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Der Israelit · 1896-03-23 · Heft 24 (23.3.1896) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 24 (23.3.1896)
Date
1896-03-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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-'*'*•/- •"~s7r-r'''V<' '' -. -i'TZ-cfT*?'..-' 496 in der Entwickelungsgeschichte, das Kindesalter des Geistes im Menschengeschlechte darstellt, verkündet immer dieselbe Wahrheit, wie der Frühling immer die nämlichen Blüthen treibt. Wie die Frühlingsblüthen von ewiger Jugend umflossen sind, so sind die Wahrheiten des Peßachfestes von ewig jugendlichem Glanze umstrahlet. Wie der Frühling das Zerstörungswerk des Winters uns in Erinnerung ruft, so erinnert uns das Peßachsest, daß düstere Schatten des Heidenthums und Götzenkultus des Menschen reines Denkvermögen verdunkelten und einem kleinen Völkchen, selbst der Verkonunenheit entrissen, ward die Aufgabe ertheilt, jene Schatten zu verscheuchen, gegen die Gespenster des Aber- und Unglaubens zu kämpfen, bis der Morgen im menschlichen Denken sich lichtet und die Sonne der Erkenntniß am Horizont der Menschheit strahlet. Schon im Frühroth seines Werdens inußte Israel sich der Aufgabe würdig zeigen, die ihm der Weltenschöpfer in der Entwickelungsgeschichte des Denkens gestellt. Es durfte auf drohende Gefahren nicht achten, es mußte sein Leben, sein Glück einsetzen, wenn es der Wahrheit, wenn es seiner Pflicht galt. Auf offener Straße schlachtete es ein Lamm, einen Gott der Aegypter, zur Erfüllung eines Gebotes Gottes, auf die Todesgefahr nicht achtend, um den Aegyptern zu zeigen, daß deren Cultus nichtig und Tand sei. Es besprengte die Pfosten seines Hauses mit dem Blute des Lammes, um anzudeuten, daß Israel zu jeder Stunde bereit ist, die ihm von Gott gewordenen Wahrheiten mit seinem Leben zu besiegeln. Schon in seinem Werden mußte es zeigen, daß ihm jene Kraft innewohne, die es würdig machte, der Erstgeborene Gottes genannt zu werden. Diese Geistesblüthen auf dem Gefilde des Frühlings im Reiche des Denkens bildeten die Spannkraft und den Sporn im Seelenleben unseres Volkes, daß es für die I Wahrheit und das Licht des Denkens, ruhmgekrönten Hauptes als Held focht und das geistige Erbe der Väter mit seinem Gute und Blute vertheidigend durch alle Völker der Erde trug. Und mit Recht singt der weise König in seinem hohen Liede, das Verhültniß Israels zu seinem Gotte und der Menschheit schildernd: „Draußen blinken die Blumen, die Sangeszeit ist da; das Girren der Turtel vernimmt man im Land! Der Feigenbaum treibt schon seine Knollen, die Rebenstöcke blühen und duften! Auf doch holde Genossin und komme!" Ja, mit dem Frühling beginnt auch das Frühlingswehen in unserer Geschichte uns mit neuer Kraft, mit neuem Lebensmuthe beseelend!" „Vortrefflich!" sagte Dr. Blunt nach einer längeren Pause. „Die Religionsgesellschaft in R . . mon hat einen sehr schweren Verlust erlitten, als Sie sich entschlossen hatten, hier das Rabbinat zu übernehmen; für mich persönlich ist er aber unersetzbar. Ihr Nachfolger ist zwar ein sehr gelehrter und gottesfürchtiger Mann, aber die Beredsamkeit ist ihnr gänzlich versagt und doch ist gerade diese, für Menschen nreines Schlages, die aus Mangel an Wissen keine Quellenstudien treiben können, von höchster Wichtigkeit. Ein solch' überzeugendes Wort gewinnt an Kraft, wenn es in schöner, logischer Form verabreicht wird. Doch wo bleibt nur der Junge s Die Mittagszeit ist schon bald vorüber. Es ist rücksichtslos von ihm, daß er Ihre Gastfreundlichkeit mit einer Umwälzung in Ihrer Gewohnheit belohnt!" (Forts, f.) Wochen - Kalender. Freitag. 27. März, 13 Nisan. yonn vp*ra. Sabat-Anfang in Mainz 6 Uhr 25 Min. Samstag, 28. März, 14. Nisan, nDD my t’run rottf w. Sabbat-Ausgang in Mainz 7 Uhr 40 Min. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis de» Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für'S Ausland 16 NeichS-Mark. Man abonnirt ganz- Hhrig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel M dqtetze« bei S. /. Ktetuacker, Leipzig, Koßplah 1«. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut EourS. — Directe Krancozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland »nd Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 st. österr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzufeuden. Gtwe Sttttksendnn- »SA an dt« Redaktion eingesandten Mannscripten flutet nicht statt, «an bittet deshalb stch von allen Einsendungen eine «opie zurückzubehalten» Inhalt (Hanptblatt) r Leitender Artikel: Verderbliche Nathschläge. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen Aus dem Großherzogthum Hessen. Berlin. Aus Süddeutschland. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. -- Feuilleton: Der Letzte seines Stammes. Erzählung von Alphonse de la Haye. _ Inhalt der Beilage r Leitender Artikel: Verein deutscher iLtaatsdürger jüd. Glaubens. - Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterr-Ungar. Monarchie: Wien. Großwardein. Rußland: Petersburg. — Vereinsnachrichtcn: Essen. — Vermischtes. Sxtra-Beilagenr Spenden-Verzeichnisse. — Omer-Tabelle. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilage«.

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