchem die ehrliche und hingebungsvolle Dienstzeit Oschanskij's hervorgehoben und der Jubilar als Muster der Pflicht und Rechtschaffenheit bezeichnet wurde. Das Regiment brach in Hochrufe auf den Jubilar aus, während das Offizierscorps dem jüdischen Kameraden ein kostbares Geschenk aus Silber überreichte." Um das Dienstjubiläum des jüdischen Offiziers vollauf würdigen zu können, muß man bedenken, daß Abel Oschanskij bei der Erstürmung von Geogtepe durch Skobelew sich große Verdienste erwarb, so daß er außer der Tour befördert werden sollte, aber in Folge von Jntriguen Übergängen wurde. (Nebenbei bemerkt, hängt Oschanskij mit gewissenhafter Treue seinem Glauben an, worin ihm seitens seiner Vorgesetzten keine Hindernisse bereitet werden; so zum Beispiel ist ihm gestattet, in seiner Wohnung in der Kaserne eine Betstube zu halten und auf dem Kasernenhofe am Sukkoth eine Laubhütte zu errichten). Die offizielle Ehrung eines anderen jüdischen Soldaten fand anläßlich seines Leichenbegängnisses am 27. Januar in Czarskoje- Selo statt. Dort starb der verdiente Feldwebel des Leibgarde-Regimentes, Scholem Tscherkaßkij. Offiziere, Mitglieder hocharistokratischer Familien, trugen den Sarg bis zum jüdischen Friedhofe, der drei Werst von der Stadt entfernt liegt. Daselbst hielt der älteste Offizier des Regimentes eine Grabrede, in welcher er den verstorbenen jüdischen Soldaten als einen musterhaften Menschen, vstichtreuen Russen und als „Zierde der Juden" charakterisirte. Tscherkaßkij war Besitzer des Georgkreuzes, das er sich im russischtürkischen Kriege bei der tapferen Verteidigung einer russischen Position erwarb. Die Verlogenheit der den Juden jeden Bürgersinn absprechenden Antisemiten ist aber auch aus den Urtheilen ersichtlich, welche russische und polnische Blätter über den in Warschau kürzlich verstorbenen Bankier Nathansohn gefällt haben. So schrieb der „Kraj": „Nathansohn hat die Legende von der Hab- und Ausbeutungssucht der Juden gänzlich zerstört. Er stellte seinen Reichthum in den Dienst des ehrlichen Gewerbes und der redlichen Produktion, er hob die Industrie im Weichselgebiete, er schuf neue Erwebsquellen für die Armen, ja er opferte sogar seine eigenen Interessen zu Gunsten des allgemeinen Wohles." Und der „Warschawskij Dnewnik", den es offenbart genirt, einem Juden ein günstiges Zeugniß auszustellen, meint, Nathansohn habe die über die Juden im Allgemeinen herrschende Ansicht ganz und gar nicht gerechtfertigt und sei ein Jude gewesen, der den Namen eines Russen verdient hätte. „Fr. Bl." Vereinsnachrichten. Gffen, im März. („V erein für jüdische Geschichte und Literatur".) Das wachsende Interesse für die idealen Bestrebungen des noch so jungen Vereins beweist die immer regere Theilnahme der Mitglieder und ihrer Familienangehörigen. In der letzten Vereinssitzung hielt Herr Oberrabbiner Dr. Horowitz aus Krefeld den angekündigten Vortrag über: „Aus dem Leben und Wirken Moses Mendelssohns." In der knapp bemessenen Zeit von einer Stunde den Lebensgang und das erfolgreiche Wirken des großen Philosophen zu schildern, ist keine kleine Aufgabe; Herr Dr. Horowitz löste sie unter lebhaften Beifallsäußerungen der zahlreichen Anwesenden.

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